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Unterallgäu

02.06.2020

Gesundheitsämter: Personal in Corona-Hochphase verdreifacht

Um die Testkapazitäten zu erhöhen, hat das Gesundheitsamt in Mindelheim im April sogar einen „Corona-Drive-in“ eingerichtet.
Bild: Oliver Wolff

Plus Die Gesundheitsämter standen zuletzt besonders unter Druck: Sie testeten, beantworteten Fragen und verfolgten Infektionsketten. Auf welchen Wert es jetzt ankommt.

Es gibt nur noch wenige Allgäuer, die akut mit dem Corona-Virus infiziert sind. Insgesamt wurde der Covid-19-Erreger bei über 1450 Menschen in der Region nachgewiesen. Das geht aus den Angaben der Landratsämter, der Städte und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervor. Um zukünftig größere Ausbrüche zu vermeiden, hat der Freistaat einen Grenzwert bestimmt: Innerhalb von sieben Tagen darf es in den kreisfreien Städten und Landkreisen nicht mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern geben – ansonsten müsste vor Ort beispielsweise mit Beschränkungen eingegriffen werden. Wie bereiten sich die Gesundheitsämter darauf vor?

Die 7-Tage-Inzidenz bekommt das Unterallgäuer Landratsamt geliefert

Die Mitarbeiter der Unterallgäuer Behörde zum Beispiel melden weiterhin täglich neue Infektionsfälle an das LGL. „Wir bekommen dann die 7-Tage-Inzidenz geliefert“, sagt Eva Büchele vom Landratsamt. Wird der Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern erreicht, ist die Zeit für ein „Beschränkungskonzept“ gekommen, das der Landkreis ausarbeitet. So soll eine weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Ähnlich läuft es beim Landratsamt Oberallgäu ab. Das Konzept richte sich danach, wo der Ausbruch stattgefunden hat, erläutert Pressesprecher Andreas Kaenders. Ein Seniorenheim müsse anders bewertet werden als beispielsweise eine Ansteckungswelle bei einem touristischen Hotspot. „Wir müssen dann individuell reagieren“, sagt Kaenders. Hauptaufgabe des Gesundheitsamtes sei es nach wie vor, Infektionsketten zu verfolgen: „Wir haben kein Interesse daran, dass es wieder losgeht.“ Die Gesundheitsämter standen in den vergangenen Wochen unter einem hohen Druck.

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Das Landratsamt Unterallgäu hat in der Landsberger Straße 45 in Mindelheim eine Drive-in-Station für Corona-Verdachtsfälle eingerichtet. 100 Autos können pro Tag abgefertigt werden.
11 Bilder
Corona: So sieht der Drive-in in Mindelheim aus
Bild: Oliver Wolff

Deshalb haben die Landratsämter und Städte Mitarbeiter aus anderen Bereichen abgezogen. In Memmingen wurde das Personal in der Hochphase mehr als verdreifacht, um einen Zwei-Schicht-Betrieb an sieben Tagen pro Woche einzurichten, sagt Pressesprecherin Alexandra Wehr. Die Verstärkung kam zum Beispiel von der Volkshochschule oder aus dem Ordnungsamt. Viele Mitarbeiter seien inzwischen wieder an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückgekehrt. „Sollte eine zweite Welle kommen, fahren wir die Notfallstrukturen schnell wieder hoch“, sagt Wehr.

Immer noch wollen Bürger sich über Corona informieren

Mit Beginn der Corona-Pandemie wurden Bürgertelefone eingerichtet. Die Nachfrage hat nachgelassen, dennoch rufen laut den Behörden immer noch Menschen an – vor allem dann, wenn neue Regeln in Kraft treten. „Im März wollten viele noch wissen, wie man sich mit dem Virus ansteckt. Heute geht es eher darum, was erlaubt ist“, sagt Kaenders. Eine Herausforderung für die Ämter war es, mit der täglich neuen Lage umzugehen. „Jeder versucht, in seiner Sparte den Überblick zu behalten“, sagt Kaenders. Dies sei bei der Flut an Informationen, die auf die Behörden zukomme, nicht immer leicht.

Im Unterallgäu hat eine Juristin im Gesundheitsamt alle Regeln gesammelt und Übersichtslisten erstellt, damit jeder Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand ist.

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