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Flugzeugunglück in den Alpen: Wie und wann berichten?

Flugzeugunglück in den Alpen: Wie und wann berichten?
Kommentar Von Johann Stoll
29.01.2019

Beim Flugzeugunglück in den Alpen starb auch ein Pfaffenhausener Ehepaar. Redaktionsleiter Johann Stoll erklärt, wie die MZ bei der Berichterstattung vorging.

Dieses Unglück geht allen unter die Haut. Am Freitag ist es in den italienischen Alpen zu einem folgenschweren Hubschrauberabsturz gekommen. Ein Kleinflugzeug hatte einen Helikopter mit Urlaubern erfasst, der auf dem Weg in Richtung Berggipfel unterwegs war, um Skifahrer abzusetzen. Sieben Menschen starben in den Trümmern. Eine furchtbare Tragödie ist das für die Angehörigen und Freunde der Familien.

In Pfaffenhausen hat sich die Vermutung rasch verbreitet, es könnten in dem Hubschrauber auch die Eheleute Jakob gesessen sein. Es war zunächst nur ein Gerücht, das offizielle Stellen weder bestätigen noch dementieren wollten. Wie also sollten wir als Lokalzeitung darüber berichten?

Schon am Sonntag gab es Hinweise, dass Unterallgäuer unter den Todesopfern waren

Die MZ-Lokalredaktion hat ausschließlich gesicherte Informationen weitergegeben. Am Sonntag lagen uns zahlreiche Hinweise vor, dass unter den sieben Todesopfern auch zwei Unterallgäuer waren. Das haben wir in der Montagsausgabe in unserer Zeitung im überregionalen Teil sehr zurückhaltend berichtet, weil wir immer noch die vage Hoffnung hatten, die Pfaffenhausener könnten unter den Verletzten sein. Im Lokalteil haben wir bewusst auf einen Bericht verzichtet, weil nicht mit absoluter Sicherheit zu verifizieren war, ob die Opfer tatsächlich aus dem Raum Mindelheim waren.

Gestern Mittag war alles Hoffen vergebens. Ingrid und Christoph Jakob sind bei dem Absturz ums Leben gekommen. Erst als das zweifelsfrei feststand, hat die Zeitung berichtet. Grundsätzlich gilt für uns in solchen Unglücksfällen aus Rücksicht auf die betroffenen Familien: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.

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