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Gefährliche Keime

11.02.2015

Hygiene fängt zu Hause an

Bettina Heger unterrichtet Küchenpraxis. Am Kühlschrank zeigt sie, wo mit einem Wattestäbchen gereinigt werden muss, um für umfassende Hygiene zu sorgen.
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Bettina Heger unterrichtet Küchenpraxis. Am Kühlschrank zeigt sie, wo mit einem Wattestäbchen gereinigt werden muss, um für umfassende Hygiene zu sorgen.

Was an Herd, Kühlschrank und Spülmaschine zu beachten ist. Hauswirtschaftslehrerinnen der Landwirtschaftsschule geben Tipps

Fachleute sind alarmiert: Zunehmend treten in Krankenhäusern Keime auf, gegen die kein Mittel mehr wirkt. Antibiotika schlagen nicht mehr an. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass in Kiel sogar mehrere Patienten an den Folgen solcher resistenter Keime gestorben sind. Die Verantwortlichen im Mindelheimer Krankenhaus setzen auf konsequentes Hygienemanagement und beschäftigen eine eigene Mitarbeiterin, die peinlichst darauf achtet, dass Keime erst gar keine Chance bekommen sich zu vermehren. Weil Hygiene in jedem Haushalt anfängt, haben wir uns Rat bei den Fachleuten der Landwirtschaftsschule Mindelheim geholt.

Fachlehrerin Bettina Heger weiß am besten, worauf in einem Haushalt zu achten ist. Sie unterrichtet 20 Frauen im Fach Küchenpraxis, die sich innerhalb von zwei Jahren zur Hauswirtschafterin ausbilden lassen. Heger fängt bei ihrem Rundgang durch die Welt eines normalen Haushalts dort an, wo mit die größte Nachlässigkeit herrscht: beim Kühlschrank. Dort finden sich mehr Keime als auf einer WC-Brille.

Die Ablaufrinne wird besonders gern vergessen. Bettina Heger nimmt ein Wattestäbchen und reinigt damit mit wenigen Handgriffen den Ablauf. Keime lieben Kondenswasser – ganz besonders, wenn sich noch Saft-, Joghurt- oder Milchreste darin befinden.

Alle paar Wochen sollten alle Fächer mit einem feuchten Tuch ausgewischt werden. Alle losen Teile werden am besten in der Spülmaschine bei 60 Grad gereinigt.

Die Hygiene im Kühlschrank fängt aber schon beim Lagern an. Eier gehören grundsätzlich aus dem Karton genommen und ins Eierfach gelegt, sagt Heger. So wird vermieden, dass Schmutz in den Kühlschrank kommt.

Fleisch und Wurst sollten aus den Folien entnommen werden und in Kunststoffboxen verstaut werden. Für Hackfleisch gilt die eiserne Regel: Es sollte noch am selben Tag verarbeitet werden, an dem es gekauft wurde. Wer bereits verpacktes Hackfleisch kauft, sollte auf das Verbrauchsdatum achten. Das ist der letztmögliche Tag, an dem das Lebensmittel verzehrt werden darf. Das Mindesthaltbarkeitsdatum etwa auf Käse bedeutet keineswegs, dass dieses Lebensmittel nach Ablauf bereits verdorben ist.

Kleingedruckt steht noch etwas auf den Hackfleischpackungen: eine Temperaturangabe. Meist sind es zwei oder vier Grad Celsius. In einem üblichen Kühlschrank ist es aber meist nicht kühler als sieben Grad. Entsprechend vorsichtig sollten die Verbraucher mit Hackfleisch verfahren.

Und dann sollten Lebensmittel in den richtigen Fächern verstaut werden. Milch im Seitenfach, Gemüse unten, Käse in der Mitte und Fleisch, Wurst und abgedeckte Speisereste oben, wo es am kühlsten ist. Tiefkühlware sollte im Sieb mit Schüssel langsam im Kühlschrank auftauen.

Regelmäßig gereinigt gehören auch Eisfächer. Heger empfiehlt zum Abtauen besonders die kalte Jahreszeit. Denn dann kann man alles Tiefgefrorene in eine Wanne legen und im Garten oder auf dem Balkon zwischenlagern, ohne Gefahr zu laufen, dass etwas auftaut. Beim Einfrieren ist es wichtig, nicht irgendwelche Tüten zu nehmen, sondern Gefrierbeutel, die nicht beschädigt sein dürfen.

Auch an Herd und Küche gilt es einige Regeln zu beachten. Fleisch und Gemüse gehören auf verschiednen Brettern zerkleinert. In der Landwirtschaftsschule nehmen sie dazu verschiedenfarbige Bretter – rot für Fleisch, gelb für Obst. Speisen müssen auch ausreichend erhitzt werden. Als Regel gilt: mindestens zehn Minuten lang bei 75 Grad.

Auch die Spülmaschine verdient regelmäßige Pflege. Hauswirtschaftsdirektorin Ursula Bronner rät, das Gerät alle vier Wochen auf hoher Temperatur laufen zu lassen. Dann würden gefährliche Keime abgetötet. Das sollte man auch bei der Waschmaschine tun. Sie empfiehlt auch, immer mal wieder kochendes Wasser ins Spülbecken zu schütten.

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