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11.01.2020

Gymnasium: Schlusspunkt nach Tauziehen

Im Großen Sitzungssaal des Buchloer Rathauses ernannte gestern Bürgermeister Josef Schweinberger (links)Bundesinnenminister Horst Seehofer zum Ehrenbürger der Stadt. Der 70-Jährige freute sich über die Auszeichnung und betonte, dass die Entscheidung, in Buchloe ein Gymnasium zu errichten, richtig gewesen sei.
Foto: Mathias Wild

Horst Seehofer wird Ehrenbürger Buchloes. Dabei geht es auch um die Vorgeschichte des Gymnasiums, das damals mit Blick auf  Türkheim Wellen schlug

Von einem Märchen mit gutem Ende für Buchloe und die Umlandgemeinden sprach Bürgermeister Josef Schweinberger. Noch weiter ging Horst Seehofer: Der Innenminister erhielt die höchste Auszeichnung der Stadt für seinen Einsatz für das Buchloer Gymnasiums und sagte: „Das war mehr als ein Märchen, das war ein Wunder.“

In den rund 50 Jahren seiner bisherigen politischen Laufbahn habe er viel erlebt, darunter seien auch einige außergewöhnliche Fälle – „und Buchloe war ein besonders außergewöhnlicher Fall“. Seehofer blickte auf die damalige politische Situation zurück. Die CSU hatte 2008 bei der Landtagswahl 17 Prozent an Stimmen eingebüßt, somit die absolute Mehrheit verloren und ist mit der FDP eine Koalition eingegangen. „Ich wurde nicht gerade mit offenen Armen als Ministerpräsident empfangen“, erinnerte er sich. Zum „großen Spannungsbogen“ in dieser Angelegenheit habe zudem beigetragen, dass das Kultusministerium kurz nach seinem Amtsantritt die Errichtung eines Gymnasiums in Buchloe abgelehnt hatte. Bei einem Bürgergespräch mit Seehofer im Medienzentrum der Augsburger Allgemeinen im Februar 2009 hatte die Buchloerin Doris Ballon – Schweinberger bezeichnete sie in seinem Märchen als gute Fee – mit eindringlichen Worten die Argumente für das Gymnasium vorgebracht. „Das war der Zündfunke“, sagte Seehofer dazu. Danach habe er das Thema auf seinen Tisch geholt, Delegationen aus dem Ostallgäu sowie dem Unterallgäu eingeladen, um sich beide Seiten persönlich anzuhören. Aus dem Nachbarlandkreis hatte es teils heftigen Gegenwind gegeben. Die Unterallgäuer sahen ihr – heute generalsaniertes – Gymnasium in Türkheim bedroht. „Die böse Fee war unterwegs“, sagte Schweinberger dazu. Und Seehofer nannte es einen „Kampf mit fragwürdigen Methoden“. Ihn habe beeindruckt, dass die Buchloer nicht mit Radau, sondern mit starken Argumenten für eine wichtige Sache eingetreten seien.

Seehofer erinnert an die Streitereien und spricht von „Kampf mit fragwürdigen Methoden“

„Ein Gymnasium bedeutet Bildung, und Bildung ist der Schlüssel“, sagte der Bundesinnenminister.

Im Nachhinein habe er überprüft, ob seine Entscheidung richtig war. Sein Fazit: „Die positiven Argumente sind alle in Erfüllung gegangen, von den negativen keines. Die Freude über das Gymnasium ist bis heute sichtbar und spürbar.“

Für Schweinberger ging das schöne Märchen 2019 weiter. „Im vergangenen Jahr haben die Pioniere, der erste Jahrgang des neu gegründeten Gymnasiums, ihre Abiturzeugnisse erhalten. Ich glaube, dass ich mich bei der Abiturfeier mehr gefreut habe, als die jungen Damen und Herren“, sagte der Buchloer Bürgermeister. (mit m.he)

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