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11.03.2009

Geld floss in heimische Institute zurück

Unterallgäu (un) - Durch die Fusion der Raiffeisenbank Bad Grönenbach mit der Raiba Allgäuer Land hat sich die Zahl der selbstständigen Genossenschaftsbanken im Kreis auf vier Geldinstitute reduziert, berichtete der Kreisvorsitzende, Direktor Johann Weigele (Pfaffenhausen). Diese vier Banken könnten im Jahre 2008 auf eine erfreuliche Entwicklung zurückblicken und zahlten Dividende auf Vorjahreshöhe aus. Die Einlagen seien um 4,5 Prozent gestiegen, die Anleger wüssten also die hohe Qualität der Sicherheit bei den Genossenschaftsbanken zu schätzen. Zum Kreisverband der Genossenschaftsbanken gehören die VR-Bank Memmingen, die Genobank Unterallgäu, die Raiffeisenbanken Pfaffenhausen und Türkheim. "Unser Geschäftsmodell war ja in der Vergangenheit von einigen Großbanken belächelt worden", meinte der stellvertretende Vorsitzende Anton Jall (Mindelheim) bei seinem Rückblick. Nun habe man die alten Tugenden wieder entdeckt: Spargelder in den Gemeinden und Städten des Genossenschaftsbereiches zu sammeln und dort wieder in Form von Krediten auszuleihen. "Wir bleiben ein verlässlicher Partner, sei es bei Anlage oder Krediten", betonte Jall. Die Bankvorstände und Mitarbeiter würden ihre Kunden vor Ort kennen. "Bei uns gibt es keine Kreditklemme", sagte Jall mit Blick auf die aktuelle Situation, der allerdings trotzdem von einem derzeit schwierigen Umfeld sprach.

"Die Genossenschaftsbanken sind krisensicher, während Geschäftsbanen und öffentlich-rechtliche Landesbanken staatlicher Stützungsmaßnahmen bedürfen", meinte Jall nicht ohne Stolz und warnt: "Die vom Staat unterstützten Banken treten am Markt nun schon wieder mit überzogenen Kundenkonditionen auf, um Geld einzusammeln. Einige bieten für Sparanlagen höhere Zinsen, als sie im Rahmen von Baufinanzierungen bei den Kunden selbst durchsetzen können. Bei einem solchen Verhalten ist eine Ertragskrise unausweichlich!" Wohin dies führe, habe Island gezeigt, fügte Johann Weigele hinzu. Direktbanken böten, so die Direktoren, keine Ausbildungs- und Arbeitsplätze, keine Beratungskompetenz und würden auch keine Vereine und Sozialorganisationen vor Ort unterstützen.

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Die Warenbetriebe im Unterallgäu erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 52 Millionen Euro. Die Steigerung um 11 Millionen sei zum größten Teil preisbedingt. Mit 170 Mitarbeitern und einem Investitionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro seien die Raiffeisenwarenbetriebe mit ihren Märkten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Nahversorger.

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