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Umwelt

23.01.2019

Im Auftrag von Kröte, Bachmuschel und Biene unermüdlich im Einsatz

Die Ortsgruppe Türkheim-Ettringen des Bund Naturschutz hat sich dem Kampf gegen das Artensterben verschrieben. Zusätzliche Öffnungszeiten im Rathaus für „Rettet die Bienen“

Ein kleiner Nebenraum des Gasthauses „Zum Bäurle“ sollte die Bühne für die Jahreshauptversammlung der Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe Türkheim-Ettringen bilden; in Anbetracht der unwirtlichen Witterung draußen zwar gut geheizt, urig-gmiatlich noch dazu – doch leider viel zu klein für all die Ehrenamtlichen und Interessierten, die ihre Zeit dem ambitionierten Ortsverein zur Verfügung stellen und auch der Jahreshauptversammlung nicht fernbleiben wollten. Kurzerhand straffte die Vorsitzende Gudrun Kissinger-Schneider die Schultern, verließ den Nebenraum und kam mit der Nachricht wieder, man siedele in den Hauptraum um.

Beinahe stellvertretend steht diese Szene für den rührigen Ortsverein selbst: Zwar mag er von außen betrachtet klein erscheinen, ist das Spektrum an Themen und Aktionen, die über das Jahr absolviert werden, immens – und vor allen Dingen nachhaltig. Denn um nichts mehr geht es dem Ortsverein, als um den Schutz der Natur, der Sensibilisierung des Einzelnen, der mit seinem Wirken Einfluss nimmt, aber auch Spuren hinterlässt.

So waren es denn viele einzelne Aktionen, die Gudrun Kissinger-Schneider im Rahmen ihres Rückblicks auf das abgelaufene Vereinsjahr Revue passieren lassen konnte, darunter etwa die Teilnahme an der Demo „Mir ham’s satt!“ am 6. Oktober in München.

Dazu hat sich der BN einem breiten Bündnis aus Verbänden, Initiativen und Organisationen angeschlossen, um „Agrarindustrie und Flächenfraß zu stoppen!“, so deren Motto.

Auch im Kleinen konnten Akzente im Umweltschutz gesetzt werden, etwa wieder mit einem Verkaufsstand im Rahmen des Türkheimer Biomarkts, mit der Aktion Blühwiese an der Motzetstraße oder dem jährlich wiederkehrendem Aufwand, Amphibien sicher durch die Paarungszeit zu bringen. „Im Kleinen“ gilt hier längst nicht mehr, denn rund 42 Stunden Sammelzeit fallen dabei an; 625 Molche, Kröten und Frösche konnten 2018 entlang des Zauns aufgesammelt werden..

Auch der Ausblick aufs kommende Ortsgruppen-Jahr zeigt durchaus weitere, ambitionierte Veranstaltungspunkte. Mit einer der wichtigsten dürfte der Start des Volksbegehrens „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ sein, der ab 31. Januar (bis 13. Februar) eine Million Menschen in Bayern zur persönlichen Unterschrift ins heimische Rathaus locken soll. Ehrensache für den BN Türkheim-Ettringen, zum Start auch vor dem örtlichen Rathaus zu erscheinen, in der Hoffnung, so viele Bürger wie möglich von einer Teilnahme am Bürgerbegehren zu überzeugen.

Interessant versprechen auch die Vorträge „Geld wird zu gutem Geld!“ (Freitag, 8. Februar, 19.30 Uhr) im Katholischen Pfarrheim und „Rette die Welt ... wenigstens ein bisschen!“ (Mittwoch, 3. April, 19 Uhr) im Gasthaus Olympia zu werden. Alle weiteren Termine und Veranstaltungen finden Interessierte auf der Homepage der Ortsgruppe; dazu im Browser einfach den Suchbegriff „Bund Naturschutz Türkheim“ eingeben.

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung konnte Gudrun Kissinger-Schneider mit Armin Weh und Iris Schmid zwei Mitglieder ehren, die bereits über 30 Jahre dem Verein die Treue halten, was wohl nicht selbstverständlich ist. Was es bedeutet, seine Freizeit für eine gemeinnützige Sache unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, konnte zudem an diesem Abend in der Person des bis dato Zweiten Vorsitzenden Rudolf Mendle ausgemacht werden.

Nicht nur als langjähriger „BNler“ zeigt Mendle Einsatz, er sitzt auch für die Grünen im Türkheimer Marktgemeinderat und ist zeitgleich Kopf des Energieteams. Mit Blick auf dieses umfassende Engagement kam es wohl an diesem Abend für keinen überraschend, dass Rudolf Mendle sein Amt als Stellvertreter zur Verfügung stellte.

Für ihn konnte Brigitte Mücksch-Klein gewonnen werden, als „Herz und Motor der Gruppe“ setzte sich erneut Gudrun Kissinger-Schneider als Vorsitzende durch. Auch Gudrun Martin übernimmt für die nächste Amtszeit wieder die Kasse, als Beisitzer fungieren nun Tina Melder, Armin Weh, Karl Albrecht und Alexander Wieland.

Wie Bürgermeister Christian Kähler bei der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt gab, will auch die Gemeinde alles dafür tun, dass sich möglichst viele Türkheimer in die Listen zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ eintragen können. Dazu werden neben den üblichen Zeiten zusätzliche Öffnungszeiten im Rathaus angeboten. Am Donnerstag, 7. Februar, bis 20 Uhr und am Samstag, 9,. Februar, 10 bis 12 Uhr, angeboten. Wer sich in die Listen für das Volksbegehren eintragen will, muss seinen Personalausweis oder Reisepass dabei haben.

Das Rathaus in Türkheim ist immer Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und Montag bis Mittwoch von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Donnerstag von 13 bis 17 Uhr. Zusätzlich geöffnet zur Eintragung für das Volksbegehren (Eintragungsfrist vom 31. Januar bis 13. Februar) am Donnerstag, 7. Februar, bis 20 Uhr und am Samstag, 9. Februar, von 10 bis 12 Uhr.

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