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Tussenhausen

08.03.2018

Grasen unter Solarzellen

Im Tussenhausener Gemeinderat wurde über Schafe und eine Freiflächenphotovoltaikanlage diskutiert.
Bild: Melanie Lippl

Was in Tussenhausen Schafe mit einer Photovoltaikanlage zu tun haben.

Schafe und eine Freiflächenphotovoltaikanlage – darüber wird momentan im Tussenhausener Gemeinderat diskutiert. Korbinian Schwarzenbacher, ein Schäfer, über den auch die Mindelheimer Zeitung schon berichtet hat, möchte in Tussenhausen einen Stall für seine etwa 350 Schafe bauen. Dazu eine Maschinenhalle und einen Maschinenunterstand, einen Löschteich und eine Freiflächenphotovoltaikanlage. Doch genau die beiden letzteren Punkte sorgten im Marktgemeinderat Tussenhausen für Diskussionsstoff. Bereits vor der Sitzung war Bürgermeister Johannes Ruf mit einigen Mitgliedern des Gemeinderates vor Ort, um sich ein Bild zu machen.

Das kleinere Problem dabei: der Löschteich. Dieser reiche nach Ansicht von Marktgemeinderat

Alois Baur im Zweifelsfall nicht aus, um einen möglichen Brand im 3500 Quadratmeter großen Stall zu löschen. Aufgrund der Lage des Baugrunds hätte der Schäfer kein Anschlussrecht an die öffentliche Wasserversorgung. Wollte er an diese angeschlossen werden, müsste er die Kosten selbst tragen. Eine Löschwasserauflage sei also nach dem Dafürhalten einiger Marktgemeinderäte sinnvoll.

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Karl Riegg glaubt, dass man die Anlage immer sieht

Mehr „Bauchschmerzen“ bereitet mehreren Marktgemeinderäten, allen voran Karl Riegg aus Tussenhausen, die Freiflächenphotovoltaikanlage. Vor allem zwei Argumente fielen häufiger. Karl Riegg merkte zum einen an: „So kann man das Gebiet gar nicht eingrünen, dass man die Photovoltaikanlage nicht sieht.“

Noch stärker als das Landschaftsbild beschäftigt den Marktgemeinderat aber die Gleichbehandlung: „Eigentlich hat man im Marktgemeinderat mal beschlossen, dass es keine Freiflächenphotovoltaikanlagen hier gibt – deswegen hat man auch Anträge von anderen abgelehnt“, betonte Johann Schmid. „Man kann nicht sagen ,Du darfst’ und ,Du darfst nicht’“, ergänzte der Dritte Bürgermeister Armin König. Anträge zu Freiflächenphotovoltaikanlagen von außen lehne man grundsätzlich ab sei der Tenor. Ob es bereits Anträge dieser Größe von Einheimischen gab – Schwarzenbachers Anlage soll 1,5 Hektar bedecken – darüber herrschte im Marktgemeinderat keine Einigkeit.

Die Räte in Tussenhausen sahen auch die positiven Aspekte

Gänzlich negativ wurde das Thema dort aber nicht gesehen. Als positiver Aspekt wird die Nutzung von regenerativen Energien angebracht. Zudem sei die Beweidung unter der Photovoltaikanlage durch Schwarzenbachers Schafe eine gute Sache, fand Bernd Linke. Auch Georg Paul könnte nach einer Verwirklichung des Projektes „gut schlafen“. Schließlich bräuchte Schwarzenbacher die Freiflächenphotovoltaikanlage als Einnahmequelle.

Trotz der friedlich verlaufenden Diskussion wurde klar: Eine Meinung, ob sie die Bauvoranfrage genehmigen wollen oder nicht, haben sich die Gemeinderäte noch nicht gebildet. Sie möchten deshalb bis zur nächsten Sitzung noch einmal darüber nachdenken und außerdem, wie Mathias Meier anregte, prüfen, wie bei früheren Bauvoranfragen für Freiflächenphotovoltaikanlagen verfahren wurde.

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