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Bad Wörishofen

02.08.2020

Hermann und Renate Meinert aus Bad Wörishofen haben ein Geheimrezept für ihr Glück

Renate und Hermann Meinert freuten sich über den Besuch von Michaela Bahle-Schmid, die im Namen der Stadt Bad Wörishofen die Glückwünsche überbrachte.
Bild: Melanie Springer-Restle

Plus Die Liebe von Hermann und Renate Meinert ist seit 65 Jahren ungebrochen. Zur Eisernen Hochzeit gab es viele Glückwünsche.

Vor 65 Jahren gaben sich Hermann und Renate Meinert aus Bad Wörishofen das Ja-Wort und haben diesen Schritt noch keinen Tag bereut. Nicht nur der Freistaat, auch der Landkreis und die Kommune honorierten die Eiserne Hochzeit der beiden Wahl-Wörishofener mit Geschenken, die Dritte Bürgermeisterin Michaela Bahle-Schmid persönlich überreichte.

"Wir hatten kein Geld für eine große Feier, aber schön war es trotzdem"

Bei der Frage nach dem Geheimrezept für eine glückliche Ehe schmunzelten die Rentner. „Alle Differenzen müssen friedlich ausgetragen werden“, sagt Renate Meinert schließlich. Das Ehepaar erinnert sich noch genau an den Tag ihrer Heirat, die damals in Bad Harzburg, dem Heimatort der beiden stattfand. „Wir hatten zwar kein Geld für eine große Feier, aber schön war es trotzdem“, resümiert Hermann Meinert.

Seit 65 Jahren sind Renate und Hermann Meinert verheiratet.


„Heutzutage haben manche Ehepaare noch nicht mal das Geld für ihre pompöse Hochzeitsfeier abbezahlt, ehe sie sich schon wieder scheiden lassen“, fügt er hinzu. Schon mit 18 Jahren reiste Renate Meinert ihrem Verlobten damals hinterher, als er berufsbedingt ins Ruhrgebiet musste, wo eine Steiger-Laufbahn im Bergbau auf ihn wartete. Nach dem so genannten Kuppelparagraphen war es damals verboten, in „gschlamperten Verhältnissen“ zusammenzuleben.

Deshalb machten sie gleich Nägel mit Köpfen. Am Tag der Hochzeit war Renate Meinert bereits im zweiten Monat schwanger. Das Paar erinnert sich an die ärmlichen Verhältnisse, in denen sie anfangs lebten. „Wir hatten mit dem Baby nur ein winziges Zimmer. Wenn ich in die Jacke schlüpfen wollte, musste ich das Fenster aufmachen“, scherzt Hermann Meinert.

Die beiden Wörishofer mussten sich früher mit wenig zufrieden geben

Beide erzählen, wie besonders es damals war, 50 Gramm gemahlenen Bohnenkaffe zu erwerben und dazu eine frische Semmel mit Butter zu essen. „Da kam man sich vor wie ein König. Das kann sich die jüngere Generation heute gar nicht mehr vorstellen“, weiß Hermann Meinert. „Wir mussten damals einfach an einem Strang ziehen und uns mit wenig zufrieden geben. Doch das schweißt zusammen“, ergänzt seine Frau.

Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland konnte Hermann Meinert damals eine Umschulung machen und studierte ein paar Semester Chemie, um kurz darauf in einer Raffinerie in Bayern zu arbeiten. „Ab da ging es steil bergauf“, erinnert sich Renate Meinert. Das Paar lebte einige Jahrzehnte in Ingolstadt und ging nach der Frühpensionierung wieder zurück in den Harz.

Aus dem Harz kamen sie zurück nach Bad Wörishofen

Erst als die ersten Urenkel das Licht der Welt im Unterallgäu erblickten, ließen sie sich überreden, zurück nach Bayern zu kommen. Und da die Meinerts unbedingt wieder in einer Kurstadt leben wollten, fiel die Wahl vor zehn Jahren auf Bad Wörishofen. „Wir leben wahnsinnig gern hier und gehen regelmäßig ins Kurkonzert“, verrät Renate Meinert. Durch Spaziergänge und regelmäßige Schach-Partien hält sich das Paar körperlich und geistig fit und hofft, auch in fünf Jahren wieder Besuch aus dem Rathaus zu bekommen.


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