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Mindelheim

18.01.2021

FFP2-Maskenpflicht auch in den Krankenhäusern

Im Mindelheimer Krankenhaus müssen Besucher künftig eine FFP2-Maske tragen.
Bild: Oliver Wolff (Archiv)

Plus Die Mindelheimer Klinik und andere Häuser des Allgäuer Klinikverbunds geraten zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. Das hat Auswirkungen für ambulante Patienten und Besucher.

Ambulante Patienten und ihre Begleitpersonen dürfen das Mindelheimer Krankenhaus ab Mittwoch, 20. Januar, nur noch mit einer FFP2-Maske betreten. Das hat der Klinikverbund Allgäu beschlossen. Die Regelung gilt auch für die anderen fünf Krankenhäuser des Klinikverbunds – weil es dort kein allgemeines Besuchsverbot wie in Mindelheim gibt (wir berichteten), gilt die FFP2-Maskenpflicht dort auch für reguläre Besucher. Daneben macht sich die Pandemie auch auf den Stationen immer stärker bemerkbar.

Die FFP2-Maskenpflicht sei notwendig, um Patienten und Mitarbeiter der Kliniken zu schützen, schreibt der Klinikverbund in einer Mitteilung. Krankenhaushygieniker Dr. Peter Keith sagt: „Das Tragen einer FFP2-Maske erhöht die Sicherheit nochmals, da die Übertragung durch Aerosole wirksam verhindert wird – und zwar für den Maskenträger wie für sein Gegenüber.“ Die FFP2-Maskenpflicht gilt auch für Begleitpersonen. Kinder bis einschließlich 14 Jahre sind davon ausgenommen. Hier reiche ein üblicher Mund-Nasen-Schutz, so das Krankenhaus.

Die Kliniken bitten ihre Besucher, sich weiterhin an die Besuchsbeschränkungen zu halten: Jeder Patient könne pro Tag nur einen Besucher empfangen. Nur enge Angehörige oder Bezugspersonen sollen Patienten besuchen. Für Patienten auf den Corona-Stationen sind im Regelfall keine Besuche möglich.

Zuletzt wurden in der Mindelheimer Klinik 24 Covid-Patienten behandelt

Außerdem sollen nur Personen die Kliniken betreten, die gesund sind und in den Tagen zuvor keinen Kontakt zu Corona-Erkrankten oder -Infizierten hatten. „Alle Besucher werden bei Betreten des Klinikgebäudes darüber befragt und namentlich registriert“, heißt es in der Mitteilung weiter. In der Notaufnahme sind Begleitpersonen nur im Ausnahmefall, etwa bei Kindern erlaubt. Weiterhin möglich sind der Besuch und die Begleitung von Sterbenden – auch in Mindelheim. Werdende Väter können in der Regel bei der Geburt anwesend sein, für die Entbindungsstation gelten spezielle Besucherregelungen. Mit der FFP2-Maskenpflicht folge man den Vorgaben der Politik beim Einkaufen, schreibt der Klinikverbund. Ab heute gilt eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. In Alten- und Pflegeheimen gilt sie für Besucher schon länger.

Wegen der Pandemie gerät das Mindelheimer Krankenhaus zunehmend unter Druck. Nach letztem Stand sind 24 Covid-Patienten auf den Stationen, zwei müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Ein Sprecher des Allgäuer Klinikverbunds sagt, die Klinik Mindelheim erlebe einen Umfang an Covid-Patienten und Patienten zur Abklärung, der sehr viel höher sei als im Rahmen der ersten Welle. Die Mindelheimer Klinik sei derzeit stark belastet.

So musste dort in den vergangenen Wochen der Behandlungs- und Isolierbereich für Corona-Patienten stetig und deutlich erweitert werden. Kürzlich wurden erste Corona-Patienten aus der Normalstation in benachbarte Kliniken verlegt, um für die Aufnahme von akut neu erkrankten Corona-Patienten aus der Region ausreichende Bettenkapazitäten vorzuhalten.

Pflegekräfte und Ärzte sind wegen der hohen Corona-Infektionszahlen auch an der Mindelheimer Klinik "eklatant überlastet"

Der Ärztliche Direktor und Pandemiebeauftragte der Mindelheimer Klinik, Dr. Manfred Nuscheler, betont, wie „kollegial, professionell und gut die Zusammenarbeit mit den umliegenden Standorten des Klinikverbunds funktioniert“. Auch außerhalb des Klinikverbunds arbeiten die Krankenhäuser zusammen: Das Klinikum Memmingen übernimmt derzeit Covid-Patienten auf Normalstationen, während gleichzeitig einzelne Memminger Intensivpatienten in Mindelheim und vor allem in Ottobeuren Platz finden.

Pflegekräfte und Ärzte seien wegen der hohen Infektionszahlen „eklatant überlastet“. Am Sonntag lag die 7-Tage-Inzidenz im Unterallgäu bei 185,8. Planbare Behandlungen und Operationen seien deshalb weitgehend zurückgefahren. Dr. Nuscheler betont, dass die Kliniken in Mindelheim und Ottobeuren für die Aufnahme und Versorgung von dringlichen Fällen und Notpatienten weiterhin voll einsatzfähig sind. Hygienisch strikt getrennte Bereiche stehen hierfür bereit. Aufgrund der Pandemieentwicklung rechnen die Kliniken in den kommenden Wochen mit weiter steigenden Patientenzahlen. Die Mitarbeiter appellieren deshalb an die Bevölkerung, die Lockdown-Maßnahmen unbedingt einzuhalten.

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