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Start-up

14.08.2017

Gründerwoche: Eine harte Nuss

Die Gründer Amelie und Timo Sperber haben eine Maschine entwickelt, die Nusscreme herstellt. Vorgestellt haben sie sie zum ersten Mal auf der Grünen Woche.

Jungunternehmer können sich während der Allgäuer Gründerwoche präsentieren. Der Sieger bekommt 7000 Euro. Amelie und Timo Sperber setzen auf ihre Nuss-Creme-Maschine.

Der Weg in die Selbstständigkeit ist eine große Hürde, ähnlich einer Nuss, die man knacken muss. So ging es auch Timo und Amelie Sperber, die mit ihrer Kemptener Firma „heyqnut“ Maschinen herstellen, die aus Nüssen eine leckere Creme mahlen. Die Masse ist pur zu genießen oder wird in der Gastronomie für Eiscreme, Salatpestos oder auch für Wok-Gerichte verwendet. Ihre Idee will das Pärchen auf der vierten Allgäuer Gründerbühne in Kempten vorstellen (siehe Infokasten). Dem Sieger winken 7000 Euro Preisgeld. Die Plattform ist die Auftaktveranstaltung für die Gründerwoche Allgäu, mit Start am 13. November. (Lesen Sie auch: Warum die Region Allgäu sich anstrengen muss)

Der Geistesblitz für die Nuss-Creme-Maschine ist dem Pärchen nach einem Kalifornien-Urlaub gekommen. „Dort gibt es Nusscreme an jeder Straßenecke“, sagt Amelie Sperber. Zurück in Deutschland haben die beiden nichts Vergleichbares gefunden. Daher bastelten Timo Sperber und sein Papa im Mai 2015 in der eigenen Werkstatt in Kempten den ersten Prototypen.

Der Schritt zur eigenen Firma und die Patentanmeldung ging dann ganz schnell. Dennoch: „Es ist unfassbar schwer, ein Start-up aufzuziehen“, sagt Amelie Sperber. „Man hat keine Vorstellungen von den ganzen bürokratischen Hürden. Aber wahrscheinlich würde man es sonst auch nicht machen.“

Für den Namen des Start-ups schwebte den beiden ursprünglich der Name Knut vor. Das klang sympathisch und auch das englische Wort „Nut“für Nuss kam vor, erklärt Sperber. Doch das rief schnell die Anwälte des bekannten Eisbären Knut aus Berlin auf den Plan. Denn der Name war geschützt. Aus Knut wurde damit Qnut – doch die veränderte Schreibweise änderte noch nichts an der phonetischen Namensgleichheit. Ein Zusatz musste her: Damit war der Firmenname „heyqnut“ (gesprochen: HeyKnut) geboren.

Die Grüne Woche in Berlin Anfang des Jahres war der erste Schritt für die Gründer in die Öffentlichkeit. Die Resonanz war positiv. „Das schmeckt wie Nutella, aber ich bekomme kein Bauchweh“, sagten die Kinder, die das Produkt probierten, erinnert sich Amelie Sperber.

Die Regionalität ist den Gründern besonders wichtig. Die Holz- und Metallteile werden im Allgäu hergestellt und in den Lehrwerkstätten der Firma Bosch in Blaichach zusammengesetzt. Die Nüsse werden frisch vermahlen. Dadurch bekomme die Creme ein ganz besonderes Aroma. „Wir wollen eine andere Verbindung zum Essen schaffen“, sagt die 34-Jährige. Natürlich, frisch und regional soll es sein. (Eine weitere Gründergeschichte finden Sie hier: Sie würden es ohne Zögern wieder machen)

Entscheidend sei das Mahlwerk aus Keramik. Das mache die Maschine so hochwertig. Kostenpunkt: 4800 Euro. Zielgruppe sind damit in erster Linie Supermärkte und Bioläden. Zum Kundenkreis gehören aber auch Cafés, Eismanufakturen, Saft- und Smoothiehersteller, Sportvereine und Hotels. „Wir haben gerade unsere erste Serien-Maschine an ein Bio-Café in Füssen ausgeliefert“, sagt Sperber. Fünf Kilo Nüsse kann die Maschine auf einmal zu Mus verarbeiten. „Das ist auch interessant für die Unverpackt-Branche“, sagt Amelie Sperber. Denn es falle kein Müll an. Davon leben können die beiden Gründer allerdings nicht. Noch nicht. „Wir wollten bewusst, langsam und gesund wachsen“, sagt Amelie. Doch den Absprung in die Selbstständigkeit haben die beiden fest im Visier.

Von der Gründerbühne versprechen sie sich vor allem Kontakte. „Das ist eine schöne Plattform, um sich zu präsentieren und wichtige Netzwerke zu knüpfen“, sagt die 34-Jährige. Start-ups können sich noch bis 15. September bewerben.

Weitere Informationen hier.

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