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11.10.2009

Große Vielfalt zeitgenössischer Kirchenmusik

Bad Wörishofen Mit dem schlichten Titel "Chor- und Orgelkonzert - Geistliche Musik unserer Zeit" bekamen die zahlreichen Gäste in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Justina ein ganz besonderes Konzert zeitgenössischer Kirchenmusik zu hören. Die sieben bayerischen Diözesen hatten sich für die "Tage neuer Kirchenmusik in Bayern" vorgenommen, "Offenbarungen" verlauten zu lassen. Und das waren die Kompositionen schließlich auch. Die aus Bad Wörishofen teilnehmenden Komponisten waren Wolfgang Andrae, Dr. Dietmar Gräf und Matthias Häusler, der Initiator dieses Konzertes. Der Vierte im Bunde war der 1974 verstorbene Arthur Piechler. Er gestaltete 30 Jahre das Augsburger Musikleben und schrieb: "Wenn in vielen katholischen Kirchen Bayerns Werke von Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts erklingen werden, hat das nichts mit vordergründigem Bemühen um Abwechslung in der Kirchenmusik oder mit Zeitgeistanpassung zu tun - es lenkt vielmehr den Blick auf die jüngste Geschichte der Kirchenmusik, die vor 45 Jahren ihre Bedeutung mit der Neubestimmung der Musik im Gottesdienst durch die Literaturreform des II. Vatikanischen Konzils erhielt."

Kraftvoll begann das Konzert mit "Kleine Toccata über den Choral 'O Jesu, all mein Leben bist Du'" von Matthias Häusler komponiert und an der Orgel intoniert. Es war die "Allerheiligenmesse", die "Missa Omnium Sanctorum" mit den Werken "Kyrie, Sanctus, Agnus Dei", geschrieben von Dietmar Gräf in der von ihm erfundenen "Polymodalität", ohne Taktstriche und Taktarten, fließend notiert, und vom musica-sacra-chor eindringlich interpretiert, von Christian Förschner geleitet, die eine große Andacht hervorrief. Die ebenfalls von Gräf komponierte "Passionsfuge in a" spielte Häusler an der Orgel. Sie ließ die ganze Tragik und Schwere spüren, die unerträgliche Last, die Jesus ertrug.

Eindringliches Klangerlebnis

"Heilig - Lamm Gottes - Kyrie ostinato", Chorstücke zur Messe, so lautet die Komposition von Matthias Häusler, vom St.-Justina-Chor (Kirchen- und Jugendchor) vorgetragen. Das "Kyrie ostinato" wurde durch die sich wiederholenden Tonfolgen, dem Hilferuf nach Erbarmen, durch das Saxophonspiel von Mark Pusker zu einem eindringlichen, besonderen Klangerlebnis. Edith Gazsarovszky an der Querflöte und Dietmar Gräf an der Orgel spielten die sehr melodiöse "Kirchensonate" in drei Sätzen, mit einigen großartigen Soloparts, von Wolfgang Andrae. Die hellen, minutenlangen Schläge der Glocken der Klosterkirche, die zum Gottesdienst riefen, waren eine sehr bedauerliche Störung der zarten Flötensoli.

Große Vielfalt zeitgenössischer Kirchenmusik

Rasche Tonfolgen des Orgelspiels

Die "Fantasie über 'Lobe den Herren'" für Orgel und Chor von Arthur Piechler wurde zum großartigen Hörerlebnis. Mit Matthias Häusler an der Orgel und beiden Chören (Gesamtleitung Dietmar Gräf) war der Höhepunkt des Konzertes erreicht. Die raschen Tonfolgen des Orgelspiels entfernten sich scheinbar vom sehr langsam gesungenen Kirchenlied, um sich im fulminanten "Amen" in völligem Einklang wiederzufinden.

"Der Du viele Namen hast in aller Welt und viele Gesichter bei den Menschen", das von Häusler vertonte Gebet von Anton Rotzetter (*1939) zeigte schließlich die Vielfalt der zeitgenössischen Kirchenmusik auf. Die Gäste spendeten begeisterten Applaus. Vielleicht werden diese Werke bald in die Gottesdienste mit einfließen. Es wäre sehr begrüßenswert.

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