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Zaisertshofen

29.10.2015

Fango, Tango und viel Diskretion

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2 Bilder
Zwei charmante Damen sind während ihres Kuraufenthalts in Bad Füssing auf der Suche nach „männlichen Goldeseln“. Mit viel Charme verabreden Anja Simon (r.) und Tanja Eberle mit ihren Verehrern nach einem Bewegungsbad ein Date und versuchen, Willibald Zaunberger (2.v.r.) und Hermann Mautz das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Bild: Franz Issing

Was passiert, wenn zwei Ehepaare auf Kur gehen, zeigen die Schauspieler in Zaisertshofen.

"Selten so viel gelacht“, riefen schon nach dem ersten Akt Elke und Hartmut Streicher und wischten sich Tränen aus den Augen. Das Ehepaar aus Krefeld besucht jedes Jahr im Herbst Verwandte in Türkheim und war erstmals beim Theaterverein Zaisertshofen zu Gast. „Die können sich ja mit Profi-Darstellern messen“, urteilten die beiden Premierengäste.

Mit den anderen Zuschauern im Gasthaus Krone erlebten Elke und Hartmut Streicher, wie es dem Feuerwehrkommandanten Oswald Krause (Willibald Zaunberger) und seinem Kameraden Emil Lautenschläger (Hermann Mautz) erging: Die beiden fuhren 20 Jahre lang immer drei Wochen zum Kururlaub nach Bad Füssing, um sich dort nach dem Motto „Morgens Fango – abends Tango“ in verschiedenen Kurhotels und unter falschem Namen zu erholen.

Die Frauen schuften auf dem Bauernhof

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Ihre genügsamen Ehefrauen Helga Krause (Gabi Mayr) und Betty Lautenschläger (Elfriede Schmid) schufteten derweil daheim auf dem Bauernhof. Doch der Verkauf der Kühe weckt bei den Frauen die Lust auf Urlaub. Während Betty durchs Mittelmeer kreuzen will, zieht es ihre Freundin Helga samt geliebter Dauerwelle eher in die Karibik.

Und was bei dem lustigen Spektakel noch eine große Rolle spielte: Drei Samstage ohne Kraut und Geräuchertes sind für Oswald Krause ein Albtraum. Als er mit Emil nach einer durchzechten Nacht, zerknirscht, mit Koffer und Schwimmreifen ausgerüstet, auf den Bus wartet, tauchen die Frauen auf und verkünden, dass auch sie sich in Bad Füssing erholen wollen. Das könnten sie am besten mit einer Knetkur des Masseurs Harry Gruber (Stefan Mautz) und seiner Kollegin Susi Weber (Bettina Mussack). Die Überraschung ist gelungen, der Jubel bei den Männern zunächst groß.

Im Hotel Vital kreuzen dann die beiden „Sahnestückchen“ Chantal Obermaier alias Anja Simon und Jacqueline Niedermüller (Tanja Eberle) auf. Mit viel Charme und einigen Gläschen Champagner umgarnen sie die vermeintlichen „Goldesel“ und lesen ihnen jeden Wunsch von den Augen ab.

Es gibt viele Bezüge zur schwäbischen Heimat

Deren Ehefrauen fahren derweil auf die Hochstapler Adalbert Baron von und zu Stadelhofen (Michael Mayer) und Ferdinand von Cartier (Peter Ruf) ab. Die Gauner wollen den Damen mit dubiosen Anlagegeschäften das Geld aus der Tasche ziehen. Doch beide Paare merken schnell, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt haben und holen zum Gegenangriff aus. So entwickelt sich ein reizvolles, mit menschlichen Schwächen, erotischen Wirrungen und bürgerlicher Disziplin gewürztes Spiel. Fazit: „Wichtig bei einer Kur ist und bleibt die Diskretion.“

Mit viel Bezug zu ihrer schwäbischen Heimat spielen die Akteure den Dreiakter „Wenn einer eine Reise tut – oder Geräuchertes mit Sauerkraut“ von Regina Rösch. Mit Zurücklehnen und Genießen ist da nichts. In dem Lustspiel blasen die zwölf Mimen ständig zur Attacke auf die Lachmuskeln. Sie gehen dabei ganz in ihren Rollen auf und sorgen dafür, dass es auf der Bühne stets listig und hinterlistig zugeht. Komödiantisch Vollgas geben vor allem Willibald Zaunberger und Hermann Mautz, die mit spritzigen Dialogen, gelungenen Pointen und witziger Mimik punkten und trotz langjähriger Bühnenerfahrung immer noch Lampenfieber haben. Prickelnd wie die Premiere war auch die Theatertaufe von Markus Miller und Stefan Mautz. Was wäre der Theaterverein Zaisertshofen ohne Manfred Mayer, der zwei tolle Bühenbilder schuf, ohne seinen erfahrenen Regisseur Willibald Zaunberger, ohne Petra Mautz und Nicole Schuster, die die „Stars“ schminkten? Und auch auf Alexandra Mautz, die ihnen vorsagte, und Andreas Ruf, der sie ins rechte Licht setzte, kann das Ensemble nicht verzichten.

Weitere Termine sind jeden Samstag und Sonntag bis einschließlich 28. November. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Vorverkauf und Platzreservierung bei der Mindelheimer Zeitung, Telefon 08261/991375, oder Mo., Di., Mi. und Fr. jeweils von 18 bis 20 Uhr unter Telefon 08268/1369.

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