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Bad Wörishofen

15.10.2019

Fußgängerzone: Wer darf rein, wer nicht?

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Fußgängerzone – aber nicht nur. Auch Anwohner und Lieferanten dürfen in Bad Wörishofens gute Stube einfahren, allerdings nur zu bestimmten Zeiten.
Bild: Markus Heinrich

Fahrzeuge in der Fußgängerzone von Bad Wörishofen sind ein Problem. Die Polizei zeigt verstärkt Präsenz. Derweil wird eine Änderung der Einfahrzeiten geprüft.

Mit einem Streifenwagen in die Fußgängerzone: kein Problem. Mit allen anderen Fahrzeugen sieht das schon anders aus. Für sie gelten strikte Regeln – und die werden nicht immer beachtet. Im Juni wurde in der Fußgängerzone ein drei Jahre alter Bub von einem Auto angefahren. Der Unfall passierte, als die Debatte um zu viel Fahrzeugverkehr in der Fußgängerzone in vollem Gange war.

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Genau aus diesem Grund hat die Polizei Bad Wörishofen sich beim länderübergreifenden Sicherheitstag am Dienstag mit Einsatzfahrzeugen und Infostand auch direkt am Denkmalplatz postiert, mitten in der Fußgängerzone. Dort sollte gestern eigentlich nach 9.30 Uhr kein Fahrzeug mehr vorbeikommen. Seit heute und bis zum 30. April gilt wieder die 10-Uhr-Grenze, so steht es auf den Schildern an den Eingängen zur Fußgängerzone. Aber auch kurz vor 11 Uhr rollten am Dienstag noch Lieferfahrzeuge durch den Fußgängerbereich am Wörthbach. Ärger mit der Polizei bekommen die Fahrer aber nicht, denn – und das ist neu – bis 11 Uhr drückt man derzeit ein Auge zu. Es gebe hier eine Absprache mit der Stadt, sagt Bad Wörishofens stellvertretender Polizeichef Michael Scheßl. Man überlege, die erlaubte Fahrzeit auf 11 Uhr auszuweiten.

Mit den Einfahrtzeiten in Bad Wörishofen gibt es ein Problem

Bad Wörishofens Ordnungsamtsleiter Jan Madsack erklärt auf Nachfrage, dass die geltende Regelung nicht mehr zu den Öffnungszeiten der Geschäfte in der Fußgängerzone passe. Wenn die Lieferanten die Fußgängerzone wieder verlassen müssen, haben mittlerweile viele Geschäfte noch nicht einmal geöffnet. Die Pakete vor den Ladentüren abzustellen, das sagt auch die Polizei, sei auch keine gute, weil unsichere Lösung. Madsack betont allerdings auch, dass derzeit noch keine Neuregelung spruchreif sei. Es gelten die bestehenden Schilder. Demnächst gebe es einen gemeinsamen Termin mit Bürgermeister Paul Gruschka (FW) und der Polizei, wo man das weitere Vorgehen besprechen wolle, kündigt Madsack an.

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Am Denkmalplatz berichtet Michael Scheßl, dass die Polizei zuletzt regelmäßig das Fahren in der Fußgängerzone überwacht habe. Unter anderem gab es auch einen gemeinsamen Einsatz mit der Bereitschaftspolizei. Dabei ging es auch um die Ausnahmegenehmigungen. Der Fahrer etwa, der mit seinem Auto den Dreijährigen angefahren hatte, besaß keine solche Ausnahmegenehmigung. Das Auto hätte also nicht einmal in die Fußgängerzone einfahren dürfen. Während Scheßl erzählt, rollt ein Auto mit auswärtigem Kennzeichen auf den Denkmalplatz zu, es ist deutlich nach 11 Uhr. Scheßl hält den Wagen an, der Fahrer hat keine Ausnahmegenehmigung. Scheßl zeigt dem Mann den schnellsten Weg in Richtung Hauptstraße, raus aus der Zone. Auf dem Heck des Wagens klebt ein Hinweis auf Schwerbehinderung. „Hier ist auch Fingerspitzengefühl gefragt“, sagt Scheßl. Dass überhaupt nicht bekannt ist, wie viele Ausnahmegenehmigungen für die Fußgängerzone im Umlauf sind, hat aber auch den erfahrenen Polizisten überrascht.

Wie viele Ausnahmegenehmigungen im Umlauf sind, ist nicht bekannt

Die Mindelheimer Zeitung hatte berichtet, dass es dazu im Rathaus keine Statistik gibt. Auch im Stadtrat war das Verkehrsproblem in der Fußgängerzone im Sommer bereits Thema, auch Bürger hatten der Polizei immer wieder Fotos von Fahrzeugen geschickt, die angeblich unerlaubt in der Fußgängerzone unterwegs waren. Beim länderübergreifenden Sicherheitstag ging es den Besuchern am Stand der Polizei Bad Wörishofen aber auch um andere Themen als um den Verkehr. Die Älteren sorgten sich vor allem um die persönliche Sicherheit. Von den Polizisten und Mitgliedern der Sicherheitswacht erfuhren sie, wie sie sich gegen Einbrecher oder Telefonbetrüger wappnen können. „Bei uns ist das mit den Telefonanrufen ganz schlimm“, berichtet eine 79-Jährige aus Augsburg. Ständig kämen solche Anrufe. Eine andere Besucherin, schon 85 Jahre alt, aus Singen, hat sich schon gewappnet. „Mein Sohn ist selbst bei der Polizei“, berichtet sie. „Mit ihm habe ich vereinbart, dass ich mitspiele, wenn jemand den Enkeltrick versucht, und wir die Täter dann erwischen.“

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