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Tag der offenen Tür in Mindelheim

20.04.2015

Im grünen Kittel dem Herzen ganz nah

Keine Operation ohne grüne Kittel. Wer zuschauen wollte, wie eine Schlüsselloch-OP mit dem 3D-Katheter funktioniert, musste sich beim Tag der offenen Tür in der Kreisklinik natürlich auch in die klassische Schutzkleidung hüllen.
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Keine Operation ohne grüne Kittel. Wer zuschauen wollte, wie eine Schlüsselloch-OP mit dem 3D-Katheter funktioniert, musste sich beim Tag der offenen Tür in der Kreisklinik natürlich auch in die klassische Schutzkleidung hüllen.
Bild: Issing

Wie beim Tag der offenen Tür im Mindelheimer Krankenhaus Gummibärchen gerettet und Teddys geröntgt wurden.

Nein, es war keine neue Grippewelle ausgebrochen. Der Ernstfall wurde nur geprobt. Wenn die Kreisklinik Mindelheim aber an einem Tag so viele Patienten hätte aufnehmen müssen wie am Samstag durch die „offenen Türen“ drängten, wären Ärzte und Pflegepersonal vermutlich völlig überfordert gewesen.

Mehr als 2000 Besucher waren gekommen, um einen Blick hinter die Kulissen des Klinikalltags zu werfen, um den Ärzten und Schwestern über die Schulter zu schauen. Außerdem konnten sie auch selbst zum Skalpell oder zu Nadel und Faden greifen.

Kreisrätin Karin Schmalholz aus Apfeltrach interessierte sich für die neue Notaufnahme. Ihr dreijähriger Enkel Johannes, der mal Feuerwehrmann werden will, hatte gefragt: „Wohin kommen denn die Leute, die mit dem Notarztwagen weggefahren werden?“ Die Antwort folgte auf dem Fuße. Feuerwehr und Rotes Kreuz simulierten diese Szenerie sehr anschaulich. Mit Sirenengeheul rückten die Retter an und bargen einen Schwerverletzten. Schritt für Schritt zerlegten sie mit Schere und Spreizer dessen Autowrack und transportierten das Unfallopfer in die Notaufnahme. Dort war auch Peggy Auerhammer, die Frau des leitenden Arztes anzutreffen. „Ich wollte mal sehen, was mein Medizinmann den ganzen Tag so alles treibt“, scherzte sie.

Das begehbare Herz war ein echter Renner

Während der Rettungsaktion auf dem Freigelände, herrschte auch in allen Abteilungen der Kreisklinik großer Andrang. Vor allem das begehbare Herz war bevorzugtes Ziel. Wer das Glück hatte, in dem übergroßen Modell Dr. Peter Steinbigler zu treffen, erfuhr vom ärztlichen Direktor vieles über die Funktion der Herzklappen und sah auch ein kleines rotes Blutkörperchen durch die „Pumpe“ segeln.

„Schutzkleidung anlegen“, hieß es für die Besucher beim Betreten des OP. Drinnen zeigten Chirurg Dr. Markus Tietze und Schwester Melanie Schreff zwei kleinen Mädchen, die assistieren durften, wie ein Schlüsselloch-Eingriff mit einem 3-D-Katheter funktioniert. Dabei wurden aus der Bauchhöhle einer Puppe Gummibärchen gerettet.

Die achtjährige Angelina will einmal in die Fußstapfen ihres Papas, des Arztes Dr. Denis Gorbach, treten. Beim Tag der offenen Tür übte sie schon mal verschiedene Nähtechniken bei Operationen und Verletzungen.

Großer Andrang herrschte auch in der „Teddyklinik“, wo die Plüschtiere der Kinder geröngt und ärztlich versorgt wurden.

Und während das BRK auf dem Freigelände seine Rettungshundestaffel von der Leine ließ, Kinder sich auf einer Hüpfburg oder einer aufblasbaren Kletterwand vergnügten, legte Gesundheitspfleger Bernhard Magerl der kleinen Petra Lehner eine Gipsschiene an, informierte Tobias Dannhart in der „Unterwelt“ des Krankenhauses die Leute, welche ambulanten und stationären Maßnahmen die Physiotherapie anzubieten hat. Bei ihrem Rundgang durch die Klinik kamen die „Patienten in spe“ auf dem Weg zu den mehr als 30 Kurzvorträgen auch an den zahlreichen Aktions-und Infoständen vorbei.

Was wollte die Kreisklinik mit ihrem „Tag der offenen Türen“ erreichen? Dr. Peter Steinbigler sagte: „Für uns ist dieser Tag eine gute Gelegenheit, den Besuchern die Angst vor dem Krankenhaus und den weißen Kitteln zu nehmen und sie davon zu überzeugen, dass sie uns vertrauen können und gut versorgt werden.“ Ein großes Kompliment macht Steinbigler auch seinen Mitarbeitern in der Klinik. „Die haben die Veranstaltung mit großem Engagement und wochenlang vorbereitet.“

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