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Landwirtschaft

16.02.2018

Immer mehr Bauern stellen auf „Bio“ um

Immer mehr Kunden sind bereit, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn sie damit zu einer besseren Tierhaltung beitragen können. Diesen Trend wollen die Schlachtvieherzeuger in unserer Region nutzen.
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Immer mehr Kunden sind bereit, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn sie damit zu einer besseren Tierhaltung beitragen können. Diesen Trend wollen die Schlachtvieherzeuger in unserer Region nutzen.
Bild: Matthias Schrader/dpa

Die Erzeugergemeinschaft Allgäu Schlachtvieh ist mittlerweile Bayerns größter Bio-Vermarkter. In Rammingen präsentiert die Gesellschaft beeindruckende Zahlen

Die Deutschen sind laut einer aktuellen Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft durchaus bereit, für Fleisch und Wurst mehr zu bezahlen, – wenn sie damit zu besserer Tierhaltung beitragen können. Von dieser Einstellung der Verbraucher profitiert auch die „Erzeugergemeinschaft Allgäu Schlachtvieh GmbH (EG), die seit 44 Jahren Fleisch für ihre Mitglieder vermarktet.

Bei einer gut besuchten Mitgliederversammlung im Gasthaus „Stern“ machte Geschäftsführer Bertold Kirchmaier deutlich, dass EG-Fleisch innerhalb einer geschlossenen Erzeugerkette produziert und verkauft wird. „Unsere Landwirte legen größten Wert auf artgerechte Haltung und Tierwohl“, versicherte er. In seinem Geschäftsbericht wartete Kirchmaier mit beeindruckenden Zahlen auf. Danach sind bei der Erzeugergemeinschaft 5019 bäuerliche Familienbetriebe Mitglied, davon sind inzwischen 835 auf „Bio“ umgestiegen. „Mit 4435 in 2017 aufgetriebenen Tieren sind wir der größte Bio-Vermarkter in Bayern“, erwähnte der Geschäftsführer mit Stolz.

Trotz des Strukturwandels in der Landwirtschaft und der Abnahme der bäuerlichen Betriebe ging es bei der „Erzeugergemeinschaft Allgäu“ mit den Auftriebs,- und Schlachtzahlen in den letzten zehn Jahren steil bergauf. Sie schlachtete im vorigen Jahr etwa 43992 Stück Großvieh und etwa 50000 „Borstentiere“. Starke Zuwächse gab es vor allem bei Kälbern und Fressern. Sehen lassen kann sich auch die Bilanz der „Allgäu Schlachtvieh GmbH. Die EG-Tochter vermarktete in 2017 10660 Stück Großvieh, 3106 Schweine und 383 Lämmer. Wesentlich höhere Auftriebszahlen als anno 2016, nämlich 54652 Stück Großvieh und 50363 Schweine sowie einen Marktumsatz von mehr als 59 Millionen Euro – fast sieben Millionen Euro mehr als 2016 – melden EG und GmbH zusammen.

Jürgen Lieb, Plantmanager der Firma Moksel GmbH in Buchloe, beleuchtete die derzeitige Situation auf dem deutschen und europäischen Fleischmarkt. „Man kann davon ausgehen, so Lieb, dass die Nachfrage nach tierischem Eiweiß weltweit steigt. Gründe dafür sieht er in wachsenden Bevölkerungszahlen und in starkem Wirtschaftswachstum speziell in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Die EU liege beim Rind,- und Kalbfleischverbrauch mit elf Kilo pro Kopf und Jahr an 14. Stelle. Bis 2016 sei mit einem Rückgang auf 10,4 Kilogramm zu rechnen.

Und was die Mitglieder der „EG-Schlachtvieh“ vom Moksel-Chef noch erfuhren: Er stuft die Schlachtmengen in diesem Jahr insgesamt als „rückläufig“ ein.

Stark rückläufig seien mit Minus 6,2 Prozent auch die Exporte. Mit Minus 0,5 Prozent falle der Rückgang an Importen nicht so sehr ins Gewicht.

Zu stabilisieren scheint sich nach Meinung von Lieb jedoch die Nachfrage nach Rindfleisch. Dies vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Die Erzeuger könnten daher mit auskömmlichen Einnahmen aus der Rindfleischvermarktung rechnen.

Positiv klingt es auch für die Landwirtschaft, dass sich die Preise bei Jungbullen nach Angaben der Erzeuger um 17 Cent und bei Kühen um 35 Cent pro Kilogramm gegen über 2016 gestiegen sind.

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