1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Historisches Marktfest: Ein rundum gelungenes Spektakel

Markt Wald

01.07.2019

Historisches Marktfest: Ein rundum gelungenes Spektakel

Copy%20of%20P1440684_EinmarschTrommler.tif
11 Bilder
Trommler und Dudelsackspieler gaben den Takt vor und sorgten nicht nur beim festlichen Einzug, sondern später auch im Lagerleben für die passende mittelalterliche Stimmung.
Bild: ug

Tausende feiern mit den Markt Waldern die Markterhebung vor mehr als 400 Jahren. In einem Lager gibt es auch einen Wettbewerb für Hartgesottene.

Anstrengend und dabei herausfordernd schön waren schon die monatelangen Vorbereitungen – die Planung inbegriffen. Wie würde da erst die 2019er Ausgabe des historischen Marktfestes in Markt Wald werden? Die Eröffnung am Freitagabend stellte jedenfalls buchstäblich alles in den Schatten. Dafür sorgte Wetterapostel Petrus, bei dem sich Bürgermeister Peter Wachler in seiner Ansprache euphorisch bedankte. Worte großen Danks richtete er auch an die Vereine, ohne deren Engagement ein solches Fest unmöglich wäre.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen
MaktWFest_SDI1021.jpg
57 Bilder
Das Marktfest in Markt Wald ist eröffnet
Bild: Reinhard Stegen

Nachdem der Chor gesungen und die Blasmusik im Wechsel mit den Salutschüssen der Böllerschützen gespielt hatte, eröffnete er das „Gesamtkunstwerk“ historisches Marktfest. Dort sorgt in diesem Jahr auch ein trojanischer Pudel für Aufsehen, den die Musiker von Humpa Bumpa Revolution mehrfach die aufwendig und mit viel Liebe geschmückte Hauptstraße entlangzogen und so einen der Höhepunkte des Festes bewarben: Ihre Mini-Oper in drei Akten, in der der Pudel eine zentrale Rolle spielt. (Ein eigener Bericht dazu folgt.)

Das historische Marktfest in Markt Wald wird nur alle fünf Jahre gefeiert

Auch an den folgenden beiden Tagen ging es hoch her. Schließlich wird die Markterhebung nur alle fünf Jahre gefeiert. Und so war an Schlaf an diesem Wochenende kaum zu denken. Stattdessen gab es jede Menge Musik und Tanz, mittelalterliches Lagerleben und zum Auftakt am Samstag außerdem den großen Einzug aller Beteiligter in historischen Gewändern. Ganz Markt Wald war da unterwegs: Die Kindergarten- und die Schulkinder liefen mit, die ganz Kleinen wurden in geschmückten Bollerwagen transportiert, kleine Gänse, Pferde, Ziegen und ein braver Ochse, Bauern, Handwerker, Alt und Jung zogen durch das eigens aufgestellte altertümliche Stadttor zum Marktplatz und zur Bühne.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg
P1440687_EinmarschTrommler.jpg
91 Bilder
Der festliche Einzug beim Marktfest in Markt Wald
Bild: Ulla Gutmann

Dort wurden unter der Aufsicht von Bürgermeister Wachler die Gesetzestexte verlesen, die seinerzeit regelten, was während des Marktes erlaubt ist und natürlich auch, wie etwaige Vergehen zu bestrafen sind. Wie so eine mittelalterliche Gerichtsverhandlung ausgesehen haben könnte, bekamen die Besucher am Abend zu sehen: „Schuldig“ schrie das Volk! „Unschuldig“ beteuerte der Angeklagte. Und „Unschuldig“ riefen die zahlreichen Kinder vor der Bühne. Und doch verurteilte das Gericht mit „Richter“ Peter Wachler den fahnenflüchtigen Franz Huber in seiner Schandgeige zu fünf Hieben mit dem Stock auf seinen „Allerwertesten“. Da halfen auch die Reden seines Verteidigers Stefan Klaus nichts. Das alles ging natürlich nur mit Musik. Immerhin war Franz Huber vor der „Fahnenflucht“ fünfzehn Jahre der Frontmann bei den Oberneufnacher Musikanten alias „Humpa Bumpa Revolution“. Den Taktstock gab er an Stefan Klaus weiter. Kein Wunder, dass der ihn heftig verteidigte. Doch war es Franz Huber, der seinen Posten als Dirigenten verlassen hatte und somit „geflüchtet“ und in den Augen des Volkes für schuldig befunden wurde.

Auf dem historischen Marktfest in Markt Wald ist auch an die Kinder gedacht

Ganz anders verhielten sich die Zuschauer bei den „Gauklern“ vom Turn- und Sport-Verein Markt Wald. Hielten sie diese doch mit ihren akrobatischen Sprüngen, spontanen Rückwärtssaltos und risikoreichen Pyramidenaufbauten in Atem. Später am Abend „spuckten“ sie zur Belustigung des Volkes Feuer, was natürlich alles mit kräftigem Beifall belohnt wurde.

IMG_8088.JPG
196 Bilder
So schön war es beim Marktfest in Markt Wald
Bild: Maria Schmid

In den zahlreichen Lagern entlang der Hauptstraße gab es allerlei Leckereien, Kinder sangen auf der Bühne und es wurde Theater gespielt. Nahe des Schlosses konnten sich die Kinder auf einem Strohballen-Spielplatz austoben und verstecken spielen, dazu gab es Tüftelspiele aus Holz, ein Angelspiel und beim Zelt des Breitenbrunner Märchenwelt-Vereins konnte gemalt und gebastelt werden, Kinder wurden geschminkt und in Schaukästen konnten bewegte Märchenbilder bestaunt werden. Außerdem zeigten mehrere Handwerker ihr Können: So zeigte am Lager der Neufnachschützen etwa ein Schmied, wie die Pfeilspitzen entstehen.

Eine besondere Attraktion beim Marktfest ist das Sauaugenweitspucken

An die eher Hartgesottenen unter den Besuchern richtete sich das Angebot der Jungen Mannschaft: An ihrem Stand konnte man sich nicht nur verpflegen, sondern sich auch im Sauaugenweitspucken mit echten, in Alkohol eingelegten Tieraugen versuchen. Wer das bunte Spektakel an diesem Wochenende versäumt hat, hat am kommenden Wochenende vom 5. bis zum 7. Juli eine zweite Chance, das „historische Marcktfest auff’m Waldt“ zu erleben. (stn, ug, sid)

Jede Menge Bilder vom Festwochenende gibt es im Internet unter

www.mindelheimer-zeitung.de

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren