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Musik

20.04.2015

Examensprüfung im Zedernsaal

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Der 21-jährige Markus Peter aus Hausen will am 13. Mai Dirigent werden. Das außergewöhnliche Konzert in Kirchheim kann jeder miterleben

So etwas wie Lampenfieber kennt Markus Peter nicht. Tritt er vor ein Orchester, strahlt der 21-Jährige vor allem eines aus: Ruhe und Freude an der Musik. Im vorigen Sommer hatte Peter einem Symphonieorchester bei einem öffentlichen Auftritt in München vorstehen dürfen - für ihn, aber auch die Zuhörer war dieses Konzert mit dem Projektorchester „Crescendo“ ein bleibendes Erlebnis und Bestätigung seines eingeschlagenen Wegs. Seine Feuertaufe hatte der in Hausen aufgewachsene Peter mit Bravour gemeistert.

2011 hat Markus sein Abitur am Maristenkolleg in Mindelheim gemacht. 17 Jahre war er erst alt – dem G8 sei dank. Sein Lieblingsfach von Kindesbeinen an war Musik. Das hat viel mit seinem Elternhaus zu tun. Sein Vater war 23 Jahre lang Leiter der Blaskapelle in Hausen. So etwas prägt. Markus ist mit Blasmusik aufgewachsen, ein Kind der reichen Tradition im Schwäbischen, dem Land des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes ASM.

Danach zog es ihn nach Augsburg ans Leopold-Mozart-Zentrum der Universität. Dort studiert er bei dem Niederländer Prof. Maurice Hamers, einem renommierten Lehrmeister, Blasorchesterleitung. Nun, vier Jahre später im Alter von 21 Jahren, steht Peter kurz vor seinem Abschluss. Wenn alles glatt geht, ist er schon in wenigen Wochen Blasmusikorchesterleiter, und zwar einer der Jüngsten.

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Noch gilt es aber, eine entscheidende Hürde zu nehmen. Am Mittwoch, 13. Mai, um 20 Uhr wird Peter im Zedernsaal von Schloss Kirchheim sein Examenskonzert geben, zu dem Jedermann willkommen ist. Es ist ein öffentliches Konzert, für das kein Eintritt verlangt wird. Eine Prüfkommission unter Leitung seines Professors wird Markus Peter rund eine Stunde lang beobachten, wie er mit dem 55 Mann starken Orchester arbeitet, der Harmoniemusik Welden.

Mit dem Zedernsaal als Ort der Prüfung geht für Markus Peter ein Traum in Erfüllung. Die Akustik in dem Saal fasziniert ihn schon seit vielen Jahren. Die Fürstin hat sich nicht lange bitten lassen und stellt den Saal gerne zur Verfügung.

Armenische Tänze von Alfred Reed wird Peter dirigieren, aber auch Teile von Romeo & Julia von Sergei Prokofiev. Eine besondere Hürde wird die Lehrprobe sein. Zwei Wochen vor dem Konzert erhält der Kandidat Noten. Am Examensabend hat er dann 20, 25 Minuten lang Zeit, das Stück mit den Musikern einzustudieren. Sie spielen praktisch vom Blatt.

In wenigen Wochen dürfte Peter sein Bachelor-Studium in der Tasche haben. Ob er danach Dirigent wird, ist noch offen. Peter studiert in Augsburg auch Trompete. Die Abschlussprüfungen stehen im Juli an. Dirigieren und musizieren - beides macht der 21-Jährige mit derselben Leidenschaft.

Im Februar hatte er ein Probenspiel beim Philharmonischen Orchester Regensburg bestanden. Dort will er im Sommer erst einmal an Opernproduktionen mitwirken - mit seiner Trompete. Aber auch im Dirigieren will er weiter hinzulernen. „Ein Masterstudium könnte ich mir gut vorstellen“, sagt er voller Tatendrang. Dann wäre er auch erst 23. Und vielleicht wartet ja eines dieser vorzüglichen Polizeiorchester auf einen vorzüglichen Nachwuchsdirigenten. Noch so ein Traum.

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