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Tradition

07.03.2019

Funken, die den Winter vertreiben

Mit dem Funkenfeuer soll der Winter vertrieben werden. An diesem Wochenende brennt es vielerorts wieder.

Am Wochenende brennen wieder die „Mindlfuir“. Sie haben eine lange Geschichte

Wenn am ersten Fastensonntag im Jahr das Feuer in einigen Unterallgäuer Gebieten lodert, bricht die Fastenzeit an. Die Bürger errichten aus alten Weihnachtsbäumen, Paletten und Holzbrettern einen großen Haufen, der dann am Abend angezündet wird. An der Spitze über dem Holzstoß thront die Funkenhexe. Die Strohpuppe trägt meist ein Kopftuch und eine Kittelschürze und stellt sinnbildlich den Winter dar. Mit diesem Szenario soll keinesfalls eine Hexenverbrennung nachgestellt werden, sondern vielmehr ist die Hexe ein Symbol für Kälte und Schnee, die dann mit dem großen Feuer vertrieben wird.

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In unseren Regionen spricht man aber nicht unbedingt von einem Funkenfeuer. Oft fällt das Wort „Mindelfuir“, was Rückschlüsse auf das Mindeltal zu lässt. In Pfaffenhausen wurde das letzte Mindelfeuer in den Aufzeichnungen im Buch „Deutsche Gaue“ im Jahr 1883 oder 1884 erwähnt. Der damalige Pfarrer Josef Wiedemann hat ihm danach sprichwörtlich „den Garaus gemacht“.

Die Pfaffahauser Wasastecher haben sich der traditionsreichen Aufgabe schon seit vielen Jahren angenommen und nun wird in der Marktgemeinde wieder das große Feuer entzündet. In Loppenhausen ist es der Junggesellenverein, der jedes Jahr das Funkenfeuer organisiert.

Funken, die den Winter vertreiben

Auch in Dirlewang findet das Mindelfuir im zweijährigen Rhythmus durch den Heimatdienst und den Elternbeirat der Grundschule statt. In den 30er Jahren hörte der Brauch plötzlich auf. Ein Grund ist in den Aufzeichnungen nicht zu finden. Der damalige Rektor Helmut Miller und Lehrer Alfred Walter erweckten das Spektakel mit Schule und Heimatdienst rund um den Galgenberg nach 50 Jahren wieder ins Leben und seit 28. Februar 1982 gehört es zur festen Tradition. Dazu sammeln die Kinder mithilfe der Eltern und dem Spruch „A Scheit, a Scheit, dass a groaß Fuir geit“ viel Brennmaterial. Mit Fackeln gerüstet, ziehen dann die Bürger am Funkentag auf den Galgenberg. Was dabei nicht fehlen darf, sind die lodernden Feuerscheiben, die den Hang hinabsausen und ein imposantes Bild abgeben. (müsa)

Funkenfeuer in der Region finden statt am Samstag, 9. März, um 18 Uhr in Pfaffenhausen, nördlich der Ziegeleistraße und um 18.30 Uhr in Loppenhausen (Treffpunkt Feuerwehrhaus) sowie Sonntag, 10. März um 18.30 Uhr in Dirlewang (Treffpunkt Edeka-Parkplatz).

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