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Mindelheim

03.07.2018

Frundsbergfest: Ein Abenteuer aus dunklen Zeiten

Auch in kriegerischen Zeiten geht es im Landsknechtlager durchaus mal fröhlich zu. Auch das ist im Stück „Die Marketenderin“ zu sehen.
Bild: sid

„Die Marketenderin“ erlebt auf der Bühne manchen Rückschlag. Doch der Humor kommt in dem Theater nicht zu kurz.

Endlich zu Hause im „Bären“ in Mindelheim. Gundi (Susanne Schäffeler), die in den vergangenen Jahren eine selbstbewusste Marketenderin geworden ist, hofft auf eine Versöhnung mit ihrem Vater, dem Wirt. Immerhin, sie schaffte zusammen mit Kathl (Paula Schäffeler), einer jungen Marketenderin, den weiten Weg nach Mindelheim.

Wie viel haben sie erlebt, gemeinsam Freude und Leid geteilt. Gret aus Kaufbeuren war bei einer waghalsigen Belieferung der kaiserlichen Besatzung von Bassano ums Leben gekommen. Gundi erbt deren Karren und Besitz, doch der wurde ihr von Wegelagerern und Dieben genommen. Nun steht sie da, hat nur noch eine einfache Karre für ihr geringes Hab und Gut, und möchte wieder in Mindelheim bei ihrem Vater zu Hause sein. Doch der wirft sie erneut hinaus. Eine Marketenderin? Nein! Er hat Angst um seinen guten Ruf. Da hilft alles Bitten nichts. So nimmt sie ihr Schicksal wieder in die eigenen Hände und macht sich mit Kathl und ihren befreundeten Landsknechten und Beschützern Mang Bregitzer (Alois Hoyer) und Bertl (Alexander Möhrle) auf zum Württemberger Krieg.

Die Akteure bauen immer wieder eine neue Kulisse für das Frundsbergfest-Stück

Es sind die düsteren Bilder des kriegerischen Mittelalters, die diese Geschichte von Reinhard Baumann erzählt. Roland Peter hat das Stück „Die Marketenderin“ als Regisseur auf die Bühne ins Stadttheater Mindelheim gebracht. Der dunklen Zeit angepasst ist auch die Beleuchtung, die sehr spärlich die Bühne erhellt. Die Akteure bekommen nach jeder Szene spontan kräftigen Applaus vom Publikum. Und sie sind es auch, die immer wieder ein neues Bühnenbild und eine neue Kulisse bauen. Da fehlt selbst der Karre ziehende Esel nicht, natürlich auch von zwei Schauspielern im entsprechenden Gewand dargestellt. Es gibt so manche humorvolle Szene. Die Dramatik des Kriegsgeschehens gerade um Marketenderinnen und Landsknechte kommt jedoch deutlich zum Ausdruck.

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Altlandrat Haisch und Bürgermeisterin Schmalholz sind von dem Theater in Mindelheim begeistert

Und das Publikum? Teilweise passend zum Frundsbergfest in prächtige Gewänder gekleidet, haben sie Mühe, sich mit so viel Stoff in die Sitze zu zwängen. Unter ihnen ist Altlandrat Hermann Haisch in vollem Ornat eines Landvogtes. Er hatte das Stück noch nicht gesehen und sagt: „In früheren Jahren durfte ich selbst in verschiedenen Aufführungen immer wieder mitspielen. Es ist gar nicht so einfach für die Darsteller. Mir gefällt es sehr gut.“

Karin Schmalholz, Bürgermeisterin von Apfeltrach, fand: „Es war früher eine schlimme Zeit. Ich freue mich, dass ich heute und jetzt lebe. Das Stück gefällt mir.“ Damit waren sie beide nicht alleine, davon zeugte bei der zweiten Aufführung die Begeisterung der zahlreichen Gäste im Stadttheater.

Termin Einmal noch wird „Die Marketenderin“ gespielt, und zwar am Mittwoch, 4. Juli, um 19 Uhr im Stadttheater Mindelheim.

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