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Politik in Stetten

25.04.2015

Gemeinde sucht Bürgermeister

Siegfried Jakob will nicht mehr Bürgermeister sein.
Bild: baus

Beide Rathauschefs in Stetten schmeißen hin. Ein Streit schwelte schon länger

Im Rathaus der Gemeinde Stetten kehrt keine Ruhe ein. Vier Wochen nachdem der Zweite Bürgermeister Markus Hofmann sein Amt niedergelegt hat, schmeißt jetzt auch der Erste Bürgermeister Siegfried Jakob (beide CSU/Unabhängige Bürger) hin. Bereits am Montag soll ihn der Gemeinderat entlassen, bis Ende April will er die Gemeinde noch führen. Als Grund für den überraschenden Ausstieg gibt Jakob gesundheitliche Gründe an.

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Wer die Gemeinde in Zukunft verwaltet, ist dabei noch völlig unklar. Sobald der Gemeinderat Siegfried Jakob entlässt, muss ein Stellvertreter bestimmt werden, um die Geschäftsfähigkeit der Verwaltung zu erhalten. „Es gibt einige Leute, die in Frage kommen“, sagt Noch-Bürgermeister Jakob. Ob sich jemand dazu bereit erklärt, wisse er aber nicht. Eine Rückkehr des ehemaligen Stellvertreters Markus Hofmann schließt Siegfried Jakob aber kategorisch aus. „Er ist ja aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Das wird sich nicht geändert haben“, meint er.

Hofmann wollte sich zu den aktuellen Entwicklungen nicht weiter äußern und verwies auf die berufliche Auslastung durch seine Tätigkeit im Mindelheimer Landwirtschaftsamt. Dass Hofmann und Jakob Differenzen hatten, gilt in der Gemeinde als offenes Geheimnis. Vor allem um die Aufteilung der Arbeitszeit habe es Streit gegeben. Die unterschiedlichen Auffassungen sollen auch ein Grund für Hofmanns Rücktritt vor vier Wochen gewesen sein. Der Gemeinderat stehe ohnehin schon länger nicht mehr geschlossen hinter Jakob, sagt Ratsmitglied Paul Huber. „Siegfried Jakob hat nicht genug für die Gemeinde gemacht, er war eigentlich nur donnerstags und freitags im Rathaus. So funktioniert das nicht“, findet Huber. Aus diesem Grund habe der ehemalige Bürgermeister Peter Schropp die ersten Monate nach Jakobs Wahl im Rathaus aushelfen müssen. Die Gemeinde Stetten verfüge außerdem über beste Infrastruktur wie den Autobahnanschluss, doch nichts sei seit der Wahl voran gegangen. Der neue Stellvertreter, der das Amt bis zur Wahl des neuen Bürgermeisters ausführen wird, muss ein Mitglied aus dem zwölfköpfigen Gemeinderat sein.

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Ob es für die Wahl, die 90 Tage nach Siegfried Jakobs Abtritt erfolgen soll, überhaupt Kandidaten gibt, ist noch unklar. Schon bei der Bürgermeisterwahl 2014 tat man sich schwer, Freiwillige für das Ehrenamt zu finden. Als einziger Kandidat stellte sich zunächst Robert Kopp (CSU) zur Verfügung. Kurz vor der Wahl ließ sich auch Siegfried Jakob auf die Liste setzen.

Der Grund: Robert Kopp kommt aus Erisried, die Stettener wollten lieber einen Bürgermeister, der aus der eigenen Ortschaft kommt. Also sprang Siegfried Jakob ein – und wurde prompt gewählt. Er setzte sich mit 52,8 Prozent der Stimmen hauchdünn gegen seinen Mitbewerber Robert Kopp durch, gerade einmal 37 Stimmen lagen zwischen den beiden Kandidaten. Über die neuesten Ereignisse zeigt sich Jakobs ehemaliger Konkurrent überrascht. „Das kommt sehr unerwartet für mich. Ich muss das nun erst einmal mit meiner Familie besprechen und die Entwicklungen abwarten“, sagte er hinsichtlich einer erneuten Kandidatur als Bürgermeister.

In Stetten überlegt man sogar, aus dem Ehrenamt eine Vollzeitstelle zu machen, um Kandidaten zu finden. Das würde die Gemeinde laut Paul Huber aber rund 100000 Euro pro Jahr kosten.

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