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Flüchtlinge in Bad Wörishofen

12.05.2015

Fremden eine Heimat geben

Vom Unterstützerkreis initiiert wurde ein Stricknachmittag für die syrische Familie. Zu sehen sind (von links) Evelyn Mahler, Zarah Heidari, Angelika Beck, Sarhonar Chejidai mit Baby Hama, Mojgan Haidari und Nafisah Jousafij.
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Vom Unterstützerkreis initiiert wurde ein Stricknachmittag für die syrische Familie. Zu sehen sind (von links) Evelyn Mahler, Zarah Heidari, Angelika Beck, Sarhonar Chejidai mit Baby Hama, Mojgan Haidari und Nafisah Jousafij.
Bild: Helmut Bader

Immer mehr Menschen engagieren sich beim Asyl-Unterstützerkreis. Sie haben erreicht, dass manche Asylbewerber arbeiten können. Im Mai ziehen erstmals unbegleitete Jugendliche ein

Eigentlich wollen sie gar nicht so sehr in die Öffentlichkeit gebracht werden. Doch bei diesem Einsatz ist Bescheidenheit fehl am Platze. Die Rede ist vom „Ökumenischen Unterstützerkreis Asyl“, der sich in der Kneippstadt nun schon seit mehr als einem Jahr intensiv um die Flüchtlinge kümmert. Sie kommen aus vielen unterschiedlichen Ländern und haben meist Schlimmes erlebt.

Da sind einmal die große Familie aus Afghanistan, die Familie aus Syrien und nicht zuletzt die vielen jungen Männer aus Nigeria, Somalia, Erithräa, Mali oder dem Senegal, die hier versuchen wollen, sich ein neues Leben aufzubauen. Fast 40 Mitglieder haben sich zusammengefunden, um diesen Menschen etwas Hoffnung und ein einigermaßen gutes Leben unter ohnehin schwierigen Bedingungen zu ermöglichen. Für einige aus dem Asylkreis ist die Hilfe dafür schon fast zu einer Lebensaufgabe rund um die Uhr geworden. Andere bringen sich sporadisch je nach Bedarf auf unterschiedliche Weise ein.

Alle paar Wochen trifft sich der Unterstützerkreis, um sich auszutauschen, neue Projekte zu besprechen oder Lösungen für verschiedene Themen zu erörtern. Immer wieder stoßen neue Mitglieder dazu, wie jetzt bei der jüngsten Sitzung unter der Leitung von Gemeindereferent Filip Bäder. Mit dabei waren aber auch Sarah Dillmann von der Flüchtlingsberatungsstelle der Caritas, Karin Donath, die neu als Ansprechpartnerin des Rathauses fungiert und Ilse Erhard als Sozialreferentin und Integrationsbeauftragte des Stadtrates. Über die Rummelsberger Stiftungen mit dem neuen Heim für unbegleitete Jugendliche im früheren Haus Austria wurde dabei auch gesprochen. Die Jugendlichen werden wohl Mitte Mai in Bad Wörishofen eintreffen.

Neben dieser Unterkunft gibt es in der Kneippstadt mehrere dezentrale Unterkünfte, die vom Landratsamt aus geführt werden, während demnächst auch noch die „Zentrale Aufnahmeeinrichtung“ ihren Betrieb aufnehmen wird, für die der Bezirk Schwaben zuständig ist. Gerade die dezentrale Unterbringung und eben vor allem die Arbeit des Unterstützerkreises dürften maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Zusammenleben mit den derzeit fast 80 Flüchtlingen in der Stadt weitgehend unauffällig vonstatten gegangen ist. Zur Arbeit des Kreises gehören dabei vor allem der Deutschunterricht im evangelischen Gemeindezentrum, die Hilfe bei Behördengängen oder beim Arzt, die Einzelhilfe bei den Familien und vieles mehr. Hilde Klein und Angelika Beck stehen hier zusammen mit Filip Bäder Rede und Antwort.

Vieles wurde dabei auch schon erreicht. So arbeitet Bamori Keita bereits seit einigen Monaten auf der Ein-Euro-Basis im Bibelgarten der evangelischen Kirche mit. Da er demnächst eine Ausbildung in einem Malerbetrieb aufnehmen darf, sollen ihm im Bibelgarten drei junge Männer aus Eritrea nachfolgen. Die jungen Männer sind meist froh, wenn sie auf diese Weise der Langeweile entkommen können. Allerdings dürfen solche Jobs aber nur Gemeinden oder caritative Einrichtungen anbieten. Regelmäßig trifft sich die syrische Familie zu einem Stricknachmittag bei Evelyn Mahler und Angelika Beck. Gesprochen wurde jedoch erneut über die Möglichkeiten zu einem Fahrradunterricht, über Versicherungsfragen oder über die Unterstützung durch Kleiderspenden. Hier wurde betont, dass solche Spenden nicht direkt in den Unterkünften abgegeben werden sollen. Besser sei es, Spenden bei der Caritasstelle in der Kemptener Straße, beim Roten Kreuz oder bei der Aktion Hoffnung abzuliefern. Letztendlich wurde noch beschlossen, dass der Name „Unterstützerkreis Asyl“ beibehalten werden soll. An Arbeit dürfte es diesem auch die nächste Zeit nicht mangeln, denn die Chancen, dass die Zahl der Asylbewerber eher noch zunimmt, ist durchaus gegeben.

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