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Dirlewang

29.12.2011

Heut geh´ ich ins Maxim

Stefan Strodel begeisterte am Saxofon.
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Stefan Strodel begeisterte am Saxofon.
Bild: Fotos: Klofat

Die große Operetten- und Musicalnacht des Musikvereins

Dirlewang Ein letztes Mal ging er zu den Damen mit den frivolen Kosenamen, dorthin, wohin es ihn vielleicht 2000 Mal oder öfter in seiner 90-jährigen Bühnenkarriere gezogen hatte, ins Maxim!

Jetzt hat Jopi „Prinz Danilo“ Heesters für immer Zylinder und weißen Schal an der Himmelsgarderobe abgegeben, doch in der Dirlewanger Turnhalle lebte er weiter. „Wenn Sie genau hinhören“, wandte sich Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer, Dirigent der Musikkapelle Dirlewang, an das Publikum im restlos ausverkauften Saal, „dann können Sie Jopi nochmals singen hören.“

Das Potpourri aus der Operette „Die lustige Witwe“ hatte der Musikverein Johannes Heesters gewidmet. Herrmannsdörfer erinnerte an seine persönlichen Begegnungen mit Heesters, der an Heiligabend im Alter von 108 Jahren gestorben ist. Auf einer Konzerttournee hatte Herrmannsdörfer den Star begleitet und beim obligatorischen Drink in der Hotelbar nach den Auftritten war „Jopie nie der letzte, der ins Bett ging“, verriet Herrmannsdörfer.

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Zum verstorbenen Altmeister des kavalaresken Charmes hätten auch gut viele weitere Stücke im ersten Teil des Jahreskonzerts der Dirlewanger Musikkapelle gepasst, schließlich hieß das Motto des Abends „Die große Operetten- und Musicalnacht“ und den Anfang machten die Operetten. „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“ stand das Glück für Josefa und Leopold vor der Tür. Der „Vogelhändler“ Adam bekam seine „Christel von der Post“ und man schenkte sich „Rosen in Tirol“. Von der „Lustigen Witwe“, Prinz Danilo und seinen regelmäßigen Besuchen im Maxim haben wir ja schon gehört. Es wurde gebusselt und geherzt, geschmachtet und geliebt, so wie es eben zur Operette gehört.

Nach der Pause ging es heftiger zur Sache. Musicals standen auf dem Programm. Ein Attentäter ermordete Kaiserin Sissi, der „Lion King“ brachte seinen Rivalen um und setzte sich an die Spitze des Rudels. In der „Westside Story“ traf Tony der tödliche Schuss und nach der Blutmahlzeit tanzten die Vampire. Ein paar Hexen waren in „Wicked“ auch unterwegs.

Während im Vorjahr bei der „Nacht der Solisten“ die Einzelkönner gefragt waren, war es beim diesjährigen Konzert das gesamte Ensemble. Mehr als 60 Musikerinnen und Musiker standen auf der Bühne und bewältigten dieses höchst anspruchsvolle Programm. Das ging quer durch alle Register, vom tiefen Blech bis zur Sopranflöte.

Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf die Schlagwerker: Max Fleischmann, Christoph Dechmann und Markus Jackel sowie die beiden Youngster Max Herrmannsdörfer und Markus Briechle leisteten Schwerstarbeit.

Einen Solisten gab es schließlich doch: „Heldentenor“ Johann Irsigler brachte mit Präzision und Stimmgewalt beim „Wolgalied“ und bei der Arie „Dein ist mein ganzes Herz“ den Saal zum Brodeln. Tosender Beifall für Dirlewangs Gesangsjuwel! Am Rande des Konzerts war zu hören, dass Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer 2012 sein 20-jähriges Jubiläum als Dirigent des Musikvereins Dirlewang feiert. Aus diesem Anlass soll am 26. Dezember ein Wunschkonzert stattfinden. Einen Wunsch darf man vielleicht jetzt schon loswerden: Johann Irsigler mit der Gralserzählung aus „Lohengrin“.

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