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Unterallgäu

22.06.2018

Für die Eschen im Unterallgäu besteht noch Hoffnung

Förster Marcel Lyschik riet den Waldbesitzern zum Blick in die Höhe, um das Eschentriebsterben zu erkennen.
Bild: Diebolder

Ein Pilz bedroht die Bäume im Unterallgäu, doch nicht alle sterben daran

Unterallgäu Die Hoffnung nicht aufgeben bei der Esche, rieten die Förster beim Waldbegang der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Mindelheim in Tussenhausen. „Nur keine Panik“ war der Rat des Zweiten FBG-Vorsitzenden Johann Weber an alle Waldbesitzer.

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Auf dem nassen Ackerstandort pflanzte vor 25 Jahren die Familie Bertelmann aus Türkheim mehrere Baumarten, darunter Eschen. Sie waren Mittelpunkt des Abends, denn seit 2008 gräbt sich ein Pilz aus Asien, „das falsche weiße Stengelbecherchen“, in das Holz ein.

Revierleiter Marcel Lyschik und Forstbereichsleiter Rainer Nützel erklärten, wie das Eschentriebsterben vonstatten geht. Über die Blätter lässt der Pilz vor allem Jungbäume absterben. Die geschwächten Pflanzen werden zudem vom Hallimasch, einem Wurzelpilz, angesteckt. Auch der Eschenbastkäfer, ähnlich dem Borkenkäfer, kann dann den Baum schädigen.

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Lyschik unterteilte die Schäden in drei Kategorien und riet, vor allem an Straßenrändern, die Standorte zu kontrollieren. Die Besitzer hätten eine Verkehrssicherungspflicht. Gerade im Sommer seien die befallenen Pflanzen sichtbar. Gesund aussehende Bäume sollten auf jeden Fall stehen bleiben. Sie hätten genug Widerstandskraft und damit eine Chance zu überleben. Im Jungbestand neige ein starker Befall zu Verbuschung und schnellem Absterben. Hier empfahl der Förster eine Neukultur, etwa mit Roterle anzulegen. Im Altholz seien die lichter werdenden Kronen zu erkennen. Die Bäume hätten kaum mehr Zuwachs. Wenn möglich sollte dieses Holz nach Bedarf geschlagen werden. Größere Stämme könnten durchaus gut vermarktet werden.

Auch der Bestand von Adalbert und Brigitte Bertelmann zeigte Lücken. Sie haben bereits gehandelt und Weißtannen gepflanzt.

In Tussenhausen wurden die Probleme angesprochen

Vor Ort erkannten die Besucher, wie akut und aktuell das Thema ist. Aber wie geht es weiter?. Nachdem bis zu zehn Prozent der Eschen sich tolerant zeigen, können die Waldbesitzer hoffen, dass sie, ähnlich wie vor Jahren die Erlen, diese Herausforderung überstehen. „Die Baumart ist zu wichtig“, sagte Nützel und riet, der Esche beizustehen.

Vor größeren Aktionen, so die Referenten, sollte man auf jeden Fall Rücksprache halten mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Im Vorfeld könnten die Förster eine Strategie für den Wald entwickeln. Ebenso gebe es Möglichkeiten zur finanziellen Hilfe.

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