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Feierstunde

15.09.2015

Für ihre Tafel kämpft sie wie eine Löwin

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Gisela und Karl Auwärter aus Bad Wörishofen freuen sich über das Brot, das Andrea Bunk ihnen verkauft hat. Der Erlös aus der Aktion kommt der Tafel zugute.

Seit zehn Jahren organisiert Ilse Westphal Lebensmittel und andere Hilfen für bedürftige Mitbürger

Zahlreiche Ehrengäste, Mitglieder, Sponsoren, Lieferanten und Freunde der Tafel waren herbeigeeilt, um ihrer Hochachtung Ausdruck zu geben, für eine der wichtigsten sozialen Institutionen in der Kurstadt. Zehn Jahre Bad Wörishofer Tafel, sei „mitnichten“ ein Grund zum Feiern, begann Ilse Westphal, die Vorsitzende des Tafelvereins, ihre Begrüßungsrede und begründete ihre Einstellung auch gleich: „Es wäre uns doch allen lieber, es müsste unsere Einrichtung gar nicht geben. Doch erst in dieser Woche haben sich 15 junge deutsche Familien mit Kindern neu angemeldet!“ Deshalb bat sie innerhalb ihrer Dankesworte an die Gäste auch gleichzeitig „angesichts der steigenden Not um Ihr fortdauerndes Wohlwollen“. Sie und ihr Team hielten es mit dem Leitspruch von J. F. Kennedy: „Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, fragt lieber, was Ihr für Euer Land tun könnt“.

Und genau aus diesem Grund hatten Ilse Westphal und ihre fleißigen Helferinnen und Helfer es sich wahrlich verdient, dass sie mit einem würdigen, gelungenen Festakt geehrt und gefeiert wurden. Dazu war auch der ehrenamtliche Länderregionalvertreter Bayern-Mitte des Bundesverbandes der Deutschen Tafeln Klaus Tenbrink angereist. Schirmherr und Altbürgermeister Klaus Holetschek hatte einen kleinen weißen Porzellanlöwen als Geschenk im Gepäck, da die Tafelleiterin ja immer kämpfe „wie eine Löwin“. Die wiederum äußerte sich später bescheiden dazu, dass inzwischen eigentlich ihre stellvertretende Leiterin Jana König „den Laden schmeißt“.

Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter überbrachte Glückwünsche mit einem von Landrat Hans-Joachim Weirather signierten Buch über die Region. Bürgermeister Paul Gruschka übergab Blumen mit herzlichen Dankesworten an Ilse Westphal und lobte deren „Stil- und Treffsicherheit“ bei der Entscheidung, das Jubiläum im hauseigenen Café zu begehen. Bei den einzelnen Gründungsmitgliedern bedankte sich Gruschka für deren großes Engagement und übergab jedem ein Kneipp-Buch „So sollt Ihr leben“. Er betonte, dass Not, Armut und Bedürftigkeit auch in unserem reichen Land zu Hause seien und dass das soziale Netz an manchen Stellen Lücken habe. „Daran dürfen wir uns nicht gewöhnen“, mahnte er in seiner beeindruckenden Rede und schloss mit den Worten: „Meine Unterstützung haben Sie und ich glaube, dies auch im Namen der Stadt Bad Wörishofen aussprechen zu dürfen.“

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Pfarrer Thomas Rimmel überbrachte einen Spendenscheck in Höhe von 2000 Euro und Pfarrerin Andrea Diederich überraschte Ilse Westphal mit einem selbstgemalten Bild. Die beiden Geistlichen zelebrierten ihren Segen und beteten gemeinsam mit den Anwesenden. Bei der Textstelle „Unser tägliches Brot gib uns heute…“ wurde doppelt klar, welch tiefer Sinn hinter der Arbeit der Bad Wörishofer Tafel steckt. Da freute es, dass beim Angebot des vier Meter langen Roggenmischbrotes, das stückweise auf Spendenbasis erworben werden konnte, heftige Kauflust aufkam.

Bei den geehrten Gründungsmitgliedern handelt es sich um Christa Horn (Sortierung), Hilmar Rath (Vorstand und Schatzmeister), Elfriede Einsiedler (Sortierung), Marlies Mucks (Tafelcafé), Reinhold Immerz (Fahrdienst), Gertraud Holzer (Fahrdienst u. Café), Regina Besch (Öffentlichkeitsarbeit), Gertrud Markter (Ausgabe), Ilse Westphal (Gründerin) und Klaus Holetschek (Schirmherr). Musikalisch passend umrahmt wurde die Feier im Tafel-Café von der Gruppe „Da Capo“.

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