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München überschreitet Corona-Grenzwert

21.07.2010

Gut für die Altstadt

Es bleibt dabei: Die Obstwiese kann mit einem Supermarkt von maximal 800 Quadratmetern Verkaufsfläche bebaut werden. Im Stadtrat hat die Vernunft gesiegt.

Warum Vernunft? Gutachter Dr. Heider hat im Stadtrat vorgerechnet, dass ein Markt in der Größe von 1250 Quadratmetern den Geschäften in der Altstadt zwischen 8 und 8,5 Prozent Umsatzeinbußen bescheren würde. Das ist ein Mittelwert. Einige würde es härter treffen, andere weniger stark.

Wäre also die große Lösung gekommen, wären mit Sicherheit beim einen oder anderen Geschäft der Altstadt schon bald die Lichter ausgegangen. Von Impulsen, die von dem Markt für die Altstadt ausgehen würden, wie vom Bürgermeister dargestellt, war ohnehin nichts zu hören.

Von 43 Millionen Euro Gesamtumsatz des Lebensmitteleinzelhandels in Mindelheim werden nur noch drei Millionen in der Altstadt gemacht. Diese Zahlen des Gutachters zeigen, wie groß die Schieflage längst ist. Niemand kann wollen, dass die Altstadt noch mehr ausblutet, schon gar nicht die CSU mit Bürgermeister Dr. Stephan Winter, die sich in den vergangenen Jahren erfreulicherweise sehr für die Altstadt ins Zeug gelegt haben.

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Was sich seit zwei Jahren grundlegend in Mindelheim geändert haben soll, um ein Abrücken vom alten Beschluss zu rechtfertigen, blieb ohnehin stets rätselhaft. Walter sagte am Montag in der Sitzung, jetzt habe ein Investor die Fläche gekauft und Grunderwerbssteuer an die Stadt gezahlt. Das sei vor zwei Jahren anders gewesen. Wer so argumentiert, macht Politik nur noch von Fall zu Fall. Stadtentwicklung bedeutet etwas anderes.

Bürgermeister Dr. Stephan Winter hat sicherlich keine leichte Rolle inne. Einerseits hat er einen Beschluss umzusetzen, der aus einer Zeit stammt, als er noch nicht im Amt war. Dieser heißt: Nahversorgung im Mindelheimer Norden. Andererseits konnte er nie überzeugend darlegen, warum dies auf der Obstwiese nicht auch mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich sein soll.

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