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Konzert II

20.11.2019

Grenzenlos gut und ausgesprochen „vielsaitig“

Carola Bodanowitz spielte die Harfe und andere Instrumente.
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Carola Bodanowitz spielte die Harfe und andere Instrumente.

Die Musiker vom „West-Östlichen Diwan“ bezaubern im Silvestersaal

Drei im Einklang mit harten, straff gespannten Saiten, weich und geschmeidig gespielt. Das ist das Ensemble „West-Östlicher Diwan“ mit Carola Bodanowitz, Eva Füger und Ayham Altayeb bei ihrem Auftritt im Silvestersaal. Der Name des Trios erinnert sofort an die berühmte Gedichtsammlung „West-Östlicher Divan“ von Johann Wolfgang von Goethe, heißt es doch darin: „Wer sich selbst und andre kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.“ Das erkannte er bereits 1819.

Für die drei saitenzupfenden Musiker ist der Name Programm. Sie spielten „Grenzenlos“ mit Herz, gemeinsam oder als Solisten ihre eigenen Kompositionen. Die Noten haben sie im Kopf. Und, was das Ganze besonders attraktiv mache, so Eva Füger, seien die vielfältigen Möglichkeiten zur Improvisation. Jedes von ihnen komponierte Stück würde bei den Konzerten immer wieder anders klingen. Das mache es nicht nur für sie als Vortragende, sondern auch für die Gäste abwechslungsreich und interessant.

Die mitgebrachten Instrumente sorgten für reichliche Klangfülle. Carola Bodanowitz hörten die Gäste an verschiedenen Harfen, der Viola da Gamba, der Basslautele, dem Cajón und an Rasseln. Ayham Altayeb glänzte mit seinem hervorragenden Gitarrenspiel und Eva Füger zupfte ihre selbst hergestellten Instrumente, eine Gitarre und den Bass. Sie erläuterte, dass sie ihre Gitarre bei der Planung und dem Bau einer Jazz-Gitarre nachempfunden habe. Diese Gitarre habe jedoch einen dünnwandigeren Korpus und keine Metallsaiten. Das Zupfen dieser von Eva Füger bevorzugten Saiten erzeugte eine ganz eigene Klangfülle.

Schon zu Beginn des Konzertes, beim Stimmen der Gitarren und Harfen, lachte Carola Bodanowitz und meinte: „Dieses Anfangslied werden Sie heute Abend immer mal wieder zu hören bekommen.“ Und, tatsächlich mussten diese empfindlichen Saiten ab und zu neu gestimmt werden. Außerdem sei es ein umweltfreundliches Konzert, meinte sie. Die Künstler gaben keine Programme aus. Sie sagten die Stücke selbst an. Das ergab dann auch einen direkteren Bezug zum Publikum.

Schon die Namen der Kompositionen ließen aufhorchen. Was bedeutete der Titel „Waalfisch“? Carola Bodanowitz sagte, dass ja schon die Bezeichnung Fisch für einen Wal nicht stimmen würde. Und Waal mit zwei „a“? Nun, das bezöge sich auf den Ort Waal. Dort feierte eine Freundin ihren Geburtstag und aus diesem Grund sei ihr diese Komposition gewidmet.

Ja, und wie ist das mit dem Walzer ohne Namen? Einfach kurz und knapp „Walz“? Das geht auch. Die Zuhörer erkannten sofort, dass es sich um den Dreivierteltakt handelte. Ein wichtiger Moment sei es im „Hier und Jetzt“ zu leben.

Und Eva Füger fragte sich wie die portugiesischen Mütter von Seeleuten: „Wo sind die Söhne?“ Die Gäste hörten einen spanischen Flamenco ebenso wie einen „Arabischen Tanz“ oder sie hörten dem zauberhaften Singen des „Black-Bird“ zu. Es war dieser Brückenschlag von West nach Ost und umgekehrt, mit dem die Musiker deutlich machten, dass es in der Musik keine Grenzen gibt und keine Worte notwendig sind, dafür aber eine wunderbare Harmonie und Toleranz möglich ist. Der „Indian Sunshine“ konnte an diesem kühlen Herbstabend im Herzen mit nach Hause getragen werden. (sid)

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