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Bad Wörishofen

07.07.2019

Hitzige Debatte ums Guggerhaus

Das Kunst- und Kulturhaus „Zum Gugger“ in Bad Wörishofen.
Bild: Heinrich

Wie sieht die Zukunft des Gebäudes aus? Die Pläne der Stadtverwaltung stoßen im Stadtrat auf große Skepsis.

Für viel Wirbel haben im Stadtrat die Pläne für das Guggerhaus Bad Wörishofen gesorgt. Kurdirektorin Petra Nocker und Rathaus–Geschäftsleiter Martin Aicher wollen das Gebäude gerne als „unabhängiges Kunst- und Kulturhaus der Stadt“ nutzen. Dies sei sinnvoller und „der Schenkungsabsicht entsprechend“. Das Gebäude sei eine Schenkung an die Stadt gewesen, keine Stiftung, machte Bürgermeister Paul Gruschka (FW) am Ende einer hitzigen Debatte verärgert klar. Im Stadtrat gab es nämlich erhebliche Zweifel an den Plänen für das Gebäude, für das seit Längerem keine Veranstaltungsräume mehr gebucht werden können, um der gewünschten Umnutzung des Guggerhauses keine Hürden in den Weg zu legen. Doch daraus wird erst einmal nichts.

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„Mir ist schon länger bekannt, dass Frau Nocker das Guggerhaus loshaben will um einen schickeren Haushalt zu bekommen“, kritisierte SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel. Nach den Plänen soll das Gebäude vom Kur- und Tourismusbetrieb an das Hauptamt gehen. Aicher soll künftig die Belegung koordinieren. „Diese Vorlage löst aber kein einziges Problem“, befand Ibel. „Wir sparen hier keinen einzigen Cent.“ Ibel verlangte ein „vernünftiges Konzept; das hier ist gar nichts.“ Er beantragte die Absetzung, was der Rat gegen drei Stimmen auch so beschloss. Doch damit war die Debatte noch nicht zu Ende. Am Schluss der Sitzung brachte Zweiter Bürgermeister und CSU-Fraktionssprecher Stefan Welzel das Thema nochmals auf. Er wollte wissen, wie es in Sachen Buchbarkeit des Gebäudes weitergeht. „Darum kümmern wir uns“, sagte Aicher. Nun ergriff auch Kämmerin Beate Ullrich das Wort und rüffelte ihre Amtsleiterkollegin Nocker. „Mit dieser Vorlage hätte ich dem Stadtrat sofort empfohlen, das abzulehnen“, sagte sie. Sie selbst sei ja kaum eingebunden worden. Sie bat darum, beim „nächsten Mal auch die Steuerbelange zu berücksichtigen.“ Das hatte schon Ibel kritisiert. Der Kurbetrieb könne Vorsteuer abziehen, das Hauptamt nicht.

Worum es bei den Änderungsplänen geht

Nocker machte deutlich, worum es ihr bei der gewünschten Änderung geht, auch am Tag nach der Sitzung gegenüber unserer Redaktion.

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Versuche, das Guggerhaus für geschäftlichen Tourismus etwa mit Meetings zu etablieren, seien erfolglos geblieben. Dies hänge auch mit der räumlichen Situation zusammen. Gleichzeitig gebe es eine hohe Nachfrage nach Veranstaltungsräumen von Vereinen und Organisationen, etwa der Volkshochschule. Diese ist derzeit im Rathaus mit Kursen aktiv. Weder Nocker noch Aicher halten das für eine ideale Lösung. „Der Ablauf stellt zudem ein Sicherheitsrisiko dar“, hatte Aicher schon in seiner Vorlage für die Stadträte geschrieben. Kurse fänden oft am Abend statt, das Rathaus stehe auch nach Dienstschluss der Verwaltung noch lange offen. Im Guggerhaus dagegen werde das Gebäude nach Veranstaltungsende von einer Beschäftigten geschlossen. Zudem soll sich der Guggerhaus-Hausmeister laut Aichers Vorstellung auch um die Kindergärten der Stadt kümmern, die bislang ohne Hausmeister auskommen müssen. An den Konditionen für Vereine und Organisationen wolle man nichts ändern.

„Wir wollen mehr Kunst und Kultur im Guggerhaus, nicht weniger“, sagte Nocker unserer Zeitung. „Wir wollen die Räume besser nutzen, sie stehen oft leer.“ Für Kultur sei zudem „eigentlich das Hauptamt zuständig“, sagt Aicher. Nocker betont: „Wir wollen das Haus nicht stilllegen, sondern stärken, auch mit den Vereinen.“ Das Guggerhaus „sei zu schön, um leer zu stehen“.

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