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12.02.2015

Filigran und schön: Das Rathaus wird saniert

Grau ist das neue Bunt. Nach der energetischen Sanierung des Rathauses soll die neue Fassade etwas Ruhe ins bunte Häusergewirr bringen. Und wenn noch Wellblech übrig ist, wird der Sponsor sogar noch ein weiteres Haus in der Maximilianstraße umgestalten.

Dank eines großzügigen Sponsors aus der heimischen Wirtschaft kann jetzt endlich auch die Fassade des alten Kastens saniert werden

So konnte es ja auch nicht weitergehen. Über 100 Jahre alt ist das Mindelheimer Rathaus und rein energetisch ein Desaster. Viel zu viele Fenster und zugige Mauerritzen sind schuld daran, dass die Energiebilanz des alten Kastens katastrophal ist. Es ist also höchste Zeit für eine Dämmung und energetische Sanierung – doch woher soll das Geld kommen?

Als das Energieteam im Rathaus alle Glühbirnen durch Sparlampen ersetzt hatte, kamen die Mitglieder auf die Idee, Sponsoren für dieses Projekt zu suchen.

Es dauerte nicht lange, und man wurde fündig. Ein Mindelheimer Großunternehmen hat sich bereit erklärt, die Sanierung zu bezahlen. Und damit man auch sieht, wer das Geld hat springen lassen, erklärte sich die Stadt damit einverstanden, dass die neue Fassade deutlich schlichter gestaltet wird und künftig zur Corporate Identity des Unternehmens passt.

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Überzeugende Vorentwürfe

Die jetzt vorliegende Computeranimation überzeugt auch Kritiker. Minimalismus und zurückhaltende Farbgebung bringen ein bisschen Ruhe ins Häuserdickicht der Altstadt. Nichts an der Fassade lenkt mehr vom Frundsberg-Standbild ab, mit dem sich die Stadt ganz klar auch weiterhin zu ihrer Vergangenheit bekennt. Das zurückhaltende Wellblech ist dagegen ein deutlicher Verweis auf das Industriezeitalter, in dem ja auch Mindelheim längst angekommen ist.

Fenster sind übrigens mit Absicht nicht vorgesehen. Schließlich sparen die neuen LED-Lampen so viel Energie ein, dass sie auch den ganzen Tag brennen können. In der filigranen Gestaltung der Fassade lehnt sich der Architekt an das aktuelle Großvorhaben der Firma in der Allgäuer Straße an. Das Werksgelände dort gleicht schon seit Jahren einer Architekturausstellung mit Exponaten, die auch die begabtesten und fantasievollsten Baumeister staunen lassen. Höchste Zeit also, dass wenigstens ein kleiner architektonischer Glanzpunkt seine Strahlkraft auch in der Altstadt entfaltet.

Wahrscheinlich wird übrigens noch so viel Fassadenblech übrig bleiben, dass ein weiteres Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite ebenso aufgewertet wird wie das Rathaus. Als optisches Gegengewicht, sozusagen. (ulk)

Sie halten all das für groben Unfug? Dann schauen Sie mal auf Seite 37. Da gibt’s noch mehr davon.

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