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Unterhaltung

13.02.2017

Ich bin weder pflegeleicht noch Perwoll-gespült

„Roch’n’Roll-Jesus“ heißt das neue Programm von Bembers. Der fränkische Comedian nimmt dabei nicht nur die Kirche aufs Korn. In Mindelheim tritt Bembers am Donnerstag, 16. Februar, auf.
Bild: Kutscherauer

Bembers, der Heavy-Metal-Musiker unter den Comedians kommt mit seinem neuen Programm „Rock’n’Roll Jesus“ nach Mindelheim

Herr Bembers, funktioniert das, Sie so anzusprechen?

Nein, das ist ja Blödsinn. Zum Bembers sagt man Du. Außerdem fühl ich mich sonst auch furchtbar alt.

Gut, das habe ich mir fast schon gedacht. Dann ist die nächste Frage, wenn man dich auf der Straße sieht, erkennt man dann in dir den Bembers?

Ich bin weder pflegeleicht noch Perwoll-gespült

Ja klar, da gibt es keinen Unterschied. Mich erkennt man mittlerweile auch außerhalb Frankens. Das hat schon zu einigen unfreiwilligen Fotoshootings geführt. Aber da hab ich beim Erfinden der Figur einfach nicht aufgepasst. Ein Atze Schröder, der nimmt die Perücke und die Brille ab und ihn erkennt kein Mensch. Das geht bei mir nicht und ist manchmal ein wenig unpraktisch.

Dein neues Programm heißt Rock’n’Roll Jesus. Was haben Rock und Jesus gemeinsam?

Der Jesus war für mich klar auch ein Rock’n’Roller, der hat ganz schön für Wirbel gesorgt. Der ist nicht mit dem Strom geschwommen und das ist bei mir das Gleiche. Ich bin jetzt auch nicht der kinderfreundliche, pflegeleichte und Perwoll-gespülte Komiker. Ich bin schon einer, der aneckt. Sei es dadurch, dass ich Stories unter der Gürtellinie erzähle oder den Leuten den Spiegel vorhalte. Wenn jetzt jemand sehr gläubig ist, der hat damit schon so seine Probleme.

Gibt es denn viele, die sagen, dass man darüber keine Witze machen darf?

Klar, aber über was soll man denn heutzutage keine Witze mehr machen dürfen. Schau dir doch mal Donald Trump an, das ist doch eine einzige Comedy Veranstaltung, so traurig das auch ist.

Muss man sich bei Religion wieder an früher an die Schule erinnern?

Ganz klar, das kommt in meinem Programm auch zur Sprache. Ich bin für einen typischen Franken ja auch ungläubig aufgewachsen: Ich bin ja evangelisch (lacht). Aber da lernt man das auch, dass so viele zu fanatisch sind in ihrem Glauben. Von mir aus können Menschen an eine grüne Lampe glauben, solange sie dabei niemanden ans Bein pinkeln, ist das o.k. Für mich wäre es außerdem wichtiger, wenn man durch die Religion eine Art menschliches Basiswissen vermitteln würde: Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen und so weiter. Darauf sollten wir uns alle einigen.

Was ist der größte Unterschied zwischen dem zivilen Musiker und Kabarettisten und dem Bembers?

Dass der Bembers alles völlig überspitzt und ziemlich krass formuliert. Das muss man wissen, wenn man sich meine Show anschaut. Manuela Frieß

Das Interview führte der Bembers natürlich im fränkischen Dialekt – „Klar, ey horch amol!“ Zur besseren Lesbarkeit wurde es jedoch „übersetzt.“

Bembers kommt am Donnerstag, 16. Februar, um 20 Uhr mit seinem Programm Rock’n’Roll Jesus nach Mindelheim. Karten gibt es beim MZ-Ticketservice unter der Nummer 08261/991375.

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