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Konzert

26.09.2019

Große Oper im Zedernsaal

Pianistin Katharina Weingardt und die Sänger Svanhildur Rósa Pálmadóttir und Gonzalo Diaz brachten die Oper Carmen auf die Bühne des Zedernsaales.
Bild: sid

José D’Aragon und seine Freunde bringen Carmen nach Kirchheim

Liebe, Leidenschaft, Begierde, Eifersucht und schließlich Tod - das ist „Carmen“. Diese Oper von Georges Bizet zeichnet eine Geschichte aus Spanien auf, die es so wohl nie gegeben hat. Bizet kannte Spanien nicht. Er soll nie dort gewesen sein. Im Laufe der Zeit wurde die Oper zu einer der weltweit am meisten aufgeführten Bühnenwerke. Die Hauptfigur „Carmen“, die verführerische Zigeunerin aus einer Zigarettenfabrik, ist ein Fantasieprodukt französischer Künstler. Es geht um Liebe und Freiheit, was letztendlich zum Tod der schönen Carmen führt. Ihr Mörder: Don José, ein Sergant, der sich unsterblich in sie verliebt. Doch sie macht ihn eifersüchtig auf Escamillo, dem berühmt-berüchtigten Stierkämpfer.

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Diese Oper in vier Akten als konzertante Aufführung auf die Bühne des Kirchheimer Zedernsaales zu bringen, das versprach José D’Aragon, und es ist ihm gelungen. Durch die hervorragende Akustik des Saales erstrahlten die großen Stimmen der Hauptfiguren in verstärktem Maße.

Dazu gab es eine Besonderheit –eine blonde Carmen. Sie wurde von der isländischen Mezzosopranistin Svanhildur Rósa Pálmadóttir gesungen. Sie verführte den Sergant Don José, der von Gonzalo Diaz, einem chilenischen Tenor, perfekt in Szene gesetzt wurde.

Große Oper im Zedernsaal

Sein Kontrahent, der Torero, wurde von Alejandro Lárraga Schleske, einem mexikanischen Bariton, verkörpert.

Die Klavierpartien spielte die deutsch-russische Pianistin Katharina Weingardt. Gemeinsam mit dem Spanier José D’Aragon an seiner elfsaitigen Gitarre wurde das jeweilige Vorspiel zu den vier Akten zu einem echten Hörerlebnis.

Einmal die Augen schließen und sich ein ganzes Orchester vorstellen, das war möglich. Die drei weiteren Vorspiele gestaltete D’Aragon alleine. Gonzalo Diaz fungierte nicht nur als Don José, er führte jeweils in die vier Akte ein und erzählte die Handlungen, da die gesungenen Parts im Original, also auf Französisch, gesungen wurden. Die Protagonisten sangen nicht nur ihre Arien. Die Szenen wurden von ihnen auch so gespielt, als stünden sie auf einer der großen Bühnen der Welt. Mienenspiel und Gestik ließen die zahlreichen Zuschauer alles „hautnah“ miterleben. Welche Dramatik, die Trauer von Don José bei der Zurückweisung seiner Carmen, bis er schließlich keinen Ausweg aus seiner Betrübnis wusste, als diese von ihm so geliebte Frau mit seinem Messer zu töten.

Katharina Weingardt, Kammermusikerin beim Theater und der Philharmonie Thüringen und Korrepetitorin an der Musikschule „Heinrich Schütz“ in Gera, sie war die perfekte Begleiterin am Flügel. So war es auch mehr als verdient, dass nicht nur Svanhildur Rósa Pálmadóttir, Gonzalo Diaz, Alejandro Lárraga Schleske und José D’Aragon, sondern auch sie mit kräftigem Applaus belohnt wurde. Mehrere Male mussten die Künstler zurück auf die Bühne kommen, um sich feiern zu lassen.

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