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Konzert

15.05.2019

Großartige Orgelmusik auf historischen Instrumenten

Michael Lachenmayr spielt auf dem Katharinenpositiv von 1650 im Chorraum der Jesuitenkirche und begeisterte die Besucher.

Michael Lachenmayr beweist sein Ausnahmetalent

Es war ohne Zweifel ein Orgelkonzert erster Güte: Zwei historische Orgeln werden von einem Organisten von hohen Graden gespielt: Es dürfte sich herumgesprochen haben – und der zahlreiche Besuch der Zuhörer in der Mindelheimer Jesuitenkirche zeigte dies – dass die Frundsbergstadt in dem jungen Kirchenmusiker Michael Lachenmayr ein Ausnahmetalent besitzt. Dieses Mal traktierte er die beiden historischen Orgeln in der Jesuitenkirche. Orgelbauer Rudolf Kubak war 1987 Restaurator der großen Simnacher-Steinmeyer-Orgel und 1972 des Katharinen-Positives von 1650, die neben der Stadtpfarrkirchenorgel die großartige Orgellandschaft der Pfarrei St. Stephan ergänzen.

Lachenmayr baute sein Konzertprogramm klar strukturiert auf und wählte ausschließlich Werke aus der Entstehungszeit der Instrumente: Eckpfeiler waren Werke nord- und mitteldeutscher barocker Großmeister (Buxtehude, Bach); dazwischen nachbarocke und klassische Stücke von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 - 1788) und W. A. Mozart.

Auf dem Positiv im Altarraum spielte der Organist zwei Werke des Münchener Kapellmeisters Kerll (1627 - 1693): zunächst das reizende „Capriccio sopra il cucu“ und dann eine „Passacaglia in d“. Die Tonwiederholungen wurden immer komplexer und steigerten sich im technischen Schwierigkeitsgrad.

Auf der großen Kubak-Orgel bot der Künstler vorher die „Sonate in D-Dur“ des Bachsohnes Carl Philipp, anschließend die Umwandlung eines „Adagio B-Dur“ (KV 411), ursprünglich für Holzblasinstrumente komponiert, für die Orgel von Lachenmayr selbst transkribiert: Gefällige Orgelmusik, angenehm zum Zuhören. Allerdings konnten sich diese für Orgel eingerichteten Stücke nicht mit den beiden erwähnten Programm-Eckwerken messen, nämlich dem „Präludium in g“ (BuxWV 149) des Kantors der Lübecker Marienkirche, Dietrich Buxtehude, und vor allem der „Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur“ (BWV 564) von Johann Sebastian Bach. Scheinbar mühelos gestaltete der junge Organist in den schnellen Fugenpassagen, zunächst in den Manualen und dann im Pedal die pochenden Sechzehntelgruppen. Das war technisch meisterhaft, ja atemberaubend. Am Ende gab es dafür lang anhaltenden Beifall. (ah)

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