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Mindelheim

08.07.2018

Frundsbergfest: Lehrreiche Reise in die Vergangenheit

Professor Günther Kronenbitter von der Uni Augsburg und Juniorprofessor Mirko Uhlig aus Mainz leiteten eine Exkursion mit Augsburger Studenten, die das Frundsbergfest aus Sicht der Wissenschaft betrachteten.
Bild: Schlegel

Studenten aus Augsburg nehmen das Mindelheimer Frundsbergfest genau unter die Lupe.

Eine Frundsberg-Veranstaltung ganz anderer Art fand kürzlich in Mindelheim statt: Ein Geschichtskurs der Universität Augsburg unternahm eine Exkursion nach Mindelheim, um sich mit der Nachstellbarkeit von Geschichte im Rahmen historischer Feste auseinanderzusetzen. Der Fachbegriff dafür lautet Reenactment, zwei Professoren waren dabei, Professor Dr. Günther Kronenbitter aus Augsburg und Professor Mirko Uhlig aus Mainz. Organisatorin vor Ort war Studentin Sophie Flickschuh aus Dirlewang, die derzeit an ihrer Bachelorarbeit über eben dieses Thema schreibt (wir berichteten).

Flickschuh hielt einen Vortrag über Frundsberg, um einen Einblick in die Historie zu geben. In Anschluss stellte sie die Geschichte des Festes vor. Interessant dabei ist, dass das Fest natürlich den jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen unterworfen ist und dementsprechend auch unterschiedliche Schwerpunktsetzung sowie Bedeutung für die Beteiligten und die Veranstaltungsstadt habe. Grundsätzlich dienen solche historischen Feste der Identitätsstiftung und der Gemeinschaftsbildung, doch die Ausprägung und Intensität sind jeweils unterschiedlich stark.

Sophie Flickschuh hat ihre Bachelorarbeit über das Mindelheimer Frundsbergfest geschrieben

Flickschuh stellte auch ihre Arbeit vor, wo es vor allem darum geht, welche Bedeutung das Fest für die Mitwirkenden hat. Geschichte wird dann ungeheuer lebendig, weil sie ja plötzlich durch die Augen der Gegenwart erlebt wird. So kam Flickschuh zu dem Ergebnis, dass die Akteure beim Frundsbergfest in der Mehrheit in diese Tradition hineingeboren werden.

Frundsbergfest: Lehrreiche Reise in die Vergangenheit

Die Authentizität der Kostüme, aber natürlich auch der Spaß und das gemeinsame Erleben sind für die Beteiligten die Hauptargumente, sich immer wieder alle drei Jahre zu engagieren. Dabei beeinflussen die Vorbereitungen für das Fest alle Lebensbereiche über Monate das Leben, so Flickschuh.

Professor Mirko Uhlig, Volkskundler von der Universität Mainz, der sich mit dem Thema Reenactment auseinandersetzt, erzählte von seinen Forschungen über die Wechselwirkung von solchen Festen und den Mitwirkenden. Ihn habe interessiert, was mit den Menschen passiert, wenn sie etwa eine Schlacht nachstellen, deshalb habe er selbst an einer mitgewirkt. Werden private Gespräche geführt in Wartephasen? Oder schlüpfen die Akteure ganz in ihre Rolle? Das, so Mirko Uhlig, unterscheide sich von Teilnehmer zu Teilnehmer.

Auch Frundsbergfest-Teilnehmer waren beim Vortrag in Mindelheim dabei

Flickschuh hatte eigens für die Exkursion des Geschichtskurses Mitwirkende des Festes eingeladen: Rudolf und Waltraud Engel (beide bei der Stadtwache) und Markus Knauer (Landsknechte). Die drei standen den interessierten Studenten Rede und Antwort.

Im Anschluss tauchte die Gruppe ein in das Mindelheim der Renaissance – bei einer Stadtführung zum Thema „Frauen im Mittelalter“, der „Schlacht von Peutelstein 1511“ auf der Schwabenwiese und natürlich einer Lagerbesichtigung im Altstadtfest – ganz nach dem Motto: Geschichte erleben.

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