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Jahresrückblick 2019

30.12.2019

Hochwasserdamm schützte Dirlewang vor Überschwemmung

Land unter herrschte im Mai zwischen Unteregg und Dirlewang. Das Hochwasserrückhaltebecken war nach tagelangem Regen vollgelaufen und schützte Dirlewang so erfolgreich vor den Wassermassen. Ohne den Damm wären möglicherweise sogar Teile von Apfeltrach und Mindelheim unter Wasser gestanden.
Bild: Bernd Feil

Plus Der Hochwasserdamm bei Dirlewang hat den Ort im Mai 2019 vor den Wassermassen geschützt. Auch andernorts stiegen die Pegel.

Hervorragende Dienste hat im Mai nach anhaltendem Dauerregen der Hochwasserdamm vor Dirlewang geleistet: Er schützte den Ort und nach Einschätzung von Flußmeister Martin Merk wohl auch Teile von Apfeltrach und Mindelheim vor den Wassermassen - das zeigen auch die spektakulären Bilder in diesem Artikel.

Die Wassermassen wurden in dem Becken vor Dirlewang zurückgehalten und nur in solchen Mengen in die Mindel geleitet, die diese problemlos bewältigen konnte: 13,6 Kubikmeter Wasser in der Sekunde ließ Merk durch das Stauwehr passieren, während am Vortag 25 Kubikmeter pro Sekunde von oben nachgekommen waren. Das Rückhaltebecken war mit rund 300.000 Kubikmetern Wasser zur Hälfte gefüllt und hätte auch noch weiterem Regen standgehalten.

Eine Straße bei Dirlewang war wegen des Hochwassers gesperrt

Vollgelaufene Keller wie in der Vergangenheit blieben dadurch aus, lediglich die Straße zwischen Unteregg und Dirlewang war teilweise überflutet und deshalb für den Verkehr gesperrt. (Hier erfahren Sie mehr: Hochwasser im Unterallgäu: Straße bei Dirlewang gesperrt)

Hochwasserdamm schützte Dirlewang vor Überschwemmung

Bei Westernach gab es ebenfalls Überschwemmungen. Insgesamt kam die Region jedoch mit einem blauen Auge davon. Offenbar haben sich die Investitionen in den Hochwasserschutz in den vergangenen 15 Jahren gelohnt. Denn auch in Stetten, Oberrieden und Dorschhausen wurden – wenn auch im kleineren Umfang als in Dirlewang – die Hochwasserrückhaltebecken eingestaut.

1999 starb in Dirlewang ein Rentner, der einen Keller abdichten wollte

In Dirlewang hatten Überschwemmungen in der Vergangenheit immer wieder schwere Schäden angerichtet. Bei dem verheerenden Pfingsthochwasser 1999 war sogar ein Rentner ums Leben gekommen, als er einen Keller abdichtete. Nach fünf weiteren Überflutungen gelang es der Gemeinde schließlich, 2005 und 2006 den Hochwasserdamm zu bauen, der in diesem Jahr Schlimmeres verhindert hat. Denn ohne ihn, davon ist Flußmeister Martin Merk überzeugt, wären die Dirlewanger Anlieger ein weiteres Mal stark betroffen gewesen.

Lesen Sie auch: So wird der Hochwasserschutz in Mattsies

Der Damm ist knapp sieben Meter hoch und drosselt am Durchlassbauwerk den Abfluss der Mindel in Richtung Norden. Bei Hochwasser sorgen zwei sogenannte Rinnenschützen dafür, dass sich das Wasser staut und kontrolliert ablaufen kann. Die vollautomatische Anlage wird rund um die Uhr von Personal vor Ort überwacht, wenn Hochwasseralarm ausgelöst wurde.

So sah das Hochwasser bei Dirlewang und Breitenbrunn aus:

Hochwasserdamm schützte Dirlewang vor Überschwemmung
24 Bilder
Hochwasser bei Dirlewang und Breitenbrunn
Bild: Johann Stoll, Sabine Adelwarth, Ulla Gutmann

Auch in Westernach stieg der Pegel an:

Hochwasser im Unterallgäu: Die Westernach bei Westernach
Video: Markus Sontheimer
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