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Kommentar

09.09.2020

Gute Argumente für Erhalt der Mindelheimer Landwirtschaftsschule zählten nicht

Im Januar 2020 war Landwirtschafsministerin Michaela Kaniber mit Staatsminister a. D. Franz Josef Pschierer (links), dem damaligen Baustaatssekretär Klaus Holetschek und Kreisbäuerin Margot Walser bei protestierenden Landwirten in Mindelheim..
Bild: Stoll

Plus Der Unterallgäuer Landrat Alex Eder und eine ganze Delegation aus Politikern und Bauernvertretern aus dem Unterallgäu hatten sich auf den Weg nach München gemacht. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber war aber nicht umzustimmen: Die Landwirtschaftsschule in Mindelheim wird geschlossen. Dazu ein Kommentar:


Zur Erinnerung: Vor einem Jahr fühlten sich Bauern durch den Allgäuer Tierskandal und das Bienenvolksbegehren pauschal auf die Anklagebank gesetzt. Ein wirklicher Dialog war nicht zustande gekommen. Stattdessen waren viele Bauern tief verletzt. Inzwischen hat Corona vieles überdeckt. Das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Bauern aber ist längst nicht wieder intakt.

Vor diesem Hintergrund ordnet Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bayernweit die Landschaft der Landwirtschaftsschulen neu. Eine Folge davon: Mindelheim soll 2022 geschlossen werden. Dafür werden Kostengründe ins Feld geführt. Mit dieser Reform lässt sich im Freistaat gut eine Million Euro einsparen.

Das ist aber ein vergleichsweise kleiner Betrag angesichts der Herausforderungen, die die Staatsregierung ja auch benannt hat: mehr Dialog mit der Gesellschaft, mehr Verständnis für die wichtige Arbeit der Bauern und nicht zuletzt die kleinbäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen. Das aber kann am besten mit Nähe gelingen. Wenn aber gleichzeitig immer größere Einheiten geschaffen werden, ist das kontraproduktiv. Es ist zu fürchten, dass diese Entscheidung dazu führen wird, dass noch weniger junge Leute im Unterallgäu den Beruf des Landwirts ergreifen werden. Landrat Eder musste erfahren, dass er mit seinen guten Argumenten gegen eine Schließung nicht durchgedrungen ist.

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