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Landessynode

19.03.2015

Hilfe im Leben und Trost vor dem Tod

Nicht nur im Leben, auch beim Weg in den Tod ist Hilfe nötig und auch gefragt. Davon machte sich die Landessynode ein Bild.
Bild: Becker

Landessynode besucht soziale Einrichtungen

Alter neu sehen – das Motto der Landessynode wird in Bad Wörishofen und Umgebung längst gelebt. Wie, davon machten sich die 108 Synodalen nun selbst ein Bild. Dabei kam es zu berührenden Begegnungen. Besucht wurden die „DiakoNische“ für Menschen mit seelischen Problemen in Mindelheim, die ambulante Palliativversorgung Pallium mit Sitz in Memmingen und die Aktion Ma(h)l nicht allein in Bad Wörishofen. Im Mehrgenerationenhaus erfuhren die Synodalen mehr über das Projekt Campus Demografie, in der Sebastian-Kneipp-Schule viel über die Lehren des Wasserdoktors.

Die ambulante Palliativ-Pflege gibt es im Unterallgäu seit Ende 2013. Die jüngste Patientin, die Eva-Maria Mair betreut, ist 34 Jahre alt. Die Frau ist an einem Tumor erkrankt. „Sie wird sterben“, sagt Mair. Zurückbleiben werden ihr Mann – und die zweijährige Tochter. „Manchmal“, meint Mair, „steht man da, und weiß nicht, was man sagen soll“.

Eva-Maria Mair schildert ihre Eindrücke in Mindelheim, wo sie die Synodalen trifft. „Unser Ziel ist es, Lebensqualität für die Betroffenen in dieser Zeit zu schaffen“, berichtete Mair. Rund 240 Patienten haben die Ärzte und Pfleger seit der Gründung in Memmingen und dem Unterallgäu betreut.

Etwa wenn, wie im Fall der 34-Jährigen, wegen der Extremsituation das Gespräch zwischen den Ehepartnern verstummt ist. „Da versuchen wir, den Knoten zu lösen“, sagt Mennicke. Auch ermutige man die Angehörigen etwa, in den letzten Tagen andere Angehörige oder Bekannte einzuladen, damit sie sich von dem Sterbenden verabschieden können. „Das hat etwas Friedliches“, sagt Eva-Maria Mair.

In Bad Wörishofen wiederum sorgen zehn Ehrenamtliche dafür, dass bis zu 80 vorwiegend ältere Gäste bei „Ma(h)l nicht allein“ verköstigt werden. Zwei Mal monatlich findet dieses besondere Essen in Gemeinschaft statt. „Auf exemplarische Weise kooperieren bei diesem Angebot Diakonieverein und Kirchengemeinde“, lobt die Synode. „Die Verantwortlichen zeigten, wie das Angebot einer offenen diakonischen Tischgemeinschaft für die ganze Stadt an Dynamik gewonnen hat.“

Im Rahmen des Modellprojekts Campus Demografie „wurde eine qualitative Analyse der Lebenssituation älterer Bürger durchgeführt“, berichten die Organisatoren der Synode. Hier gehe es um Lebensqualität und soziale Integration.

Zusätzlich gibt es seit Herbst 2014 eine Schreibwerkstatt für biografisches Schreiben. Die Ergebnisse sollen in diesem Frühjahr präsentiert werden. (m.he, epd)

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