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Bad Wörishofen

27.09.2019

Hunderte Kinder erleben eine besondere Schulstunde

Eine besondere Unterrichtsstunde erlebten rund 450 Kinder in Bad Wörishofen. Möglich gemacht hatten das Christoph Adt (stehend von links), Hans-Joachim Kania, Johann Stoll und Winfried Roch gemeinsam mit dem vbw-Festivalorchester des Festivals der Nationen.
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Eine besondere Unterrichtsstunde erlebten rund 450 Kinder in Bad Wörishofen. Möglich gemacht hatten das Christoph Adt (stehend von links), Hans-Joachim Kania, Johann Stoll und Winfried Roch gemeinsam mit dem vbw-Festivalorchester des Festivals der Nationen.
Bild: Maria Schmid

 „Kinder spielen für Kinder“ heißt es in Bad Wörishofen in Zusammenarbeit mit der Mindelheimer Zeitung.

Viel zu sehen und zu hören gab es gestern für rund 450 Schülerinnen und Schüler in Bad Wörishofen. „Kinder spielen für Kinder“ hieß es im Kurtheater, ein Bildungsprojekt im Vorfeld des Festivals der Nationen, initiiert in Zusammenarbeit mit dem Verlag Hans Högel und der Mindelheimer Zeitung. Hans-Joachim Kania unterstützt auch hier die Kinder- und Jugendprojekte des Festivals. Gekommen waren Schüler aus Kammlach, Mindelheim, Tussenhausen, Türkheim, dem Maristenkolleg Mindelheim, der International School Augsburg, der Realschule Rain und vom Sonderpädagogischen Förderzentrum Mindelheim. Sie erlebten 77 der besten Nachwuchsmusiker Bayerns, selbst erst 11 bis 17 Jahre alt: das „vbw-Festivalorchester“.

Drum Session mit dem vbw-Festivalorchester im Kurhaus Bad Wörishofen.
Video: Johann Stoll

Johann Stoll, Redaktionsleiter der Mindelheimer Zeitung, brachte den Kindern das Geschehen auf der Bühne nahe – und die jungen Künstler selbst. Die Gäste erfuhren, dass fast alle Orchestermitglieder fünf bis acht Stunden am Tag üben. Die Kinder erfuhren: Neben Talent ist das Wichtigste die Liebe zum ausgesuchten Instrument. Wenn dann noch fleißig geübt wird, dann stellen sich die Erfolge ein.

Was Kinder wissen wollen: Wie lang wäre ein „ausgerolltes“ Horn?

Christoph Adt, der künstlerische Leiter des Orchesters, rief einzelne Musiker auf ihre Instrumente vorzustellen. Da tauchte beim Zeigen des Horns und der Trompete die Frage auf: „Wenn man das Horn auseinanderrollen würde, wie lang wäre es? Und wie ist der Unterschied zur Trompete?“ Das B-Horn wäre dann 2,75 Meter lang, das F-Horn sogar 3,78 Meter. Die Trompete klingt bei 1,34 Meter natürlich dann ganz anders. Musik gab es natürlich auch. Das Streich-Quartett, bestehend aus zwei Violinen und zwei Celli, spielten den Anfang aus „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Das kannten fast alle Schüler im Saal. Christoph Adt erzählte, es sei das erste Stück klassischer Musik gewesen, das er als Kind hörte. Das Horn-Quartett spielte aus „Tannhäuser“ von Richard Wagner. Auf die Frage, ob das ein Schüler kennen würde, kam nur diese Antwort: „Das klingt nach Beerdigungsmusik“. Die Schüler setzten sich mit dem Gehörten auseinander, waren sichtlich voll bei der Sache. Kein Wunder: Auf die Frage von Christoph Adt, wer selbst ein Instrument spielt, da flogen die Arme der meisten Kinder in die Höhe.

Hunderte Kinder erleben eine besondere Schulstunde

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Johann Stoll holte zwei Buben und zwei Mädchen auf die Bühne. Sie durften nun hautnah bei den jungen Musikern sein und ihnen direkt zuschauen und zuhören. Die Pauken interessierten sie besonders. Dass ein Mädchen am Ende den großen Tam-Tam-Gong selbst schlagen durfte, war ein besonderes Erlebnis. Die Kinder erfuhren: Auch auf die Pauke hauen muss gelernt werden. Denn eine Pauke erzeugt sehr unterschiedliche Töne. Die Kinder im Saal waren sichtlich begeistert. Den krönenden Abschluss der besonderen Unterrichtsstunde bildete Tschaikowskys 3. Satz in G-Dur, das „Allegro molto vivace“, aus der Sinfonie Nr. 6, der „Pathetique“ in h-Moll, op. 74. Die ganze Sinfonie und mehr können die Besucher am Samstag, 28. September, im Kursaal erleben, natürlich mit dem vbw-Festivalorchester.

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