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Einweihung

28.06.2018

Gleich mehrfach Grund zur Freude

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Die Anlage des Dominikus-Ringeisen-Werkes kann sich sehen lassen. Durch die Neubauten am Haus St. Elisabeth gleich dieses nun einem Hufeisen.

Das Ringeisen-Werk feiert die Sanierung des Hauses St. Josef und die Fertigstellung von St. Elisabeth

Am 28. August 1884 erhielt der Seelsorger Dominikus Ringeisen die Genehmigung zur Errichtung der Ursberger Anstalten. 1897 gründete er eine Schwesterngemeinschaft, die St. Josefskongregation. Es war der Anfang eines gigantischen Hilfsprojekts, dem seit Generationen Menschen mit Behinderung vieles zu verdanken haben. Heute wird das segensreiche Wirken vom Dominikus-Ringeisenwerk (DRW) fortgesetzt. Es ist in der Kreisstadt zwar erst seit zehn Jahren vertreten, kann aber auch hier schon mit eindrucksvollen Zahlen aufwarten. So wurden auf dem Areal des St. Josefsstifts immerhin zehn Millionen Euro investiert – was nun gefeiert wurde.

Nach einem Gottesdienst, bewegend umrahmt vom Gebärdenchor aus Ursberg, segneten Stadtpfarrer Andreas Straub und der evangelische Pfarrer Erik Herrmanns die Räume. Hans-Dieter Srownal, langjähriger stellvertretender DRW–Vorstandsvorsitzender, erinnerte sich an die Anfänge, nämlich einen Anruf der Klosterschwestern im Jahr 2006, in dem sie ankündigten, sich zurückziehen zu wollen. Mindelheim sei eigentlich nicht auf dem Plan gestanden, doch dann habe man „Feuer“ gefangen und in kürzester Zeit ein Heim für die unterschiedlichsten Behinderungen aufgebaut. Der jetzige Umbau von St. Josef sei durch die neuen gesetzlichen Vorgaben notwendig geworden. Mit der Zeit sei der Gedanke gereift, das ganze Areal zu nutzen. Das Ergebnis sehe man heute.

Auf den Umgang mit behinderten Menschen ging Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer ein: „Wir brauchen nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch humanen Fortschritt“, sagte er. Es gehe um Lebensqualität, Zusammenhalt und darum, wie man mit den Schwächeren umgehe. Stellvertretender Bezirkstagspräsident Alfons Weber stellte folgenden Leitgedanken in den Mittelpunkt: „Ziel der Politik muss sein: so viel Hilfe wie notwendig, so viel Selbstständigkeit wie möglich!“ Deshalb lobte er den Mix zwischen betreutem Wohnen und Heimunterbringung.

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Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter erinnerte an die lange Geschichte des Josefsstifts, das 1912 als Knabenerziehungsheim öffnete. Die Stadt sei froh gewesen, dass das Ringeisenwerk nach dem Weggang der Schwestern eingesprungen sei.

Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke stellte das 2016 verabschiedete Bundesteilhabegesetz in den Mittelpunkt, das er als die „größte Sozialreform der vergangenen Jahrzehnte“ bezeichnete. So würden bei der Eingliederungshilfe die Einkommen der Ehe- und Lebenspartner nicht mehr herangezogen. Bayern sei hier Vorreiter gewesen, er selbst als sozialpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe eng mit den Beratungen verbunden gewesen. In Zukunft sollen Menschen mit Behinderung noch freier entscheiden, wo sie leben möchten.

Konrad Merkl, Leiter des DRW im Unterallgäu, stellte die neuen Räumlichkeiten bei einem Rundgang vor. Sein Dank galt dem Architekturbüro Jakob aus Pfaffenhausen, das die schwierige Aufgabe hatte, die neuesten gesetzlichen Anforderungen umzusetzen, gleichwohl musste der Betrieb in St. Josef weiter gehen. Während der Umbauzeit wurden deshalb die neuen Räume in St. Elisabeth mitgenutzt.

Der Festtag wurde mit einem Tag der offenen Tür gefeiert, bei dem sich Besucher von den zweckmäßigen, modernen und hellen Räumen begeistern ließen.

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