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Türkheim

25.04.2019

Große Kunst im Kleinen Schloss

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4 Bilder
Martin Fink vom Förderkreis und Organisator Franz Epple rücken die lebensgroßen Figuren aus Lehm und Stroh der Augsburger Künstlerin Sara Opic ins rechte Licht.
Bild: Franz Issing

Der Förderkreis bietet Künstlern aus ganz Schwaben eine Bühne, die sich mit ihrer Vielfalt von vielen vergleichbaren Veranstaltungen abhebt.

Wenn das Kleine Schloss im Wertachmarkt zum Musentempel wird, ist meist ganz großes Kino angesagt. So auch bei der Ausstellung „Kunst aus Schwaben“ des Förderkreises, die am Samstag, 27. April, um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird und bis zum 19. Mai läuft. 32 Künstler aus der Region und dem angrenzenden Baden-Württemberg haben die Schau mit 150 ihrer teils ausgefallenen Werke beschickt.

Die Ausstellung "Kunst aus Schwaben" bringt renommierte Künstler nach Türkheim

Staunen lassen neben Gemälden und Zeichnungen auch Skulpturen, Installationen sowie Druckgrafiken und Fotografien. In den Vitrinen gesellen sich dazu noch im Handdruck hergestellte und mit Originalgrafiken versehene Bände. Die Werke des renommierten deutschen Buchkünstlers Axel Hertenstein buhlen ebenso um die Gunst des Betrachters, wie die vollendete Glaskunst von Josef Zimmermann aus Göppingen, der in Europa als einer der bedeutendsten Meister seines Faches gilt. Nicht zuletzt will die Ausstellung Professor Hilda Sandtner, die Gründerin des Mindelheimer Textilmuseums, ehren.

Organisator Franz Epple erläutert im Vorfeld die Konzeption der ambitionierten Inszenierungen in den Räumen des Kleinen Schlosses. „Insgesamt sind sechs Ausstellungen – pro Jahr eine – geplant und alle beteiligten Künstler sollen mit ihren Werken am Ende in einem Bildband verewigt werden,“ informiert er. Bei der derzeit laufenden Galerie Nummer 3 habe man besonderen Wert auf individuelle Handschriften und eigenwillige künstlerische Aussagen gelegt, aber auch darauf geachtet, dass sich die Talentschau der Kunstschaffenden allen Alters – auch die Werke bereits Verstorbener werden gezeigt – in ihrer Vielfalt deutlich von gleichartigen Veranstaltungen abhebt.

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Und wer den fleißigen „Heinzelmännchen“ des Fördervereins beim Aufhängen der Bilder und Aufstellen der Skulpturen wie auch beim Drapieren der kostbaren Glaskunstwerke zuschaut, muss Franz Epple recht geben. Es macht Spaß durch die Ausstellung zu bummeln, hält einen doch auf Schritt und Tritt die Kraft der Ideen gefangen. Man gewinnt unter anderem den Eindruck, Figuren wären vom Sockel geklettert, um zu sehen was sich so alles in den Köpfen der Besucher tut, ob es sie wohl angesichts der teils ungewöhnlichen Farbkompositionen und Installationen wohl vom Sockel haut.

Außergewöhnliche Techniken, wie zum Beispiel Papierschnitte oder Mini-Installationen aus kleinen, weißen Bohnen, aber auch recht bunte figürliche Darstellungen aus Keramik liefern viel Gesprächsstoff und machen unmissverständlich deutlich „Kunst will nicht verstanden werden“. Dies gilt auch für die Hingucker in der Galerie, mehrere lebensgroße Gesellen, welche die Augsburger Künstlerin Sara Opic aus Lehm und Stroh geformt hat. Naturalismus und gestische Abstraktion sind in dieser Galerie nicht zu übersehen.

Da hat der junge Künstler Christian Dolleschel kurdischen Kämpferinnen bildlich ein Denkmal gesetzt, während eine ganz in weiß gehaltene und von Josef Wehrle aus Unteroffingen geschaffene Holzskulptur für den nötigen „Durchblick“ sorgt. Kunst darf halt auch witzig sein. So überwältigend und expressiv die ausgestellten Objekte auch auf den Besucher wirken, so strahlen sie doch Harmonie und Ruhe aus.

Die Mitglieder des Förderkreises Türkheim packen für "Kunst aus Schwaben" kräftig mit an

Keine Ruhe gönnen sich Brigitte Mücksch-Klein und ihr Mann Werner. Sie hängen gerade mehrere von dem Nördlinger Oskar Bernhard anläßlich des Jubiläums „70 Jahre Grundgesetz“ typographisch gestaltete Blätter auf, auf denen der Künstler die wichtigsten Artikel, wie „Frauen und Männer sind gleich“ oder „die Würde des Menschen ist unantastbar“ festgehalten hat. Insgesamt erwartet Kunstfreunde aus nah und fern eine Ausstellung, die sowohl dem Austausch der Kunstschaffenden untereinander dient, aber auch bei Besuchern Ideen und Visionen weckt.

Die künstlerischen Werke aus Schwaben können im Kleinen Schloss jeweils an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr und mittwochs von 17 bis 19 Uhr bewundert werden.

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