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Tourismus

05.03.2017

Heuer fällt die Neun-Millionen-Marke

Ausspannen unter Palmen: Im vergangenen Jahr wollten das wesentlich mehr Menschen als im Vorjahresvergleich. Die Südsee-Therme in Bad Wörishofen erfreut sich auch zwölf Jahre nach ihrer Eröffnung großer Beliebtheit.
Bild: Therme

Die Therme Bad Wörishofen steigert ihre Besucherzahlen. Betreiber Jörg Wund ist sehr zufrieden. Trotzdem hat er jetzt die Grundbesitzverwaltung nach Friedrichshafen verlagert – eine Folge des Streits mit der Stadtspitze

 Die Südsee-Therme Bad Wörishofen bleibt ein Besuchermagnet. Im vergangenen Jahr verzeichnete Betreiber Jörg Wund ein Plus von mehr als 20000 Gästen. Insgesamt hätten mehr als 700000 Menschen das Bad besucht, berichtet Wund. Allerdings – und das ist die schlechte Nachricht für die Stadt – haben künftig nicht mehr alle mit der Therme verbundenen Gesellschaften ihren Sitz in Bad Wörishofen. Wund hat im Februar die Grundbesitzverwaltung von Bad Wörishofen nach Friedrichshafen verlegt. Wund bestätigte diesen Schritt gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben mit der Verlegung sehr lange gewartet, aber nachdem der Erste Bürgermeister die Mediation hat scheitern lassen, haben wir den Sitz in unsere Hauptzentrale nach Friedrichshafen verlegt“, so Wund. Die Mediation – Vermittlungsgespräche – sollte den Streit zwischen Bürgermeister und Thermenbetreibern über die Höhe des Fremdenverkehrsbeitrages schlichten. Zwischenzeitlich hat der Stadtrat dazu einen Beschluss gefasst, den Bürgermeister Paul Gruschka (FW) umsetzen will. Er liegt etwa zwei Drittel unter der Forderung des Bürgermeisters.

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Was die Verlagerung der Grundbesitzverwaltung finanziell für Bad Wörishofen bedeutet, sagte Wund nicht. Zahlen nannte er nicht. Wund erklärte lediglich, es sei „sehr tragisch, dass das uneinsichtige Verhalten des Ersten Bürgermeisters, solch weitreichende wirtschaftlich Konsequenzen für die Stadt Bad Wörishofen hat.“

Wund spricht im Rückblick von einem erfolgreichen Jahr 2016. „Auch wenn die politischen Rahmenbedingungen aktuell keine großen Investitionen zulassen“, werde intern für die Zukunft geplant, sagt Wund.

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Man habe auch versucht, mit Erlebnis-Saunanächten, Umbauten, Erweiterungen oder etwa verlängerten Donnerstagabenden immer wieder etwas Neues anzubieten. Die im Sommer umgebaute und vergrößerte Poolbar sei ein großer Erfolg. In nur einem halben Jahr seien dort 75000 Cocktails serviert worden – 60 Prozent davon alkoholfrei –, eine Steigerung um 20 Prozent. Vom über 60 Mitarbeiter starken Gastronomie-Team um Geschäftsleiter Harald Müller gibt es noch weitere Erfolgsmeldungen: „Sie kochen am Tag im Schnitt über 900 Essen und freuen sich über zweistellige Zuwachsraten“, berichtet Wund.

Er selbst fühle sich durch solche Meldungen bestärkt, die schon weit fortgeschrittenen Neubaupläne für Bad Wörishofen in die Tat umzusetzen. Aber auch das macht Wund davon abhängig, wer auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt: „Sobald ein Wechsel in der Stadtführung vollzogen wird, stehen wir bereit, weitere Millionen zu investieren und den Standort Bad Wörishofen zukunftssicher zu machen“, erklärt Wund.

Die Therme biete aktuell 250 Arbeitsplätze. Für Wund steht fest, dass sein Bad den Aufschwung in Bad Wörishofen beschleunigt hat. Vor der Eröffnung der Therme habe Bad Wörishofen um die 80000 Gäste gehabt, mittlerweile sind es mehr als 140000 pro Jahr. Die Therme selbst zählte in den zwölf Jahren über 8,6 Millionen Besucher. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt eindrucksvolle Zahlen aus diesen zwölf Jahren: 23000 Wassergymnastik-Einheiten, 92000 Aufgüsse in den Saunen, am Empfang 17,2 Millionen Schlüsselabrechnungen erledigt, in der Buchhaltung 2,5 Millionen Datensätze verbucht und hunderttausende Gutscheine verschickt. Die Therme läuft auf Hochtouren – und das kostet. Fast 30000 Euro am Tag wendet Wund nach eigenen Angaben für Energie, Wasser, Abwasser, Mitarbeiter, Reinigung, Gartenpflege, Parkplatz, Werbe- und Eventkosten, Instandhaltung und die aufwändige Pflanzenpflege der exotischen Urlaubswelt auf. „Unsere Gäste haben sehr hohe Erwartungen bezüglich Angebot und Service“ sagt Geschäftsleiter Roland Vogtmann. „Diese Erwartungen zu erfüllen und möglichst zu übertreffen, ist unser Erfolgsrezept“.

Dass die Therme das Schul- und Vereinsschwimmen unterstütze, betont Wund ebenfalls. Man übernehme zwei Drittel der jährlichen Verluste des Hallenbadbetriebes sowie des Schul- und Vereinssports der Stadt Bad Wörishofen. Der Zuschuss der Stadt decke lediglich ein Drittel der anfallenden Kosten. „Und dies obwohl wir Synergieeffekte durch den gemeinsamen Betrieb aller Bereiche optimal nutzen und den Sportbadbetrieb dadurch wesentlich wirtschaftlicher betreiben können, als dies bei solitären Eigenbetrieben der Fall wäre“, sagt Wund. Der Thermen-Chef erinnert an die Ansiedlungsgespräche. Damals habe man zwei Millionen Mark pro Jahr als Zuschuss der Stadt gefordert, sagt Wund.

Diese Summe habe Bad Wörishofens zwischenzeitlich verstorbener Altbürgermeister Erwin Singer allerdings damals auf 900000 Mark heruntergehandelt.“ Im Gegenzug „wurden die Freistellung vom Fremdenverkehrsbeiträgen und weitere günstige Konditionen vereinbart“, sagt Wund. Man schieße nun jedes Jahr rund eine Million Euro zu, bei Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro für das Sportbad. Man werde die Verträge aber „selbstverständlich“ einhalten, sagt Wund.

Die Besucherzahl des Sportbades Blue Fun liegt Wund zufolge seit Beginn jährlich zwischen 30000 und 35000 Gästen.

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05.03.2017

nach der Sitzverlegung des Skyline Parks nun die nächste Sitzverlegung hoffentlich bleibt die Firma Tricor sonst gehen dank Bürgermeister Gruschkas Politik bald die Lichter aus! Diese Streitsucht ruiniert Bad Wörishofen!

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