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Mindelheim

07.07.2018

Frundsbergfest: Ein Konzert, das aus dem Rahmen fällt

Das Mindelheimer Gambenconsort, das Duo Zweierley und „Legno sonoro“ (von links) musizierten gemeinsam im Refektorium des Heilig-Kreuz-Klosters
Bild: Gutmann

Drei Musikgruppen geben während des Frundsbergfests in Mindelheim ein im wahrsten Sinne des Wortes bildschönes Konzert.

Ein ausverkaufter Saal und Wartende, die darauf hoffen, doch noch einen Platz zu ergattern. So ein Anklang freut Künstler und Veranstalter. „Eine ganz besondere Nacht mit lebenden Gemälden aus der Renaissancezeit“ versprach das Frundsberg-Festprogramm und die, die in den Genuss des Konzertes mit drei Musikgruppen kamen, wurden nicht enttäuscht. Im üppig mit Stuck und Gemälden dekorierten Refektorium des Heilig-Kreuz- Klosters saßen Musiker hinter großen Holzrahmen getrennt in drei Gruppen. Die fünf Musikerinnen des ersten „Gemäldes“ gehörten zum Mindelheimer Gambenconsort. In der Mitte saßen Jens und Thomas Öller aus Unteregg, genannt „Duo Zweierley“ und im rechten Bild musizierten Alexandra Aßmann, Veronika Vogt und Carola Bodanowitz als „Legno sonoro“. Letztere gehörte aber auch ins erste Bild und sie war die Einzige, die aus einem Gemälde herauswanderte, den Männern in der Mitte zuwinkte, um dann im nächsten Bild zum Instrument zu greifen.

Musikgruppen aus Mindelheim und dem Unterallgäu waren beteiligt

Im linken Bild dominierten, wie der Name der Musikformation schon sagt, die Gamben. „Die Gambe ist eine Urform der Geige“ erklärte Werner Hörmann. Zwar ist er selbst Musiker, doch an diesem Abend nur Zuhörer. Seine Tochter Clara und auch seine Frau Michaela spielen beim Gambenconsort.

Das Duo Zweierley spielte Gitarrenlaute und verschiedene Holzblasinstrumente, sang in Deutsch, Italienisch, Französisch oder Lateinisch. Ihre frechen Sprüche lockerten das Programm immer wieder auf und sorgten für Heiterkeit.

Das Konzert gehört zum Programm, das während des Frundsbergfestes unter der Woche stattfindet

Im rechten Gemälde dominierten die Harfen: gotische Harfe, chromatische Harfe oder moderne Pedalharfe. Carola Bodanowitz griff dazu zu einem wohlklingenden Blasinstrument, der Saxonette, und zupfte auch die langgezogene, geschwungene Dulcimer. Wurde in einem Gemälde gesprochen, gesungen oder musiziert, erstarrten die Figuren in den anderen Gemälden, nur zuletzt spielten alle zusammen und Carola Bodanowitz holte den Vorsitzenden des Frundsberg-Festringes, Norbert Sliwockyj aus dem Publikum. Er durfte, historisch gewandet wie er war, quasi als Dekoration auf dem im ersten Bild verwaisten Stuhl sitzen, denn Carola spielte gerade wieder rechts bei Legno Sonoro. Von getragen melancholisch bis quirlig, frisch und frech wurde eine unterhaltsame, vielseitige Auswahl an Renaissancemusik vorgetragen und außer für die Ohren gab es auch für’s Auge genussvolle Momente an diesem warmen Sommerabend beim Frundsbergfest.

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