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Bad Wörishofen

26.10.2020

Fehlalarme: Wer in Bad Wörishofen nicht aufpasst, zahlt

Wenn die Feuerwehr Bad Wörishofen anrückt, ist nicht immer ein Feuer oder ein Unfall der Grund. Nachlässigkeiten beim Betrieb von Brandmeldeanlagen sorgen für zahlreiche Fehlalarme im Jahr. Das Problem wird immer größer.
Bild: Eichler/Feuerwehr

Plus Dass Brandmeldeanlagen aus Nachlässigkeit der Betreiber Einsätze auslösen, wird für die Feuerwehr Bad Wörishofen zu einem immer größeren Problem. Die Ersten mussten nun zahlen.

Größere Einsatzfahrten der Feuerwehr sind in Bad Wörishofen nichts Ungewöhnliches. Doch nicht immer brennt es oder hat sich ein Unfall ereignet. Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen sind für die Freiwillige Feuerwehr Bad Wörishofen ein immer größer werdendes Problem. Deshalb muss zwischenzeitlich der Eigentümer zahlen, wen etwa die hauseigene Brandmeldeanlage aus Nachlässigkeit einen Feuerwehreinsatz ausgelöst hat. Alleine für das laufende Jahr hat die Stadt Bad Wörishofen bereits 17 solcher Kostenbescheide verschickt, wie das Ordnungsamt auf Nachfrage mitteilt.

Dem Betreiber würden für einen ausgelösten Fehlalarm durch eine Brandmeldeanlage 440 Euro in Rechnung gestellt, erläutert Robert Strodel. Das sei so pauschal in der Satzung geregelt. Abgerechnet seien derzeit die Einsätze nach Alarm durch Brandmeldeanlagen bis Juli. Der zeitliche Verzug sei darin begründet, dass die Adressaten gehört werden müssen, bevor ein Kostenbescheid erlassen wird.

In diesem Jahr rückte die Feuerwehr Bad Wörishofen bereits 180 Mal aus

Bad Wörishofens Feuerwehrkommandant Peter Eichler berichtet, dass zwischen Januar und Ende September 180 Alarmierungen bei der Feuerwehr eingingen. 34 dieser Alarmierungen lösten private Brandmeldeanlagen aus, weitere 11 Rauchmelder in Wohnräumen. Damit ist jetzt schon beinahe der Stand des gesamten Vorjahres erreicht. Nicht immer war es ernst. „Immer wieder sind es technische Defekte oder auch Fehlverhalten oder Nachlässigkeiten von Personen beim Betrieb oder der Wartung einer Brandmeldeanlage, die zur Auslösung führen“, sagt Eichler.

Ein Alarm verursacht Kosten, er bindet aber auch die Zeit der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute. Seit Januar 2019 gilt deshalb die neue Regelung, wonach Einsätze in Rechnung gestellt werden können. Eichler betont aber, dass dies nur geschieht, wenn tatsächlich eine Falschalarmierung vorlag, oder wenn Anlagen wiederholt Alarme auslösen und eigentlich repariert oder neu eingestellt werden müssten.

Wann ist ein Fehlalarm in Bad Wörishofen ein kostenpflichtiger Fehlalarm?

Eine Falschalarmierung liegt zum Beispiel dann vor, wenn es sich um einen technischen Defekt der Brandmeldeanlage handelt. Auch wenn der Alarm durch Wartungsarbeiten an der Anlage ausgelöst wurde oder etwa durch Bauarbeiten, Reinigungsarbeiten oder anderen Tätigkeiten, kann Geld verlangt werden, also immer dann, wenn man den Alarm durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen hätte verhindern können. „Von den bislang 45 Alarmierungen durch private Brandmeldeanlagen erfüllen 23 Fälle die Voraussetzungen für eine Abrechnung der Einsatzkosten“, berichtet Eichler.

„In diesen Fällen hätte die Auslösung durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden können.“ Bei immerhin 22 Alarmierungen lag eine Ursache vor, die bei einer „fehlenden Früherkennung wahrscheinlich zu einem Brand geführt hätte“. In zehn Fällen davon handelte es sich um ausgelöste Heimrauchmelder, Ursache war zumeist angebranntes Essen.

„Gerade diese Fälle zeigen, wie sinnvoll und notwendig eine Früherkennung durch Brandmeldeanlage und Heimrauchmelder ist“, betont Eichler. In fast allen Fällen konnte durch das Eingreifen von Ersthelfern oder der Feuerwehr ein größerer Sachschaden verhindert werden. „Es waren aber auch Fälle dabei, bei denen Personenschäden die zwangsläufige Folge gewesen wären“, berichtet Eichler. Solche Einsätze sind natürlich auch weiterhin nicht kostenpflichtig. Für richtige Brandeinsätze, die „auf fahrlässiges Verhalten zurückzuführen sind, können bis auf gewisse Ausnahmen, keine Kosten abgerechnet werden“, erläutert Eichler. Fahrlässige Brandstiftung ist davon natürlich nicht gedeckt.

Vorgeschrieben ist laut Gesetz übrigens mindestens ein Rauchmelder in jedem Kinderzimmer, in jedem Schlafzimmer und in jedem Flur, der eine Verbindung zu Aufenthaltsräumen hat.

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