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23.11.2007

Flagge zeigen gegen Gewalt an Frauen

Landkreis (jsto) - Auf dem Land, hat ein Forscherteam der Unis Augsburg und Hohenheim soeben herausgefunden, sind die Menschen zuversichtlicher als in den Städten. Aus anderen Untersuchungen weiß man: Landbewohner sollen auch glücklicher sein.

Aber wie das eben so ist mit Statistiken: Anlass, ein generell rosarotes Bild vom Landleben zu malen, gibt es wenig. Zum internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen", der am 25. November begangen wird, machte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Ulrike Klotz, auf die nach wie vor hohe Zahl häuslicher Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Im Jahr 2005 - neuere Zahlen liegen nicht vor - hatten sich 163 Frauen aus Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu hilfesuchend an die Polizei gewandt, weil sie Opfer männlicher Gewalt geworden waren. Die Dunkelziffer dürfte deutlich größer sein.

Dabei hat Gewalt viele Gesichter: körperliche Angriffe, sexuelle Übergriffe, Nötigungen und Erniedrigungen, psychische Gewalt. Zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt die häusliche Gewalt, betont Ulrike Klotz. In der Regel seien Frauen in einer Partnerschaft betroffen.

Kontaktverbot kann mit Hilfe des Gerichts erwirkt werden

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Der Gesetzgeber hat im Jahr 2002 reagiert und die Rechte von Opfern häuslicher Gewalt verbessert. So können nun Betroffene mit Hilfe von Gerichten durchsetzen, dass sie in der gemeinsamen Wohnung bleiben können und der oder die prügelnde Partner/-in diese verlassen muss. Auch ein Kontakt- und Näherungsverbot oder das Überlassen der Wohnung kann mit Hilfe des Gerichtes erwirkt werden, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Im Landkreis Unterallgäu und in der Stadt Memmingen gibt es den runden Tisch "Häusliche Gewalt". In ihm haben sich verschiedene Behörden und Einrichtungen miteinander vernetzt. Mit dabei sind das Landratsamt und die Stadt Memmingen jeweils mit der Gleichstellungsstelle und dem Jugendamt, das Frauenhaus Memmingen, die Polizeiinspektionen Memmingen, Mindelheim und Bad Wörishofen, das Amtsgericht Memmingen, der Anwaltsverein, die Erziehungsberatungsstellen, der Weiße Ring, das Sozialpädiatrische Zentrum am Klinikum Memmingen und der Kinderschutzbund. Oberstes Ziel ist ein verbesserter Opferschutz.

Eine neue Idee: das Interventionsmodell

Eine neue Idee wird derzeit verwirklicht: Das Interventionsmodell. Gemeint ist, wie Klotz erläutert, dass eine Frau, die sich bei der Polizei wegen häuslicher Gewalt meldet, auf Wunsch den Kontakt zu einer oder einem Sozialpädagogen/-in vermittelt bekommt. Diese Fachfrau nimmt Kontakt auf, um Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Der runde Tisch hat ein Faltblatt zum Gewaltschutzgesetz herausgegeben. Dieses kann beim Landratsamt Unterallgäu, Gleichstellungsstelle, angefordert werden.

Am Internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" am 25. November soll Bewusstsein für die Nöte von Frauen geschaffen werden, die Opfer von Gewalt geworden sind.

In vielen Städten und Gemeinden, so am Landratsamt Unterallgäu, werden Fahnen als Zeichen gegen die Gewalt gehisst.

Hilfe: Im Internet unter www.stmas.bayern.de/gewaltschutz; Hilfe für Frauen in Not bietet auch das Frauentelefon (Montag bis Donnerstag 9 bis 12 und 18 bis 21 Uhr) 08341/101010 und das Frauenhaus Memmingen 08331/4644.

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