Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Gumpiger Donnerstag in Mindelheim mit neuem Konzept

Mindelheim

07.02.2018

Gumpiger Donnerstag in Mindelheim mit neuem Konzept

Am Gumpigen Donnerstag ist in Mindelheim immer viel los.
Bild: Harald Klofat

Die Stadt will es in diesem Jahr mit Zäunen und einer „Allgemeinverfügung“ versuchen. Was das konkret bedeutet.

Wie bunt und wild darf ein Faschingstreiben sein? Und wann sind Grenzen überschritten? Mit Fragen wie diesen müssen sich Veranstalter immer wieder auseinandersetzen – so auch beim Gumpigen Donnerstag in Mindelheim. Um die Mindelonia bei ihrer Aufgabe als Veranstalter zu unterstützen, geht die Stadt nun einen neuen Weg. Er trägt den sperrigen Namen „Allgemeinverfügung“.

Die Bekanntmachung wurde in der Montagsausgabe der Mindelheimer Zeitung veröffentlicht, sie ist im Rathaus einsehbar und wird am Donnerstag als Plakat aushängen. Ordnungsamtsleiter Ralf Müller vergleicht eine solche Verfügung mit einem Bescheid oder einem Verkehrsschild. Sie definiert einen Veranstaltungsraum – nämlich die Altstadt –, eine Veranstaltungszeit (Donnerstag von 14 bis 19 Uhr) sowie 14 Regeln, die in dieser Zeit dort gelten. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, Waffen oder waffenähnliche Gegenstände wie Baseballschläger mit sich zu führen (Besen sind im Übrigen erlaubt!), die Straßen absichtlich zu verunreinigen oder Alkohol dabei zu haben, der nicht vor Ort gekauft wurde. Auch Gläser, Flaschen oder anderes zerbrechliches Material dürfen nicht mitgebracht werden.

Doch was ändert diese 14-Punkte-Liste? Durch die Allgemeinverfügung wird die Altstadt am Donnerstagnachmittag offiziell zur „Veranstaltungsfläche“ ernannt. Der Veranstalter – die Mindelonia – bekommt dadurch mehr Rechte, wie Ordnungsamtsleiter Ralf Müller erläutert. Wer sich beispielsweise daneben benimmt oder seinen Schnaps selbst mitbringt, den dürfen die Veranstalter des Platzes verweisen. Bisher sei das rechtlich eher schwierig gewesen, weil der Veranstalter auf den öffentlichen Straßen kein „Hausrecht“ hatte wie beispielsweise bei einem Faschingsball. Auch die Polizei könne nun einfacher einen Platzverweis aussprechen.

Die Stadt Mindelheim will die Mindelonia unterstützen

Die Regeln werden bestimmt nicht von allen Narren gut aufgenommen werden. „Als Stadt sind wir da schnell die Spaßbremsen, aber wir sind beiden Seiten verpflichtet“, so der Ordnungsamtsleiter. Müller, der selbst ein großer Freund des Faschings ist, betont: „Das neue Konzept soll den Leuten nicht den Spaß verderben.“ In der Vergangenheit seien aber zum Beispiel immer wieder Menschen nach dem Umzug mit Bierkisten in die Stadt gekommen. „Die waren nicht am Fasching interessiert, sondern nur am Trinken“, sagt er. Die Mindelonia sei in gewisser Weise verantwortlich und die Stadt wolle sie bei ihrer Aufgabe unterstützen. Ebenfalls verhindert werden soll durch die Allgemeinverfügung die Gefahr von Drohnenüberflügen. „Da hat es andernorts Unfälle gegeben, weil die Piloten den Drohnen nicht mehr Herr geworden sind“, so Müller. Noch immer hat er auch den heftigen Gumpigen Donnerstag des Jahres 2000 im Kopf, an dem viel zu Bruch gegangen ist. „Da wollen wir nicht wieder hin“, so Müller.

Ein großes Problem sieht er in den kleinen Schnapsflaschen. Wenn die Fläschchen nach wenigen Schlucken leergetrunken sind, werden sie oft einfach auf den Boden geworfen, so Müller. Diese Scherben seien kaum mehr aus den Fugen herauszubekommen – und so seien in den vergangenen Jahren nach dem Fasching viele Fahrradreifen kaputtgegangen.

Erstmals gibt es in Mindelheim Zäune um den Marienplatz

Zusätzlich zu den nun veröffentlichten Regeln wird es außerdem erstmals rund ein Meter hohe Absperrungen geben. An der Engstelle bei der Tribüne werden diese bereits beim Umzug stehen. Und auch für die Party danach werden die Zäune im Einsatz sein, damit der Zugang zum Marienplatz besser kontrolliert werden kann, kündigte Müller an. So mancher Narr, der einen verdächtig klirrenden Rucksack bei sich trägt, werde da herausgezogen. Systematische Taschen- oder Körperkontrollen bei allen Gästen, die auf dem Marienplatz feiern wollen, seien aber nicht geplant, so Müller: „Ein bisschen Fasching sollte auch noch sein.“ In Landsberg, so erklärt er, gebe es dieses Konzept schon länger. Hier in Mindelheim habe die Polizei den Vorschlag dazu gemacht. „Wir wollen versuchen, ob das was bringt. Jetzt schauen wir uns das mal an.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren