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Soziales

10.12.2020

In Kontakt bleiben trotz Kontaktbeschränkungen

Bei der Seniorenarbeit laufen Austausch und Netzwerkarbeit derzeit virtuell

Besonders Senioren sollten sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen – sie zählen laut Robert-Koch-Institut zur Risikogruppe. Doch besonders hochbetagte Menschen sind häufig einsam. „Das war auch schon vor Corona so und ist jetzt ein noch größeres Problem. Die Kontaktbeschränkungen stellen hilfsbedürftige Menschen und deren Angehörige vor große Herausforderungen“, sagt Hubert Plepla von der Koordinationsstelle Seniorenkonzept am Landratsamt Unterallgäu. Nicht nur deshalb sind die ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten derzeit besonders gefragt – das zeigte sich auch beim jüngsten Austauschtreffen, das „coronakonform“ online stattfand.

Bei dem digitalen Treffen ging es auch um die Situation von Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die Versorgung und Betreuung von demenzkranken Menschen wird in der Coronakrise nochmals erschwert, weil sie Abstands- und Hygieneregeln oft nicht einhalten können. Referentin Lisa Fischer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der regionalen Fachstelle „Demenz und Pflege Schwaben“ an der Hochschule Kempten, informierte über die Herausforderungen, und darüber, wo Demenzkranke und deren Angehörige Hilfe finden.

Die Teilnehmer waren sich einig: Digitale Angebote erreichen derzeit vor allem jüngere Senioren. Ziel müsse aber sein, die Ausweitung voranzutreiben. Denn digitale Angebote bieten älteren Menschen Chancen, möglichst lange selbstständig und eigenverantwortlich zu leben. Deshalb werde sich auch im „Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit“ eine neue Arbeitsgruppe mit diesem Thema beschäftigen, informierte Plepla.

Die Seniorenbeauftragten waren sich einig, dass es eine große Aufgabe ist, mit alleinlebenden, älteren Menschen in Kontakt zu bleiben, deren Bedürfnisse zu erfahren und passgenaue Unterstützung zu organisieren. Am besten gelinge das im nahen Umfeld der Personen, innerhalb der Gemeinde oder in der direkten Nachbarschaft.

Laut Plepla gibt es im Unterallgäu viele Organisationen, die unterstützen, beispielsweise Nachbarschaftshilfen, ambulante Pflegedienste, die Demenzhilfe, Beratungsstellen und auch die Quartiersarbeit. Eine Herausforderung sei, dass die Hilfe bei den Menschen ankommt. Dazu sei es wichtig, mit alleinlebenden Menschen in Kontakt zu bleiben, telefonisch oder auch mal mit Abstand über den Gartenzaun. „Es ist schön zu sehen, dass es in vielen Orten im Unterallgäu eine sorgende Gemeinschaft gibt, die sich gegenseitig nicht aus den Augen verliert“, so Plepla abschließend. (mz)

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