Newsticker

Corona-Test-Panne in Bayern: Infizierte sollen am Donnerstag informiert werden
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Fast kein Durchkommen mehr

Amberg

03.11.2016

Fast kein Durchkommen mehr

Die Gaststätte Poseidon verbucht große Einbußen.
5 Bilder
Die Gaststätte Poseidon verbucht große Einbußen.
Bild: Reinhard Stegen

Ortsdurchfahrt wird saniert. Während die Bürger Einschränkungen gelassen tragen, jammern die Geschäftsleute

Amberg, das Dorf an der östlichen Landkreisgrenze ist – vorübergehend – fast nicht mehr erreichbar, für Autofahrer zumindest. Ursache: die Dorferneuerung, die zwar schon geraume Zeit läuft, aber noch nie so offen zutage trat wie jetzt bei der Neugestaltung der westlichen Ortseinfahrt.

Dass da ein ziemliches Pfund zu stemmen sein würde, war dem Gemeinderat von vornherein klar, denn schließlich ist dieser Kreisstraßenabschnitt mit seinem Gefälle zur Ortsmitte hin ein Nadelöhr. Hier geht verkehrstechnisch zur Zeit nichts mehr, während Bagger und Baustellengeräte werkeln, und das voraussichtlich noch bis Ende November.

Betroffen sind insbesondere Geschäftstreibende, wie die Bäckerei von Herbert Hörberg direkt an der Durchgangsstraße gegenüber der Gemeindeverwaltung. „Wir könnten schließen, wenn uns das Geschäft nicht gehörte“, auf diese einfache Formel bringt die Eigentümerin die gegenwärtige Situation. Noch gravierender dürften die Ausfälle für die Betreiber des griechischen Restaurants Poseidon sein, das auch am Mittwoch geschlossen schien, obwohl der Aushang den Montag als offiziellen Ruhetag angibt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Erstaunlich positiv ist dessen ungeachtet die Reaktion der Betroffenen und der Amberger, denen man begegnet. „Da gibt es keine Alternative“, sind sich Franz Schönacher – selbst früher bei einer Straßenbaufirma beschäftigt – und seine Frau Rosa einig. “Entweder man will etwas im Ort verändern oder nicht. Im ersten Fall muss man zeitweise Einschränkungen hinnehmen“. Irma B., eine weitere Anwohnerin ist sich sicher, dass sich das lohnt und Amberg durch die Baumaßnahmen gewinnen und schöner werden wird.

Bürgermeister Peter Kneipp erläuterte auf Nachfrage, dass der Gemeinderat das Für und Wider der einzelnen Maßnahmen sehr sorgfältig abgewogen habe, insbesondere das Abtragen der hässlichen Betonmauer gegenüber dem griechischen Restaurant.

Die Teilnehmergemeinschaft Amberg habe sich dafür stark gemacht und damit nicht zuletzt den Ausschlag für diese „große“ Lösung gegeben, die mit Kosten von 320000 Euro allerdings nicht gerade billig sei. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass 65 Prozent davon aus dem Dorferneuerungstopf des Amtes für ländliche Entwicklung fließen.

Anders verhält es sich dagegen mit dem neuen Fahrbahnteiler unmittelbar an der westlichen Ortseinfahrt, der alleine mit 80000 Euro zu Buche schlägt, die nicht bezuschussbar werden. Hier fungiert der Lankreis selbst als Bauherr und reicht die Kosten an die Gemeinde weiter. Zusammen mit der Anpassung des dort einmündenden Rad- und Feldweges an die neuen Gegebenheiten summieren sich die Kosten auf 150000 Euro. Weitere 46000 Euro sind für die Umrüstung auf LED-Beleuchtung auf dem neuen Straßenabschnitt vorgesehen.

Die neue – fast ein wenig überproportional wirkende – Verkehrsinsel sei, so Kneipp, so dimensioniert, dass sie zwinge, das Tempo zu drosseln, und das nicht nur bei der Einfahrt in den Ort, sondern auch beim Verlassen in Richtung Türkheim. Ein Herausbeschleunigen schon vor der Kuppe am Ortsausgang sei nun nicht mehr möglich.

Amberg blickt also wohl verkehrsmäßig ruhigeren Zeiten entgegen, während die Nachbargemeinde Wiedergeltingen eine zunehmende Verdichtung des Verkehrs – aktuell zusätzlich infolge der Sperrung Ambergs – beklagt.

Dabei scheint die einst einmal in Aussicht genommene gemeinsame Umgehungsstraßenlösung der beiden Nachbargemeinden in eine ungewisse ferne Zukunft gerückt zu sein.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren