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Schulen

22.06.2017

Hitzefrei war einmal

Warum Kinder auch bei 33 Grad im Schatten kaum auf vorzeitigen Schulschluss hoffen dürfen

Diese Woche verlangt einiges ab. Draußen brennt die Sonne vom Himmel, und in den Klassenzimmern sollen die Kinder aufmerksam dem Unterricht folgen und fleißig lernen. Dass das nur schwer zusammengeht und Kinder oft sehr unkonzentriert sind, wissen natürlich alle Schulleiter und Lehrkräfte. Aber einfach hitzefrei zu geben, das war vor Jahren noch einfacher als heute.

Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß verweist auf die Bayerische Schulordnung. Demnach ist es möglich, den Unterricht vorzeitig zu beenden, nicht jedoch einen Unterrichtstag gänzlich ausfallen zu lassen. In den Grundschul- und Mittelschulordnungen finden sich gar keine Regelungen mehr zu diesem Thema. Immer wieder habe es von Elternseite Klagen wegen Unterrichtsausfalls gegeben, sagt Fuß. Berufstätige Eltern wollten sicher gehen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind.

In Schulen wird heutzutage auch mehr als Unterricht geboten. Mittagsbetreuung, Ganztagesbetreuung, offene Ganztagesschule sind einige Stichworte. Schulen sind hier in der Pflicht, verlässlich die Kinder zu betreuen. Auch die Schulbusse sind zu festgelegten Zeiten unterwegs. Bei vorzeitigem Schulschluss kommen auswärtige Kinder nicht ohne weiteres nach Hause.

Das Schulamt rät Rektoren und Lehrkräften, ihren Unterricht den Wetterbedingungen anzupassen. „Unterrichtsausfall sollte es möglichst wenig geben“, sagt Fuß. In der Memminger Lindenschule gibt es sogar ein Klassenzimmer im Freien, das an besonders schönen Tagen genutzt werden kann.

Einzelne Schulen wie etwa die Grund- und Mittelschule in Kirchheim können sogar mit klimatisierten Klassenzimmern aufwarten. Da spielen die 33 Grad im Schatten, die vor der Schule gemessen werden, keine Rolle mehr. (jsto)

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