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26.06.2009

Es wurde gekräht, getanzt und gerockt

Pfaffenhausen (hlz) - Der traditionelle Begegnungstag im Blindenheim Pfaffenhausen zog wieder hunderte von Besuchern an. Für die vielen Behinderten und Blinden war es ein strahlender Freudentag, an dem sie im Mittelpunkt standen.

Mit einem Gottesdienst im Garten, zelebriert vom Geistlichen Direktor Walter Merkt aus Ursberg und musikalisch von den Unterallgäuer Jagdhornbläsern umrahmt, wurde der Festtag eröffnet. Mit Petrus im Bunde blieb es von oben trocken. Damit wurde das Mittagessen im großen Garten zu einem fröhlichen Schmausen. Die Jagdhornbläser garnierten die Spezialitäten der Blindenheim-Küche. Rings herum flanierten die vielen Besucher durch das Gelände und schauten bei den diversen Ausstellungen, den Verkaufsständen der "Behinderten-Werkstatt" oder an den Kreativtischen vorbei. Welch ein Angebot! Beim "Friseurteam Wagner" konnte sich jedermann stylen lassen, gegen Rückenschmerzen half ein Massagegerät. Wie Blinde einen Café-Besuch erleben, konnte man in einem abgedunkelten "Nachtcafé" erahnen. Extra für die etwas mutigen Heimbewohner gab es die Gelegenheit, in einem RUF-Porsche mitzufahren oder bei den Motorradfreunden aufzusitzen. Auch die Feuerwehr Pfaffenhausen bot eine Mitfahrgelegenheit im Feuerwehrauto. Das Streicheln von Hunden war bei einem Hundetherapeuten möglich, der mit seinen drei großen Hunden vorführte, welch Spannweite in der Hundetherapie gerade für Behinderte steckt.

Zu all dem waren zwei musikalische Höhepunkte geboten. Die Musikgruppe und der Blindenchor unter Leitung von Schwester Misericordia boten im Ringeisensaal eine Musikstunde zum Schwärmen. In einer Klanggeschichte frei nach Astrid Lindgren imitierten die Blinden unter größter Begeisterung und mit bester Nachahmungsgabe zahlreiche Tierstimmen aus einem Bauernhof. Danach zogen sie mit beschwingten Liedern und Melodien durch mehrere Regionen bis nach Ungarn und rissen die vielen Zuhörer regelrecht mit.

Einen faszinierenden Ausklang des Festtages schafften die Organisatoren und Ausbilderinnen mit einer "Music-Revival-Show", die von Julia Rampp mitreißend moderiert wurde. Viele Blinde und Behinderte traten bei fetziger Musik tanzend, singend, schwingend und trommelnd auf. Vom Ringelreihen über Rap bis zum Rock'n' Roll konnte sich jeder einbringen und den großen Beifall der vielen Zuschauer genießen. Die Freude der Akteure war offensichtlich, standen doch alle als umjubelte Stars auf der Bühne und danach im Mittelpunkt begeisterter Gratulationen.

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