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Kolping und Wirtschaft

21.03.2015

Harte Landung in der digitalen Welt

Gerhard Fuchs

Unternehmensberater rüttelt Zuhörer auf. Was nötig ist, um Mitarbeiter und Kunden zu binden

Mit aufrüttelnden, zuweilen aber auch erschreckenden Worten malt Gerhard Fuchs die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft an die Wand. Der Unternehmensberater und Managementtrainer war Gast der Veranstaltung „Kolping und Wirtschaft“ in der Kuroase Bad Wörishofen. Dort gingen die teils hochrangigen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kirche der Frage nach „Und was wird aus dem Mensch? Kolping und Kneipp im Zeitalter der Digitalisierung“.

Rückblickend auf die beiden früheren industriellen Revolutionen in den letzten Jahrhunderten sah Fuchs die „digitale Revolution“ als dritte dieser Art an und meinte, dass ihre unter dem Stichwort Industrie 4.0 bereits die nächste auf dem Fuße folgen werde. Das Bild der vollkommen digitalisierten Welt mit all ihren Veränderungen im Berufs- aber auch im privaten Leben und bei Handel und Dienstleistung ließ die Zuhörer teilweise spürbar betroffen wirken. Wenn das Abendessen bereits in der U-Bahn per Handy nach Hause bestellt wird oder dem Arzt alle Daten über die Armbanduhr übermittelt werden können, dann wird dies eine neue Welt sein, so der Referent. Wirtschaftlich gesehen stellte er seine Ausführungen in das Dreieck Bildung, Gesundheit, Integration in dessen Zentrum jedoch immer der Mensch, der Mitarbeiter und der Manager stehen solle. Ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter, die steigende Bedeutung des Kunden und die Notwendigkeit, Veränderung mitzumachen seien Anforderungen für die Zukunft. Dennoch stelle sich zukünftig auch wieder mehr die Frage nach dem Menschen, wie dies Adolph Kolping und auch Pfarrer Kneipp zu ihrer Zeit getan hätten.

Die wechselseitige Beeinflussung zwischen glücklichen Kunden, loyalen Mitarbeitern und zufriedenem Management seien Voraussetzungen für den Erfolg eines Unternehmens. Junge Menschen fragten heute oft schon nicht mehr nach der Dotierung ihrer Tätigkeit, sondern suchten vermehrt den Sinn dahinter. Wer diesen erkennen kann, so der Referent, der ist auch bereit mehr Zeit dafür aufzubringen. Genau hier müsse in Unternehmen künftig trotz aller Technisierung angesetzt werden, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Die Wertschätzung der Arbeitnehmer, die früher einmal stolz darauf waren, für einen Betrieb zu arbeiten, müsse wieder in den Mittelpunkt gerückt werden, was gerade für kleinere Firmen neue Chancen bilden würde. (heb)

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