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Projekt

28.05.2018

Ideen für mehr Sicherheit auf dem Bauernhof

Der stellvertretende Schulleiter der Berufsschule Mindelheim, Sven Meyer-Huppmann, Bildungsberater Markus Hofmann (hinten von links) sowie Klassenlehrer Reinhold Harbich und Robert Deininger vom technischen Aufsichtsdienst der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben (hinten von rechts) gratulierten allen Teilnehmern sowie den drei Gewinnern Marie Bombeck aus Böhen (vierte von links), Manuel Schweyer (fünfter von links) aus Bad Wörishofen und Stefanie Baur (sechste von links) aus Türkheim.
Bild: Ulla Gutmann

Was sich die angehenden Landwirte alles haben einfallen lassen, um Unfällen vorzubeugen

Geballte Frauenpower, so könnte man es nennen, wenn zwei angehende Landwirtinnen im Berufsgrundschuljahr beim sogenannten Arbeitsvorhaben, einem Projekt zur Verbesserung der Sicherheit auf Bauernhöfen, den ersten und dritten Platz belegen. Stefanie Baur und Marie Bombeck waren die einzigen weiblichen von insgesamt 20 Teilnehmern, und sie waren bei den Besten. Acht Wochen hatten die Schüler der Mindelheimer Berufsschule an ihren Projekten gearbeitet mit dem Ziel, Unfallgefahren im Betrieb zu verringern, Erfahrungen zu sammeln und dazuzulernen und dabei auch die Arbeit am Hof zu erleichtert.

„Warum haben wir das nicht schon früher gemacht“, diese Frage stellten sich die Schüler, ihre Eltern bzw. die Hofbesitzer oft, wenn sie sich über die Vorteile der neuen Treppen, Geländer für die Absturzsicherung oder der Rückfahrkamera am Ladewagen freuten.

Ausbildungsberater Markus Hofmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Mindelheim und Robert Deininger vom Technischen Aufsichtsdienst der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben begleiteten und bewerteten die Arbeiten.

Deininger wies bei der Preisverleihung in der Berufsschule darauf hin, dass im vergangenen Jahr allein in Bayern 30000 Unfälle in der Land- und Fortswirtschaft registriert wurden. So wird bei der Ausbildung viel Wert gelegt auf den sicheren Umgang mit Maschinen. Die Schüler werden sensibilisiert, wo Gefahren lauern und wie sie vermieden werden. Sie konnten das, was sie im Unterricht über Holz- und Metallbau gelernt hatten, gut umsetzen bei ihren Projekten. Bei Geländern mussten Rohre verschweißt werden, Bretter zugeschnitten und abgeschliffen werden. Gitterroststufen mit geriffelter Oberfläche wurden verschraubt, auf denen auch nasse Gummistiefelsohlen nicht rutschen.

Siegerin Stefanie Baur hatte oben am Strohlager eine Absturzsicherung angebracht. Zum täglichen Einstreuen bleibt die Absicherung geschlossen, zum Auffüllen mit neuen Strohballen etwa alle zwei Wochen kann das Geländer mit wenig Kraftaufwand weggeschwenkt werden, weil der Drehpunkt mit Gegengewicht entsprechend konzipiert wurde. Das meiste Material war auf dem Hof schon vorhanden, wie bei vielen anderen Schülern auch, sodass mit reinem Arbeitseinsatz und wenig Kosten viel gewonnen werden konnte.

Marie Bombeck erneuerte die Treppe vom Kuhstall zum Kraftfuttersilo und baute eine Absturzsicherung im Kälberstall. Die dazugehörige Treppe kann hochgeklappt werden. Den für ihre Konstruktion notwendigen Motor musste sie kaufen. Den zweiten Platz erreichte Manuel Schweyer mit einer beeindruckenden Treppenkonstruktion aus Holz, sauber verarbeitet und sehr hoch, weil sie bis zum oberen Ende des Hochsilos führt.

Thomas Frey hatte sich ein ganz anderes Ziel gesetzt: die Werkstatt ausräumen. Alles musste sortiert werden. Was ist weiter zu verwenden, was soll entsorgt werden? Dann wurden die Wände gestrichen und die Werkstatt wurde neu eingeräumt. Auf den dazu gezeigten Fotos war der Unterschied klar zu erkennen: die neue Werkstatt hell und geräumig, dazu Licht, Strom und Druckluft sinnvoll verteilt und installiert. Und bei dem vielen Krempel zuvor „hat es uns schon mal aufs Maul gelegt“, wie Frey auf gut Schwäbisch zugab. Über 60 Stunden Arbeitsaufwand hatten sich gelohnt. Jeder der 20 Schüler hatte sich Gedanken gemacht und sein Projekt erfolgreich umgesetzt.

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