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Satirischer Ausblick auf das neue Jahr

02.01.2018

Handtuch-Störche und ein ganz neuer Duft

Was mag das Jahr 2018 wohl bringen? Auch im Unterallgäu blicken alle gespannt auf die kommenden Monate. Wir von der MZ haben auch schon unserer Glaskugel bemüht und in die Zukunft geschaut. Ein paar Geheimnisse verraten wir Ihnen heute schon. Gute Unterhaltung!
Bild: hsb-cartoon

Wir haben wieder für Sie in die Redaktions-Glaskugel geschaut: Es kommt Einiges auf uns zu

Januar

Das Gutachten zur Neugestaltung des Kirchplatzes in Pfaffenhausen hat Besorgniserregendes zu Tage gefördert: Das Niederschlagswasser kann so gut wie gar nicht versickern. Nachdem sowieso nicht alle Bürger in Pfaffenhausen mit den Plänen zur Neugestaltung einverstanden sind, beschließt der Marktrat in einer Sondersitzung eine völlige Kehrtwende bei der Dorferneuerung. Statt eines barrierearmen Platzes, für den Bäume gefällt werden müssen, soll zwischen Kirche und Rathaus ein Wasser-Fun-Park entstehen, der nur durch Niederschlagswasser gespeist wird. Die Bäume dürfen bleiben und werden nun als Stützen für die Wasserrutschen verwendet.

Februar

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Die Wohnungsnot in Kirchheim wird immer größer. Bereits im Februar ist der Storchenkran an der Wanzl-Kreuzung komplett ausgebucht. Die Störche, die normalerweise den Winter im warmen Süden verbringen, haben sich bereits im Februar im kalten Deutschland so gut re-integriert, dass sie ihren Stammplatz auf dem Gerüst mit einem Handtuch gesichert haben. Die Handtücher weht es bei entsprechendem Wind jedoch vom 21 Meter hohen Kran mitten auf den „Highway“ – was dort schon zu mehreren Unfällen geführt hat. Gottseidank ist bis auf Blechschäden nichts Schlimmeres passiert. Doch die ersten Autofahrer verklagen schon die Störche – und die Tiere wiederum schieben die Verantwortung auf die Gemeinde. Diese habe der Versetzung des Krans schließlich zugestimmt. Bürgermeister Hermann Lochbronner und sein Kämmerer haben wegen der auf sie zukommenden Prozesskosten und Schadensersatzansprüche Angst um ihre Schwarze Null im Haushalt.

Ein Kleinwagen – zweieinhalb Stellplätze. Das ist die neue Glücksformel auf den kostenlosen Pendlerparkplätzen in Mindelheim. Schon im Herbst 2017 wurden heimlich Kurse angeboten, in denen gelehrt wurde, wie man möglichst viel Parkraum blockiert. Jetzt lüftet die Stadt das Geheimnis: Pendler, die in Mindelheim arbeiten, sollen die Stadt endlich mal besser kennenlernen und auf der Suche nach Parkplätzen auch bis in entlegene Wohngebiete vorstoßen.

März

Der Ball rollt wieder im Julius-Strohmayer-Stadion in Mindelheim : Nun darf der neu verlegte Rasen endlich auch seitens der Stadt bespielt werden. Keinen Tag zu früh, denn die Raumnot für die Mindelheimer Fußballer wurde eklatant. Schließlich müssen nun – nachdem das Bürgerbegehren gegen die Bebauung der Lautenwirtswiese nicht erfolgreich war – in naher Zukunft hunderte Hobbyfußballer, die sich jeden Tag auf der Lautenwirtswiese tummelten, eine neue Bleibe finden. Diese werden nun im Stundentakt mit dem neu geschaffenen Stadtbus an die Sportplätze an der Kanzelwandstraße gefahren. Ob am Hohen Weg deshalb noch ein überdachtes und beheiztes Bushäuschen geschaffen werden kann, will der Stadtrat nach Abwägung sämtlicher Fördermittel im Lauf des Jahres entscheiden.

In Stetten beginnen die Bauarbeiten für die Elektrifizierung der Bahnlinie München–Lindau. Um keine Leader-Mittel ungenutzt zu lassen, baut der Landkreis den ursprünglich geplanten Schienenersatzverkehr zu mehrstündigen Bustouren aus. Unter dem Motto „So schön ist das Unterallgäu“ soll so der Tourismus weiter angekurbelt werden, was – wie ein Ranking der beliebtesten Urlaubsziele am Jahresende zeigen wird – auch gelingt: Das Unterallgäu schafft es vor Mallorca, Antalya und Hurghada auf Platz eins. Erste Stimmen werden laut, den Landkreis bei künftigen Rankings nicht mehr zu berücksichtigen. Schließlich gewinne er eh immer.

April

Die Wohnungsnot in Mindelheim nimmt immer dramatischere Züge an. Weil kaum noch Flächen zu bekommen sind, will die Stadt neue Wege beschreiten. So soll es für die Grünflächen innerhalb von Kreisverkehren eigene Bebauungspläne geben. Konkret geht es um das Areal am Wertstoffhof. Auch der Kreisverkehr am Europabrunnen soll für hochmodernes urbanes Wohnen freigegeben werden. Bei den Bauinvestoren kommt die Initiative gut an. Vor allem Vermögende aus München sollen dafür begeistert werden, völlig überteuerte Mietpreise zu bezahlen. Vorgesehen ist, zwölfstöckige Penthouse-Häuser mit Flachdach zu bauen.

Mai

Bayern-Legende Franz „Bulle“ Roth schließt sein Sportgeschäft in Bad Wörishofen. Doch aus Dauer-Golfspielen in Türkheim wird wohl nichts. Roth hat kaum zugesperrt, da präsentiert ihn Bayern-Boss Uli Hoeneß als neuen Trainer des Rekordmeisters und Nachfolger von Jupp Heynckes. „Wir wollten einen Generationswechsel auf der Trainerbank, eine gezielte Verjüngung“, sagt ein Bayern-Insider. Roth sei der ideale Kandidat. Ein derart junger Trainer sei zwar ein Wagnis, doch Roth traue man die große Aufgabe zu. Heynckes ist 1945 geboren, Roth 1946.

Juni

Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kommt extra zu Besuch ins Unterallgäu. Der CSU-Minister war begeistert, als er von der jüngsten Idee der Unterallgäu Aktiv GmbH erfuhr, in der auf harmonische Weise der Tourismus und die moderne Landwirtschaft miteinander versöhnt werden. Schmidt weiht den durch EU-Fördergelder erst ermöglichten Glyphosat-Glücksweg ein. Dieser Wanderweg eignet sich besonders für Menschen, die unter einer Bienenallergie leiden.

Juli

Das Frundsbergfest 2018 geht als Fest des Friedens in die Annalen der Stadt Mindelheim ein. Georg von Frundsberg hat beschlossen, den Krieg zu ächten. In der Welt gebe es schon viel zu viele Waffen, und nichts als Not und Elend seien daraus erwachsen, sprach der weise Mann zu seinen Landsknechten. Den Ausschlag für die Entscheidung, alle Spieße und Kanonen in der Waffenkammer zu lassen, gab eine Entdeckung auf dem Flohmarkt. Im hintersten Eck fiel dem Vater der Landsknechte die Friedensschrift des Erasmus von Rotterdam in die Hände, die dieser im Jahr 1517 verfasst hatte. In seiner „Klage des Friedens“ hatte der Denker einen leidenschaftlichen Appell zum Frieden und zur Ächtung von Waffengewalt formuliert.

August

„Ja, is’ denn schon Weihnachten?“, entfuhr es Anton Schwele, Bürgermeister von Rammingen, als ihn der Anruf von Talal Khalifa Al Thani, dem Scheich von Katar, erreichte. Da sich die Fifa-Exekutive um Frontmann Sepp „Cash“ Blatter gegen den geplanten WM-Standort Katar für die Fußball-WM 2022 ausgesprochen hatte („Begründung: Zu kühl für guten Fußball“), war guter Rat teuer. Da hatte der Ramminger Neu-Bürger die zündende Idee: Die ehemalige Boxler-Villa wird zum Mannschaftsquartier des frisch gekürten Weltmeisters Deutschland umgebaut, das Stadion des FC Rammingen wird zur „Arroganz-Arena“ und das neue Gemeindehaus wird als Fifa-Hauptquartier genutzt. Vor allem die idealen Telekommunikationsmöglichkeiten in Rammingen gaben letztlich den Ausschlag für die beschauliche Gemeinde im Unterallgäu: „Nirgends auf der Welt haben wir leistungsfähigere Funkmasten gefunden als hier. Während andernorts noch von schnellem Internet gefaselt wird, kann Rammingen auf seine Vorbildfunktion stolz sein“, lobte Fifa-Sprecher Wilhelm Kielmann, der zuletzt auch als Telekom-Vertreter tätig war.

September

Der Skyline Park in Rammingen hat mit größten Umsatzeinbußen zu kämpfen. Alle Menschen in der Region wollen wegen der Jahrhunderthitze im August nur noch in den Wasser-Fun-Park nach Pfaffenhausen. Dort herrscht derweil Verkehrschaos. Lastwagen und Autos, dienicht mehr durch den zugeparkten Ort kommen, fahren kurzerhand kreuz und quer über die Felder. Die entstanden „Trampelpfade“ werden der Einfachheit halber als Strecke für die Ortsumgehung genutzt.

Oktober

Aufatmen in Türkheim: Statt wie angekündigt im Januar hat sich die Freigabe des Türkheimer Trinkwassers doch noch bis Oktober hinausziehen lassen. Weil die Türkheimer Verbraucher sich so an den Chlorduft ihres Trinkwassers gewöhnt haben, gibt es jetzt in den örtlichen Super- und Gertränkemärkten wieder gechlortes und abgekochtes Wasser zu kaufen. Seit einigen Tagen plätschert nur noch chlor- und geruchsfreies Trinkwasser aus den Türkheimer Wasserleitungen, was nicht allen schmeckt: „Pfui Teufel, dieses neue Wasser schmeckt total frisch und prickelnd. Wie soll sich mein Körper denn so schnell darauf einstellen? “, klagt eine Türkheimerin. Die Gemeindeverwaltung hat wie immer die Sorgen und Nöte ihrer Bürger erkannt und sofort reagiert: Statt den üblichen Info-Flyern wird in den kommenden Tagen an alle Haushalte je ein Fläschchen verteilt, das den neuen Türkheimer Duft „Chlor – by Christian“ enthält.

November

Millionen für ein modernes Kneipp-Museum? Oder doch besser Millionen für die Modernisierung des Kurhauses? Über Monate wurde dieses Problem in Bad Wörishofen hitzig diskutiert – und nun salomonisch gelöst. Über dem Kurhaus-Eingang wird ein Schild mit der Aufschrift „Kneippkur-Museum“ angebracht. Das Gebäude kann auf diese Weise im musealen Zustand verbleiben und das Ganze kostet nur 153,80 Euro, was angesichts der Haushaltslage erfreulich ist.

Dezember

Die Nachwuchsfußballer gehen wieder in die Halle, die Unterallgäuer Futsal-Meisterschaften stehen an. Ausgetragen werden die Vorrundenturniere in Mindelheim und Pfaffenhausen. In Bad Wörishofen wird erneut nicht gespielt. Waren es im vergangenen Jahr noch Kommunikationsprobleme, so muss nun das biblische Alter der Dreifachturnhalle herhalten. Einige Dinge seien nicht mehr auf dem neuesten Stand und gewährleisteten keinen korrekten Ablauf eines Kreisturniers, heißt es seitens des FC Bad Wörishofen. So soll es in einer Kabine eklatante Mängel an einem Kleiderhaken geben, auf dem Bubenklo tropfe seit geraumer Zeit zudem ein Wasserhahn. Man wolle nun erst einmal die eigenen Turniertage ausrichten, um zu prüfen, ob überhaupt an einen geregelten Ablauf zu denken ist. „Im nächsten Jahr sind wir aber bestimmt dabei“, heißt es weiter.

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